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17.11.2013

22:29 Uhr

Amnesty-Studie

„Alarmierendes Ausmaß an Ausbeutung“ in Katar

Amnesty International hat eine Studie über die Arbeitsbedingungen in Katar veröffentlicht. Die Menschenrechtsorganisation attestiert darin dem Gastgeberland der Fußball-WM 2022 teils „unmenschliche“ Verhältnisse.

Salil Shetty von Amnesty International präsentierte die Studie „The Dark Side of Migration: Spotlight on Qatarís construction sector ahead of the World Cup“. Reuters

Salil Shetty von Amnesty International präsentierte die Studie „The Dark Side of Migration: Spotlight on Qatarís construction sector ahead of the World Cup“.

DohaDie Dauer-Kritik an WM-Gastgeber Katar nimmt durch eine alarmierende Amnesty-Studie neue Fahrt auf und setzt die FIFA schon wieder unter großen Druck. In der am Sonntag vorgestellten Untersuchung prangert die Organisation massive Verletzungen der Menschenrechte auf Baustellen des Ausrichterlandes der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 an.

Kein Gehalt, keine Perspektive und katastrophale Wohn- und Arbeitsbedingungen - die Fakten, die Amnesty präsentiert, sind schockierend. In Massenunterkünfte ohne Strom seien die Migranten demnach oftmals gezwungen, nach einem kräftezehrenden Arbeitstag in brutaler Hitze ihr Abendessen im Dunkeln einzunehmen. Die Hygienebedingungen für die meist aus armen Ländern Südostasiens stammenden Arbeiter sind angeblich zum Teil indiskutabel.

„Viele Arbeiter erhalten oft monatelang keinen Lohn und werden trotzdem zur Arbeit gezwungen, indem man ihnen mit einem kompletten Lohnausfall oder der Abschiebung droht“, erklärte die Katar-Expertin von Amnesty International in Deutschland, Regina Spöttl, nach der Präsentation des 169 Seiten umfassenden Berichtes mit dem Titel „The Dark Side of Migration: Spotlight on Qatar's Construction Sector Ahead of the World Cup“.

Insgesamt hat Amnesty International ein „alarmierendes Ausmaß an Ausbeutung bis hin zu Zwangsarbeit“ festgestellt. Die Rechte von Arbeitsmigranten würden in dem Golfstaat „systematisch“ verletzt. Die Organisation forderte die Regierung in Katar ebenso wie den Fußball-Weltverband FIFA auf, „weitere Menschenrechtsverletzungen zu verhindern und zu zeigen, dass sie es mit den Menschenrechten ernst meinen“.

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