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17.02.2016

14:27 Uhr

Arbeitsverträge im Fußball

Ausnahmen für Multimillionäre gelten weiter

Quelle:dpa

Erleichterung im deutschen Profi-Fußball. Bundesliga-Kicker bekommen keine Rentenverträge. Ein Gericht in Mainz beschäftigte sich mit diesem Szenario für den Fußball. Und wies die Klage eines Torwarts gegen Mainz 05 ab.

Im Falle des früheren Bundesliga-Torwarts Heinz Müller geht es um Arbeitsverträge im Profi-Fußball. Foto: Fredrik von Erichsen dpa

Causa Müller

Im Falle des früheren Bundesliga-Torwarts Heinz Müller geht es um Arbeitsverträge im Profi-Fußball. Foto: Fredrik von Erichsen

MainzDie Zulässigkeit befristeter Arbeitsverträge im Profifußball ist bis auf Weiteres gewährleistet - ein neues Bosman-Urteil aber noch nicht endgültig vom Tisch. Nachdem das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz in Mainz am Mittwoch im Fall Heinz Müller gegen den FSV Mainz 05 die erstinstanzliche Entscheidung des Arbeitsgerichts vom März 2015 kippte, wird nun mit Spannung auf die weitere Vorgehensweise der Parteien gewartet.

Der Vorsitzende Richter Michael Bernardi hatte bereits vor der Urteilsverkündung gesagt, dass die vierte Kammer eine Revision zulassen werde. Das bedeutet, dass der Fall an das Bundesarbeitsgericht (BAG) in Erfurt oder sogar gleich an den  Europäischen Gerichtshof (EuGH) weitergegeben werden könnte, falls die Müller-Seite in Berufung geht. 

Eine gütliche Einigung im eigentlichen Rechtsstreit zwischen Müller und dem FSV ist indes auch nach dem Urteilsspruch möglich. Beide Parteien hatten angekündigt, dass es noch zu Gesprächen kommen könnte. Ex-Keeper Müller hatte gegen den Klub geklagt, da er trotz der Verlängerung seines Vertrages im Jahr 2012 um weitere zwei Jahre zur zweiten Mannschaft abgeschoben worden war.

Rekorde im Fußball: Die höchsten Transfers aller Zeiten

Platz 1

Gareth Bale zu Real Madrid für rund 100 Millionen Euro

Platz 2

Cristiano Ronaldo zu Real Madrid für 94 Millionen Euro

Quelle: Transfermarkt.de

Platz 3

Neymar zum FC Barcelona für 88,20 Millionen Euro

Platz 4

Luis Suárez zum FC Barcelona für 81 Millionen Euro

Platz 5

James Rodríguez zu Real Madrid für 80 Millionen Euro

Platz 6

Ángel Di María zu Manchester United für 75 Millionen Euro

Platz 7

Kevin De Bruyne zu Manchester City für 74 Millionen Euro

Platz 8

Zinédine Zidane zu Real Madrid für 73,50 Millionen Euro

Platz 9

Zlatan Ibrahimovic zum FC Barcelona für 69,50 Millionen Euro

Platz 10

Kaká zu Real Madrid für 65 Millionen Euro

Der 37-Jährige sah sich dadurch der Chance beraubt, dass sich sein Kontrakt durch eine bestimmte Anzahl an Profi-Einsätzen (23) automatisch um ein Jahr verlängert. Die von Müller verlangte Abfindung in Höhe von 429.000 Euro war ihm vom Arbeitsgericht Mainz im März 2015 nicht zugesprochen worden.

Der deutsche Profifußball hatte gespannt auf den Prozess geschaut. Denn de facto ging es um mehr als den Schadensersatz für einen Torwart: Sind die üblichen befristeten Arbeitsverträge im Fußball-Geschäft überhaupt zulässig? Falls das erstinstanzliche Urteil nicht gekippt worden wäre, hätten möglicherweise ähnlich weitreichende Konsequenzen wie 1995 im sogenannten Bosman-Urteil gedroht.

Die Entscheidung des Arbeitsgerichts Mainz konnte nach Ansicht des prominenten Sportrechts-Anwalt Christoph Schickhardt (Ludwigsburg) jedoch „keinen Bestand” haben. Auch der heutige DFB-Interimspräsident Rainer Koch bemängelte bereits, „dass das Gericht die Besonderheit der Branche offenbar nicht gewürdigt hat. Für mich steht außer Frage, dass das allgemeine Arbeitsrecht im Fußball so nicht gelten kann”.

Kommentare (1)

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Herr Horst Mueller

17.02.2016, 07:51 Uhr

Fussballprofis müssen wie normale Arbeitnehmer behandelt werden. Es darf keine Ausnahmen geben!! Ansonsten könnten andere Berufszweige das Recht auch für sich in Anspruch nehmen.

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