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11.03.2006

09:28 Uhr

„Alles ist möglich“

Ghana glaubt an die Stunde des Underdogs

Die Fußballnation Ghana hat Jahrzehnte auf die erste Teilnahme bei einer Weltmeisterschaft gewartet. Nun hofft das mit hochkarätigen Legionären gespickte Team der "Black Stars" in der starken Gruppe E auf einen Überraschungserfolg.

HB FRANKFURT/MAIN. Ghana ist personell sicherlich der stärkste der vier afrikanischen WM-Debütanten: Anders als bei Angola, der Elfenbeinküste oder Togo spielen in den Reihen der "Black Stars" viele Legionäre aus den europäischen Top-Ligen. Das Land zählt seit Jahrzehnten zu den großen Fußballnationen Afrikas, und endlich hat der Verband in dem Serben Ratomir Dujkovic einen Trainer gefunden, der der extravaganten Truppe die nötige Disziplin vermittelt und selbst über das ausreichende Stehvermögen verfügt.

Wie stark die Position Dujkovic's ist, zeigte sich nach dem enttäuschenden Abschneiden beim Afrika-Cup im Januar. Trotz der desolaten Vorstellung seines Teams verhallte die obligatorische Trainerdiskussion sofort wieder. Der Verband stellte sich demonstrativ hinter den 60-Jährigen. In den vergangenen zehn Jahren wurde ein Dutzend Nationaltrainer verschlissen, der Erfolg war auch deshalb ausgeblieben.

Nicht zuletzt dank Dujkovic wird dem Team sogar ein Überraschungserfolg bei der WM zugetraut, obwohl in Gruppe E neben den USA auch die Favoriten Italien und Tschechien auf den Außenseiter warten. In Accra hofft man insgeheim, an die Erfolge afrikanischer Teams wie Kamerun, Nigeria und zuletzt Senegal anknüpfen zu können, die jeweils ihre Gruppenphase überstanden. "Ghana ist in der gleichen Lage wie Senegal 2002. Wenn sie gut ins Turnier starten, werden sie Selbstvertrauen tanken und alles ist möglich", glaubt der aus Ghana stammende französische Exnationalspieler Marcel Desailly.



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Den Erwartungen als aussichtsreicher Underdog bei der WM wurde Ghana beim Afrika-Cup allerdings nicht gerecht. Auf den Auftaktsieg gegen Senegal folgten Niederlagen gegen Nigeria und gegen das Fußballentwicklungsland Simbabwe. Trainer Dujkovic entschuldigte das peinliche Aus in der Vorrunde mit den Ausfällen wichtiger Spieler.

In Ägypten fehlten nicht nur FC Chelseas Mittelfeldstar Michael Essien, der wegen seiner Rekordablösesumme von 38 Millionen Euro "teuerste Spieler Afrikas", sondern auch die drei Italien-Legionäre Sulley Ali Muntari, Asamoah Gyan und Samuel Kuffour. Dujkovic hatte den Ex-Bayernverteidiger aus disziplinarischen Gründen rausgeschmissen - er hatte ein Trainingslager geschwänzt. Doch bei der WM kann das Team auf den erfahrenen Abwehrmann vom AS Rom nicht verzichten.

Beim Afrika-Cup war auch der in der Qualifikation entscheidende Kapitän Stephen Appiah (Fernerbahce Istanbul) wegen einer Fußverletzung gehandicapt. Die Folge: Der Mittelfeldmotor, sonst das Glanzstück der auf allen Positionen gut besetzten Mannschaft, stotterte gehörig. Einzig der Neu-Dortmunder Matthew Amoah konnte in Ägypten mit einem Treffer gegen den Senegal seine Stürmerqualitäten unter Beweis stellen.

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