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10.01.2010

11:44 Uhr

Afrika-Cup

Togo beordert Fußballmannschaft nach Hause

Nach dem Überfall mit drei Todesopfern wollte die Fußballnationalmannschaft Togos nun doch beim Afrika-Cup in Angola antreten. Daraus wird wohl nichts. Togos Regierung besteht auf der Rückkehr des Teams in die Heimat.

Der togolesische Nationalspieler Thomas Dossevi will wie seine Teamkollegen nun doch spielen. dpa

Der togolesische Nationalspieler Thomas Dossevi will wie seine Teamkollegen nun doch spielen.

NAIROBI/LOME. Die togoische Regoierung besteht nach dem Anschlag auf ihre Fußballnationalmannschaft darauf, dass sich das Team vom Afrika Cup in Angola zurückzieht. Ministerpräsident Gilbert Houngbo betonte am Sonntag in Lomé: „Die Entscheidung der Regierung ist unabänderlich. Die Mannschaft muss heute zurück kehren.“ Es wäre unverantwortlich, wenn die Regierung dem Verbleib ihrer Spieler in Angola zstimmen würde.

Die Spieler hatten in der Nacht zu Sonntag beschlossen, dass sie „nicht wie Feiglinge“ fliehen wollen und trotz der Aufforderung der Regierung, aus Angola abzureisen, um den Afrika Cup spielen wollen. Damit droht nun ein Bruch mit der Regierung. Houngbo sagte, wenn bei der Eröffnung des Afrika Cup eine Mannschaft oder auch einzelne Spieler unter der Fahne Togos aufliefen, sei das eine „falsche Mannschaft“.

Eigentlich wollte die Fußballnationalmannschaft von Togo zu Ehren der drei Todesopfer trotz des blutigen Rebellenangriffs vom Freitag doch beim Afrika-Cup in Angola antreten. Die Spieler bestätigten ihren Willen, auch nach dem Überfall auf ihren Bus am Montag gegen Ghana auf dem Platz zu stehen, sagte ein Sprecher des Afrikanischen Fußballverbandes am Sonntag der AP. „Der Mannschaft ist klargeworden, dass sie spielen muss, um die Toten zu ehren“, so Kodzo Samlan.

Am Samstag verlautete zunächst aus dem Team, man werde wieder abreisen, da man sich in Angola nicht mehr sicher fühle. Auch die togoische Regierung hatte den Rückzug des Teams von dem am Sonntag beginnenden Turnier gefordert.

„Unsere Entscheidung fiel einstimmig“, sagte Mittelfeldspieler Alaixys Romao der französischen Sportzeitung „L'Équipe“. Die Regierung sei vermutlich nicht einverstanden. „Aber es sind Menschen für dieses Turnier gestorben. Wir können sie nicht aufgeben und wie Feiglinge abhauen.“ Mit dem Schritt wolle man zeigen, dass man sich den Rebellen nicht beuge. „Wir werden am Montag auf dem Rasen stehen.“

Schwerbewaffnete hatten auf den togoischen Konvoi geschossen, nachdem dieser aus Kongo kommend die Grenze nach Cabinda passiert hatte. Bei dem Überfall waren der angolanische Fahrer, ein Mitglied des Trainerstabs sowie ein Sprecher der Fußballmannschaft getötet worden. Ein Torwart wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen zu Notoperationen nach Südafrika geflogen. Am Sonntag war sein Zustand stabil, er musste aber noch künstlich beatmet werden, wie seine Ärzte in Johannesburg mitteilten.

Zu dem Überfall bekannte sich die sogenannte Befreiungsfront für Cabinda (FLEC). Diese kämpft für die Unabhängigkeit der Exklave, die wegen ihrer Ölvorkommen für die angolanische Regierung von größter Bedeutung ist. Die Organisatoren des Afrika-Cups betonten, dass die Spiele nicht abgebrochen würden. Für die angolanische Regierung ist es ein wichtiges Prestigeobjekt. In Cabinda und drei weiteren Städten wurden eigens neue Stadien gebaut. Die Tragödie wirft auch ihren Schatten auf die Fußballweltmeisterschaft, die im Sommer in Südafrika ausgetragen wird.

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