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02.09.2014

14:14 Uhr

Anstoss - die Fußball-Kolumne

Der Übergangskapitän

VonChristoph Henrichs

Bastian Schweinsteiger wird neuer Spielführer der deutschen Nationalmannschaft. Damit bekommt der emotionale Leader des Teams endlich auch offiziell die Kapitänsbinde. Doch lange wird er sie nicht behalten.

Bastian Schweinsteiger (Mitte) hält den WM-Pokal in der Hand und freut sich über den Titelgewinn in Brasilien. dpa

Bastian Schweinsteiger (Mitte) hält den WM-Pokal in der Hand und freut sich über den Titelgewinn in Brasilien.

Im Maracana-Stadion wollte er den WM-Pokal gar nicht mehr abgeben: Auf dem offiziellen Mannschaftsfoto zeigt nicht der alte, nach der Weltmeisterschaft zurückgetretene Kapitän Philipp Lahm die Trophäe, sondern der zukünftige: Bastian Schweinsteiger.
Der Münchener ist ein verdienter Spielführer der deutschen Weltmeistermannschaft, schließlich gehört er zu den ganz Großen in der langen Geschichte des DFB-Teams.

Nach Lukas Podolski ist Bastian Schweinsteiger mit 108 Länderspielen der erfahrenste Akteur auf dem Rasen. Er hat die Nationalelf im Wandel erlebt und geprägt: 2004 debütierte er im Qualifikationsspiel vor einer blamablen Europameisterschaft. 2014, zehn Jahre später, hatte der Mittelfeldregisseur entscheidenden Anteil am Weltmeistertitel.

Sein heroischer Kampf in der Verlängerung des WM-Endspiels dürfte jahrzehntelang in Erinnerung bleiben: Umgetreten, umgerempelt und blutig geschlagen — doch Schweinsteiger verweigerte die Auswechslung und blieb auf den wackligen Beinen.

Seine Zähigkeit und Disziplin, sein unbändiger Wille auf dem Platz sind genauso von großer Bedeutung wie seine Position als emotionaler Leader und zuverlässiger Kommunikator hinter den Kulissen. Schweinsteiger ist eine wahre Autorität, ein intelligenter Team- und künftig auch Spielführer und deswegen der legitime Nachfolger von Philipp Lahm. Jede andere Entscheidung wäre ein Affront gegen den 30-Jährigen gewesen.

Doch die vier Jahre, die Lahm für die Nationalelf die Kapitänsbinde überstreifen konnte, wird Schweinsteiger nicht vollmachen können. Schon jetzt ist er verletzungsanfällig, wird auch künftig bei Freundschaftsspielen öfter fehlen als andere Spieler. Zudem muss er daran arbeiten, stets repräsentativ, geduldig und besonnen für die Presse verfügbar zu sein.

Kommentare (1)

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Herr Thomas Ungläubig

03.09.2014, 18:55 Uhr

Bleibt zu hoffen, dass er nicht das gleiche Schicksal erleidet wie der »Capitano« Michael Ballack.

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