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09.05.2017

12:29 Uhr

Analyse zu RB Leipzig

Red-Bull-Klub macht sich fit für Europa

VonDiana Fröhlich

RB Leipzig hat die Bundesliga-Saison überraschend erfolgreich gemeistert – nur acht Jahre nach der Gründung hat sich der Klub für die Champions League qualifiziert. Für den Europacup werden jetzt Zelte aufgestellt.

Hertha BSC - RB Leipzig, 32. Spieltag am 06.05.2017 im Olympiastadion in Berlin: Herthas Fans halten ein Transparent mit der Aufschrift "Keine Macht den Dosen". dpa

Fankritik an RB Leipzig

Hertha BSC - RB Leipzig, 32. Spieltag am 06.05.2017 im Olympiastadion in Berlin: Herthas Fans halten ein Transparent mit der Aufschrift "Keine Macht den Dosen".

DüsseldorfEs kam fast schon so, wie es kommen musste: RB Leipzig ist ein Jahr nach seinem Aufstieg in die erste Bundesliga gleich auch die Qualifikation für die Königsklasse des Profifußballs, die Champions League, gelungen. Nur acht Jahre nach der Gründung des Klubs im Osten Deutschlands hat dieser das schier Unmögliche geschafft. Mission (vorerst) erfüllt.

Möglich gemacht haben das ein gutes Management, qualifizierte Trainer sowie viele junge, ehrgeizige Spieler. Entscheidend für den schnellen Aufstieg war jedoch vor allem das Geld und die Initiative des Sponsors Red Bull und dessen Gründer Dietrich Mateschitz.

Ohne das persönliches Engagement, seine Millionen und auch seine gezielte Personalauswahl wäre das Fußballprojekt wohl kaum so schnell erfolgreich geworden. RB Leipzig hat dank Mateschitz herausragende Trainingsmöglichkeiten für professionelle Fußballer geschaffen.

RB Leipzig: Retortenverein, Talentschmiede, Spitzenreiter

Premiere

Das erste Pflichtspiel der Vereinsgeschichte bestritten die Leipziger am 31. Juli 2009 im Sachsenpokal und besiegten in der ersten Runde den VfK Blau-Weiß Leipzig mit 5:0. Christian Streit schoss das erste Pflichtspieltor für RB Leipzig.

Erfolge in der Anfangszeit

Kurz vor dem Beginn der zweiten Bullen-Saison wurde das Zentralstadion am 24. Juli 2010 offiziell in Red Bull Arena umbenannt. Zur Eröffnung spielte RB Leipzig vor 21.566 Zuschauern gegen den Bundesligisten FC Schalke 04 (1:2). Das erste Pflichtspiel mit dem ersten Tor (Steven Lewerenz) folgte am 6. August gegen Türkiyemspor Berlin (1:1).

Erste Erfolge

Meister der Oberliga Nordost und Aufstieg in die Regionalliga 2009/10, Sachsenpokalsieger und Qualifikation für den DFB-Pokal 2011 und 2013. Meister der Regionalliga Nordost und Aufstieg in die 3. Liga 2012/13. Aufstieg in die zweite Liga 2013/14.

Talentschmiede

Am 14. August 2011 wurde das Trainingszentrum offiziell eröffnet. Es ist neben der Red Bull Arena die zweite Vereinsbasis. Aktuell trainieren neben der Profi-Mannschaft die Nachwuchs-Mannschaften der U23, U19, U17, U16, U15 und U14 im sechs Hektar großen Zentrum auf sechs Plätzen unter Top-Bedingungen.

Trainingszentrum

Im Spätherbst 2013 fiel der Startschuss für den Ausbau des Trainingszentrums, dessen Herzstück ein Gebäudekomplex (13.500 Quadratmeter) mit Trainings-, Ausbildungs-, und Unterbringungsmöglichkeiten ist. Dazu kommen vier Naturrasen- und zwei Kunstrasenplätze nach FIFA-Maßen (105 x 67 Meter) und mit Flutlicht, sowie unter anderem ein Internat mit 50 Einzelzimmern, Büroflächen, Fan- und Elterncafé und eine überdachte Tribünenanlage mit 1000 Sitzplätzen.

Erster Torjäger

RB-Kapitän Daniel Frahn (26) wurde 2012 und 2013 mit 26 bzw. 20 Treffern Torschützenkönig der Regionalliga Nordost. Auch in der dritten Liga spielte er 2013/14 eine gute Rolle und schoss 19 Tore.

Erste Pokalsensation

Im ersten DFB-Pokalspiel der Vereinsgeschichte gelang am 29. Juli 2011 ein echter Coup. Mit 3:2 warf RB Leipzig den Bundesligisten VfL Wolfsburg aus dem Wettbewerb.

Zweite Bundesliga

2014 bis 2016 spielte RB in der 2. Bundesliga. Für die Saison 2015/16 verpflichtete Leipzig den Bundesligaspieler Davie Selke für acht Millionen Euro von Werder Bremen. Insgesamt gab der Verein 18,6 Millionen Euro für neue Spieler aus und damit 2,1 Millionen Euro mehr als alle anderen 17 Zweitligisten zusammen.

Bundesliga

Am 8. Mai 2016 stieg RB Leipzig in die erste Liga auf. Viel Geld wurde erneut für Spieler ausgegeben. So kam der Juniorennationalspieler Timo Werner für rund 10 Millionen Euro vom VfB Stuttgart. Das schottische Talent Oliver Burke kostete rund 18 Millionen Euro (15 Millionen Pfund). Er kam von Nottingham Forest.

Spitzenreiter

Am 11. Spieltag der Saison 2016/17 übernahm RB die Tabellenführung. Zudem brach der Aufsteiger den Rekord des MSV Duisburg aus der Saison 1993/94. Bislang hatte kein Aufsteiger am 11. Spieltag 27 Punkte gesammelt.

Durch die Kooperation mit dem Schwesterunternehmen, dem Fußballklub RB Salzburg, wechselten viele talentierte Spieler nach Leipzig. Umstritten bleibt der Klub bei der Konkurrenz in der Bundesliga und vielen gegnerischen Fans gleichwohl. Hauptgrund: Dem Verein wird vorgeworfen, ein kapitalistisches Kunstprodukt zu sein, in dem am Ende ausschließlich Geldgeber Mateschitz das Sagen habe.

Rechtlich sieht das Konstrukt so aus: Die Lizenzspieler und die Nachwuchsteams bis runter zur U15 sind 2014 in die RasenBallsport Leipzig GmbH ausgegliedert worden. Deren Gesellschafter sind zu 99 Prozent die Red Bull GmbH und zu einem Prozent der Verein.

Ungewöhnlich im deutschen Fußball ist auch der Ausschluss der Fans: RB Leipzig möchte keine Anhänger als stimmberechtigte Mitglieder, sondern nur Fördermitglieder. Davon gibt es rund 300. Medienberichten zufolge hatte RB zunächst nicht einmal zehn ordentliche Mitglieder, inzwischen sind es knapp 20. Mindestens sieben braucht es in Deutschland für eine Vereinsgründung.

Kommentare (1)

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Herr Horst Mueller

09.05.2017, 16:06 Uhr

Lasst den Brauseclub in der nächsten Saison erstmal immer Mo-Mi-Sa spielen, dann wird ihnen in Kürze die Puste ausgehen.

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