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27.05.2015

12:04 Uhr

Anklagen gegen 14 Funktionäre

Fifa-Vize Webb verhaftet – „Blatter ist nicht involviert“

Der Weltfußball in Aufruhr: Nach den Festnahmen von zahlreichen Fifa-Offiziellen in Zürich hat die Weltfußballorganisation Stellung zu den Vorwürfen bezogen. Der Liveticker von der Pressekonferenz zum Nachlesen.

Ein Schatten liegt auf der Fifa: In einer Pressekonferenz steht die Weltfußballorganisation Rede und Antwort. ap

Fifa-Hauptquartier in Zürich

Ein Schatten liegt auf der Fifa: In einer Pressekonferenz steht die Weltfußballorganisation Rede und Antwort.

+++ Behörden nennen Namen der Beschuldigten +++
Fifa-Vizepräsident Jeffrey Webb von den Kaimaninseln gehört zu den am Mittwoch in Zürich festgenommenen Funktionären des Fußball-Weltverbands. Insgesamt seien 14 Personen wegen organisierten Verbrechens und Korruption beschuldigt, teilte das US-Justizministerium mit. Dazu gehören neben Webb und Eugenio Figuerodo aus Uruguay (ebenfalls Fifa-Vizepräsident) nach Angaben der Behörden noch sieben aktuelle, frühere oder designierte Funktionäre des Weltverbands. Darunter sind das designierte Fifa-Exekutivkomitee-Mitglied Eduardo Li aus Costa Rica und der frühere Fifa-Vizepräsident Jack Warner aus Trinidad und Tobago.

+++ US-Justiz meldet sich zu Wort +++
Die US-Justiz hat neun hochrangige Manager des Weltfußballverbandes Fifa wegen Korruptionsverdachts angeklagt. Unter ihnen seien zwei amtierende Vizepräsidenten des Verbandes, erklärte das US-Justizministerium am Mittwoch. Den Beschuldigten werde Korruption, organisierte Kriminalität, Überweisungsbetrug und Geldwäsche vorgeworfen. Außerdem sei gegen fünf Vertreter des Sportmarketings Anklage erhoben worden. Die Vorwürfe beträfen einen Zeitraum von mehr als 20 Jahren.

+++ Fifa-Sprecher bittet um Zeit +++
Auf Nachfrage des Handelsblatts beteuert Fifa-Sprecher De Gregorio, dass er versuche Informationen zu sammeln. Dabei erscheint der Fifa-Sprecher etwas hilflos und bittet um mehr Zeit. Außerdem bekräftigt er: „Fifa-Präsident Blatter ist nicht involviert.“ Grund zur Freude sei die Razzia aber ebenfalls nicht: „Er tanzt natürlich nicht in seinem Büro.“

+++ Garcia-Bericht wird veröffentlicht +++
„Letztes Jahr in Marrakesch hat der Exekutivausschuss beschlossen, dass der Garcia-Bericht veröffentlicht wird, nachdem alle offenen Fragen aufgeklärt sind. Er wird veröffentlicht und jeder wird nachlesen können, was es damit auf sich hat“, sagt De Gregorio. Der Fifa-Sprecher bekräftigt, dass die Fifa sich auf diesen Tag vorbereitet hat, aber nicht mit dem schnellen Zugriff der Schweizer Behörden gerechnet hat.

+++ „Eine gute Sache für die Fifa“ +++
De Gregorio empfindet die Angelegenheit als „eine gute Sache für die Fifa“. Natürlich sei es nicht förderlich für das Fifa-Image. „Aber im Sinne der Verfahren der Ethik-Kommission ist das gut für uns. Am 18. November haben wir den Behörden alle Informationen weitergeleitet. Wir wussten, dass ein Tag wie heute kommen würde. Aber es ist gut für uns. Das Verfahren geht jetzt weiter und wir warten gespannt auf erste Ergebnisse.“

+++ Einfacher Grund für die Razzia +++
Warum wurde die Fifa gerade jetzt zum Ziel der Ermittlungen? „Ich gebe ihnen die Antwort des Staatsanwaltes: Jeder, der betroffen ist, ist im Rahmen des Kongresses in Zürich. So ist es viel einfacher, sie für Befragungen zur Verfügung zu haben“, sagt Fifa-Sprecher De Gregorio.

+++ Fifa-Präsidentschaftswahl wird stattfinden +++
Der Fifa-Sprecher bekräftigte, dass die Konferenz und die Fifa-Präsidentschaftswahl stattfinden werden. Die beiden Untersuchungen hätten nichts mit dem Ablauf der Veranstaltung zu tun. De Gregorio spricht außerdem von „zwei separaten Verfahren“.

Vorwurf der Bestechlichkeit

Schweizer Polizei verhaftet Fifa-Funktionäre

Vorwurf der Bestechlichkeit: Schweizer Polizei verhaftet Fifa-Funktionäre

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+++ Fifa wird alle Informationen den Schweizer Behörden übergeben +++
De Gregorio versichert, dass die Fifa mit den Schweizer Behörden und dem Staatsanwalt zusammenarbeite und alles tun werde, „um die Vorwürfe zu klären“. Im Pressesaal der Züricher Fifa-Zentrale sind fast alle Plätze besetzt. Blitzlichtgewitter im Raum, hinter den Sitzreihen drängen sich die Fernsehkameras.

+++ Blatter nicht unter den Festgenommenen +++
Der Fifa-Sprecher bekräftigt, dass Joseph Blatter nicht unter den festgenommenen Funktionären ist. Zu den festgenommenen Fifa-Mitgliedern will er keine Angaben machen. Für die Fifa sei es „definitiv eine schwierige Situation, aber der Kongress wird stattfinden“.

Kommentare (11)

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Herr Thomas Ungläubig

27.05.2015, 11:07 Uhr

Na endlich! Bin gespannt, was der »Kaiser« dazu sagt;–)

Herr Teito Klein

27.05.2015, 11:22 Uhr

Was wird er schon sagen?
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"Ich habe KEINEN Mafiosi gesehen. Die Mitglieder der FIFA sind alles lupenreine Demokraten!"
Hab ich das richtig gesagt Don Blatter?
Si Luigi!

Sergio Puntila

27.05.2015, 11:23 Uhr

Phoenix rückübersetzt des Kommunikationsdirektors glasklares Schwyzerduetsch sogleich auf Englisch.
fein...^^

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