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05.04.2015

10:29 Uhr

Angriff auf Tabellenführer der Süper Lig

Spielerbus von Fenerbahce beschossen

Unbekannte haben am Samstag den Mannschaftsbus des Spitzenreiters der Süper Lig, Fenerbahce Istanbul, beschossen. Der Busfahrer wurde verletzt. Der türkische Sportminister sprach von einem „feigen und barbarischen Akt“.

Der Mannschaftsbus des türkischen Fußballclubs Fenerbahce Istanbul wurde am Samstag beschossen. Dabei wurde der Busfahrer schwer verletzt. dpa

Der Bus von Fenerbahce nach dem Angriff

Der Mannschaftsbus des türkischen Fußballclubs Fenerbahce Istanbul wurde am Samstag beschossen. Dabei wurde der Busfahrer schwer verletzt.

Ankara/IstanbulDer Mannschaftsbus des türkischen Fußballvereins Fenerbahce Istanbul ist auf einer Autobahn im Norden des Landes beschossen worden. Dabei sei der Fahrer verletzt worden, sagte der Gouverneur von Trabzon, Abdulcelil Oz. Der Mann wurde in eine Klinik gebracht. Mehrere Schüsse seien am Samstagabend in der Küstenstadt Trabzon auf den Teambus abgefeuert worden, als er von einem Spiel gegen Rizespor in der Schwarzmeerstadt Rize zurückkehrte, sagte der Vizepräsident von Fenerbahce, Mahmut Uslu, der zum Tatzeitpunkt mit in dem Bus war. Der Fahrer wurde demnach im Gesicht verletzt, konnte aber den Bus unbeschadet zum Halten bringen. Von den Spielern kam keiner zu Schaden.

Der Vorfall ereignete sich nach dem 5:1-Aufwärtssieg von Fenerbahce über Caykur Rizespor in der Fußball-Süper Lig. Zum Zeitpunkt der Attacke waren die Spieler von der Stadt Rize zum Flughafen von Trabzon unterwegs. Von dort sollte es zurück nach Istanbul gehen. Uslu warf den Angreifern vor, sie hätten ein Unglück provozieren und die Spieler töten wollen. Fotos zeigten Löcher in der Windschutzscheibe auf der Seite des Busfahrers.

Zunächst hatte Gouverneur Oz angegeben, der Busfahrer sei durch einen Steinwurf verletzt worden. Später korrigierte er sich jedoch und sprach von einer Kugel. „Der aktuellen Situation zufolge war es wohl eine Art Gewehr“, sagte Oz. Noch sei es aber zu früh für definitive Aussagen. Fenerbahce ist Tabellenführer der türkischen Süper Lig und gewann das Spiel gegen Rizespor mit 5:1.

Der vereinseigene TV-Sender von Fenerbahce hatte bereits gemeldet, dass der Spielerbus von einem Angreifer mit Schrotflinte ins Visier genommen worden sei. Sicherheitsleute hätten aber rasch die Kontrolle über das Fahrzeug übernommen, es gestoppt und so einen Unfall verhindert. Die Behörden haben Ermittlungen eingeleitet. Man werde den Angreifer fassen, versprach Oz.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, der zu den Fans von Fenerbahce gehört, erkundigte sich beim Gouverneur über die Ermittlungen. Der Türkische Fußballverband (TFF) verurteilte den Angriff und forderte, die Täter zur Rechenschaft zu ziehen. Die Spieler und anderen Teammitglieder wurden am späten Abend bei ihrer Rückkehr nach Istanbul von hunderten Fans sowie dem Vereinspräsidenten Aziz Yildrim empfangen. Sportminister Cagatay Kilic sprach von einem „feigen und barbarischen Akt“, versicherte aber, dass die Meisterschaft weitergehen werde.

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