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21.09.2014

11:58 Uhr

Anstoß – die Fußballkolumne

Macht es wie Paderborn!

VonAlexander Möthe

Wer spielerisch im Fußball nicht mithalten kann, der foult. Oder rennt blind in Konter. Zu viel Leidenschaft schadet jeder Mannschaft. Wer sich beherrschen kann, ist erfolgreicher. So wie der Aufsteiger aus Ostwestfalen.

Überraschung in der Bundesliga

Paderborn im Erfolgsrausch

Überraschung in der Bundesliga: Paderborn im Erfolgsrausch

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DüsseldorfHeiß wie „Frittenfett“. Dieser kaum definierbare Aggregatszustand des menschlichen Gemüts gilt als der Idealzustand des Fußballers. Gras fressen sollen die Profis. Den Platz umpflügen. In der Jugend hieß es: Lauf bis Du, Verzeihung, kotzt. Zwar sind es die fußballerischen Feingeister, die millionenfach Trikots und Werbeverträge verkaufen.

Es sind jedoch die grätschenden, ackernden, mit Pferdelunge versehenen Kampfschweine (Stichwort: Marc Wilmots), die die Herzen der Fans erobern. Sie müssen ran, wenn „Typen“ gefragt sind. Wenn es nicht rund läuft. Wenn irgend etwas anders werden soll. Dann, ja dann wird an die Leidenschaft appelliert.

Rund lief es zuletzt weder beim FC Schalke 04 noch beim VfB Stuttgart. Und erst recht nicht beim Hamburger SV. Der vierte Bundesligaspieltag zeigt: Mit Leidenschaft waren alle dabei. Zählbares erarbeitete sich aber nur der HSV – und das gegen den FC Bayern München. Warum?

Bundesliga: Der 4. Spieltag

SC Freiburg – Hertha BSC: 2:2 (1:1)

In einer eher schwachen Bundesligapartie egalisiert der Brasilianer Ronny zweimal eine Freiburger Führung. Zunächst bringt Kempf den SCF per Kopf nach einer Ecke in Führung (30.), doch die Hertha-Antwort erfolgt umgehend (35.). Klaus trifft für die etwas besseren Hausherren zum 2:1 (79.). In der 96. Minute gelingt noch der Ausgleich.

FC Schalke 04 – Eintracht Frankfurt: 2:2 (1:2)

Eintracht Frankfurt verpasst es auf Schalke, den Dreier mitzunehmen, obwohl die Hessen durch die Tore von Alex Meier (15.) und Marco Russ (24.) und die Platzverweise von Kevin-Prince Boateng (Gelb-Rot, 61.) und Julian Draxler (Rot, 71.) viele Vorteile auf ihrer Seite haben. Dagegen stehen die Tore der Knappen von Eric Maxim Choupo-Moting (40., Handelfmeter) und Julian Draxler (50.), sowie der Platzverweis von Slobodan Medojevic (Gelb-Rot, 85.).

FC Augsburg – Werder Bremen: 4:2 (2:1)

Sechs Tore und ein tolles Spiel bekommen die Fans in der SGL Arena zu sehen. Bremen geht nach zwei Minuten durch Selke in Führung. Nach dem Ausgleich durch Baier (14.) folgt mit dem Halbzeitpfiff durch einen verwandelten Foulelfmeter von Verhaegh das 2:1 (45.+3). Mit dem verwandelten Foulelfmeter durch die Santo (56.) droht die Partie erneut zu kippen. Es folgt ein munteres Hin und Her, das Augsburg durch die Treffer von Werner (77.) und Matavz (90.+3) für sich entscheiden kann.

VfB Stuttgart – 1899 Hoffenheim: 0:2 (0:1)

Mit 0:2 unterliegt der VfB Stuttgart gegen 1899 Hoffenheim. In einer überschaubaren Partie gelingt Modeste per Kopf das 1:0 für 1899 (15.). Für die Entscheidung sorgt Elyounoussi, der frei vor Ulreich zum 2:0-Endstand trifft (84.). Trotz Überlegenheit bleibt die VfB-Offensive zu blass.

Hamburger SV – Bayern München: 0:0 (0:0)

Der Gastgeber aus Norddeutschland bietet dem Favoriten aus dem Süden der Republik über 90 Minuten Paroli und erkämpft sich beim Debüt des neuen Trainers Josef Zinnbauer so einen umjubelten Punktgewinn. Von Beginn an findet die Bayern nicht ins Spiel und haben große Mühe, sich gegen die aggressiven Hamburger im Zweikampf durchzusetzen.

FSV Mainz 05 – Borussia Dortmund: 2:0 (0:0)

In einer temporeichen Partie bezwingt Mainz 05 mit 2:0 Borussia Dortmund. Nach Vorarbeit von Sampeiro gelingt Okazaki das 1:0 (66.). Ein Handspiel von Okazaki führt zum Handelfmeter, den Immobile gegen Karius verschießt (70.). Vier Minuten später besorgt Ginter mit einem Eigentor die Entscheidung für Mainz (74.).

VfL Wolfsburg – Bayer Leverkusen: 4:1 (2:1)

Der VfL Wolfsburg feiert seinen ersten Saisonsieg. In die Karten der Wölfe spielt der Platzverweis gegen Donati (7.), der zudem einen Strafstoß verursacht. Rodriguez verwandelt sicher (8.), doch Leverkusen kommt durch Drmic zurück in die Partie (29.). Noch vor der Pause bringt Vieirinha die Wölfe wieder in Führung (45.). Erneut Rodriguez (63.) und Hunt mit seinem ersten Treffer im VfL-Dress (81.) sorgen für einen deutlichen Erfolg.

1. FC Köln – Bor. Mönchengladbach: 0:0 (0:0)

Zwei starke Abwehrreihen sorgen dafür, dass das 81. Rheinische Derby ohne Treffer ausgeht. Gladbach hat vor allem in der ersten Halbzeit mehr Ballbesitz und wirkt etwas reifer von der Spielanlage, doch ernsthafte Torgefahr geht von der Borussia nicht aus.

In der Pflicht standen alle drei Vereine. Eine Reaktion musste folgen, nicht zuletzt auf die sich ewig wiederholenden Floskeln in Krisensituationen. Alle drei standen vor einem schwierigen Spagat: Mutig und druckvoll, präsent auf dem Platz sollten sie sich zeigen. Aber nicht übermütig, mit Überdruck. Schalke und Stuttgart scheiterten an dieser Aufgabe, und das kläglich.

Die Gelsenkirchener retteten in der Partie gegen Frankfurt zwar durch eine starke kämpferische Leistung und viel Glück ein 2:2 Unentschieden. Doch fehlte Schalke gerade nach dem Ausgleich eins – Kontrolle. Kevin-Prince Boateng und Julian Draxler flogen vom Platz, waren zu heiß auf den Sieg, zu heiß auf das Spiel.

Stuttgart hingegen schien gegen Hoffenheim bis zuletzt nichts überstürzen zu wollen. Und fing sich dabei zwei Tore. Die Leistung wurde nur aufgrund der Selbstbeherrschung der Heimfans nicht mit Pfiffen quittiert. 

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