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26.04.2015

12:54 Uhr

Anstoß – die Fußballkolumne

Di Matteos schnell verblasster Glanz

VonLucas Fuhr

Schalke wollte Champions-League-Flair und holte einen Trainer von internationalem Format. Jetzt drohen die „Knappen“ sogar die Europa League zu verspielen. Di Matteo wirkt ratlos – jetzt geht es erstmal ins Kloster.

Roberto Di Matteo war Ex-Trainer des FC Chelsea und ein waschechter Champions-League-Sieger. dpa

Roberto di Matteo

Roberto Di Matteo war Ex-Trainer des FC Chelsea und ein waschechter Champions-League-Sieger.

DüsseldorfEs war einmal ein Mann, der hieß Jens Keller. Als Trainer des FC Schalke 04 führte er den Klub zweimal hintereinander in die Champions League, spielte mit dem Team die beste Rückrunde in der Vereinsgeschichte und kam in der Königsklasse ins Achtelfinale.

Allein: Unumstritten war dieser Jens Keller auf Schalke nie, und so folgte nach einem dürftigen Liga-Auftakt 2014/15 schließlich die Entlassung. Und ein bisschen wirkte es so, als wäre das Schalker-Management ganz froh, Keller endlich austauschen zu können. Eigentlich sogar mehr, als nur ein bisschen.

Der neue Mann, der bereits Gewehr bei Fuß stand, hieß Roberto Di Matteo, war Ex-Trainer des FC Chelsea und ein waschechter Champions-League-Sieger. Der Mann, der mit den „Blues“ den Bayern einst ihr „Finale dahoam“ verdorben hatte – auf Schalke!

Endlich saß auf der Trainerbank jene Verkörperung von Königsklasse-Flair, die sich insbesondere der mächtige Aufsichtsratschef Clemens Tönnies schon lange wünschte. Wie weh tat doch der dauernde Blick zum Erzrivalen nach Dortmund, der sich als zweite Kraft im deutschen Fußball etabliert hatte.

Und jetzt hatte der FC Schalke 04 einen Trainer, der den FC Bayern München sogar mal in einem Champions League Finale besiegt hatte. Ein Mann, der sechs Sprachen spricht.

Sieben Monate später ist von der Champions League auf Schalke keine Rede mehr. Der Klub hat seit sechs Spielen nicht mehr gewinnen können, in den letzten fünf Spielen gelang den Schalkern lediglich ein Tor. Und der Punkte-Abstand zum Liga-Primus aus München ist größer, als der auf Platz 18.

Als Torjäger Klaas-Jan Huntelaar im Dezember seinen Vertrag verlängerte, wurde das von der Schalker-Vereinsführung ähnlich gefeiert, wie die Verpflichtung Di Matteos. Eine Bedingung für die Unterschrift des Holländers bis 2017, so erklärte Sportdirektor Horst Heldt und man durfte das durchaus als Kampfansage verstehen, war die Garantie, dass man auf Schalke vorhabe, neue Stars zu verpflichten.

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