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06.09.2015

14:11 Uhr

ARD feiert Beckenbauers 70.

„Fußball – ein Leben“

„Kaiser“, „Lichtgestalt“, „Schau'n mer mal“. Bei manchen Begriffen ist sofort klar, von wem die Rede ist: von Franz Beckenbauer. Die bayerische Fußball-Ikone wird 70 – und die ARD widmet „dem Franz“ ein großes Porträt.

Am 11. September wird Franz Beckenbauer 70. Die ARD zeigt fünf Tage zuvor eine Dokumentation über das Leben des Bayern-Ehrenpräsidenten. dpa

Der „Kaiser“

Am 11. September wird Franz Beckenbauer 70. Die ARD zeigt fünf Tage zuvor eine Dokumentation über das Leben des Bayern-Ehrenpräsidenten.

BerlinSchon der Sendeplatz ist kaiserlich. An diesem Sonntag um 21.45 Uhr direkt nach dem „Tatort“ strahlt die ARD ihr Porträt zum 70. Geburtstag Franz Beckenbauers aus. Auch die Macher der 90-minütigen Ufa-Fiction-Produktion, die im Auftrag des Bayerischen Rundfunks (BR) unterwegs waren, sind illustre Namen: der Produzent Nico Hofmann und der Dokumentarfilmer Thomas Schadt. Beide brachten bereits gemeinsam „Der Mann aus der Pfalz“ (2009) über Helmut Kohl und „Der Rücktritt“ (2014) über Christian Wulff ins Fernsehen.

Ihr neues Werk, „Fußball – ein Leben, Franz Beckenbauer“ wird fünf Tage vor dem Ehrentag des Sportidols am 11. September gezeigt. Ein leitmotivisches Zitat ist Beckenbauers Antwort auf Schadts Frage, ob er sich als Sonntagskind fühle: „Natürlich. Alle Sonntage der Welt sind in mir vereint. Klar, wenn man so ein Leben hat, in diesen 70 Jahren.“ Einige Zuschauer werden wohl schlucken. Beckenbauer musste zwei Monate nach Drehschluss Ende Juli den Tod seines Sohns Stephan verkraften. Er wurde nur 46 Jahre alt. Die geplante Premierenfeier in München wurde deshalb abgesagt. „Eine solche Veranstaltung erschien nun allen Beteiligten unpassend“, teilte der BR mit.

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Es habe auch keine Möglichkeit mehr gegeben, „dieses traurige Ereignis nachträglich in angemessener Form und unter persönlicher Einbeziehung von Franz Beckenbauer in das Porträt aufzunehmen“, sagte der stellvertretende BR-Fernsehdirektor Andreas Bönte. Denn die persönliche Beteiligung Beckenbauers macht das Projekt aus.

Zwischen Mai 2014 und Mai 2015 stellte er sich für etwa 30 Drehtage zur Verfügung, 50 bis 60 Stunden Material kamen zusammen. Am Ende ließ er sich in seinem Zuhause in Salzburg interviewen und beim Kicken mit seinen Kindern Joel (14) und Francesca (11) im eigenen Garten zeigen. „Das war ein Vorschlag von ihm“, sagte Thomas Schadt. „Eine sehr schöne Szene.“ Nico Hofmann schwärmte: „Ich denke, dass wir der Person Franz Beckenbauer ungewöhnlich nahe gekommen sind. Dabei ist hier sehr viel gegenseitiges Vertrauen im Spiel und unser Filmporträt wird über lange Zeit Bestand haben.“

Eine Million Euro kostet die Produktion, vor allem wegen der Reisen des Teams und der Mietkosten für Sportstätten. Beckenbauer reist in die Stadien seines Lebens, auf seinen ersten Bolzplatz in München-Giesing, nach Wembley, ins Olympiastadion in München, wo er 1974 als eleganter Libero Weltmeister wurde, nach Rom, wo er 1990 als Weltmeister-Teamchef einsam über den Rasen schritt, und ins Berliner Olympiastadion, wohin er die WM 2006 holte. Auf dem Empire State Building trifft er seinen Freund Pelé, mit dem „The Kaiser“ einst bei Cosmos New York spielte. Andy Warhol porträtierte ihn dort 1977.

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