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10.09.2016

15:14 Uhr

Augenthaler – Weltmeister in der Provinz

„Zu jung, um nichts zu tun“

Leverkusen, Wolfsburg und Unterhaching waren Klaus Augenthalers vergangene drei Stationen als Coach. Nach fünf Jahren ohne Trainerjob ist der 58-Jährige nun zurück, in der Landesliga beim SV Donaustauf. Ein Abenteuer.

„Wenn sich ein Spieler meldet und mir sagt, dass er mit seinem Vater Holz machen muss oder seine Tante Geburtstag hat - dann muss ich eben immer wieder ein Auge zudrücken.“ (Klaus Augenthaler zu den besonderen Herausforderungen als Trainer des SV Donaustauf in der Landesliga) dpa

Klaus Augenthaler

„Wenn sich ein Spieler meldet und mir sagt, dass er mit seinem Vater Holz machen muss oder seine Tante Geburtstag hat - dann muss ich eben immer wieder ein Auge zudrücken.“ (Klaus Augenthaler zu den besonderen Herausforderungen als Trainer des SV Donaustauf in der Landesliga)

DonaustaufBeim Schlusspfiff jubeln gut 250 Fans, ballen die Fäuste, lachen, klatschen sich ab. Klaus Augenthaler, Weltmeister von 1990, steht in dem Moment von seinem knarzenden Stuhl auf, blickt etwas mürrisch, klatscht ein paarmal in die Hände und betritt langsam den Platz.

Später wird er sagen, dass er so ein „Gegurke“ wie das 2:0 seines SV Donaustauf gegen Neukirchen nicht noch einmal sehen will. Aber Augenthaler erkennt natürlich auch: „Es ist nichts anderes als im Profibereich: Es zählt nur das Ergebnis und die Tabelle.“

Nach gut zwei Monaten als Trainer beim Oberpfälzer Landesligisten weiß der ehemalige Weltstar genau, auf was es ankommt in der Fußball-Provinz. Eine Umstellung war der Wechsel in die sechsthöchste Spielklasse für den früheren FC-Bayern-Profi und Bundesliga-Trainer dennoch.

Sport: Die beliebtesten Aktivitäten der Deutschen

Platz 10

Handball: 10 Prozent (2013: 10,4 Prozent)

Quelle: Allensbach-Umfrage 2014 (Anteil der Befragten, der ganz besonders interessiert ist)

Platz 9

Schwimmen: 10,3 Prozent (2013: 10,4 Prozent)

Platz 8

Ski Alpin: 10,5 Prozent (2013: 10,5 Prozent)

Platz 7

Biathlon: 12,1 Prozent (2013: 12,7 Prozent)

Platz 6

Tanzen: 12,5 Prozent (2013: 12,5 Prozent)

Platz 5

Leichtathletik: 12,6 Prozent (2013: 12,5 Prozent)

Platz 4

Skispringen: 12,8 Prozent (2013: 12,8 Prozent)

Platz 3

Automobilrennsport: 15,2 Prozent (2013: 15,8 Prozent)

Platz 2

Boxen: 16,0 Prozent (2013: 16,7 Prozent)

Platz 1

Fußball: 34,6 Prozent (2013: 34,5 Prozent)

„Ich war es eigentlich immer gewöhnt, beste Trainingsbedingungen zu genießen. Hier teilen wir uns den Platz mit der zweiten Mannschaft, der Altherren-Mannschaft und zehn Jugendteams. Das ist natürlich schon etwas schwierig“, erzählt Augenthaler der Deutschen Presse-Agentur.

Auch sei der Umgang mit den Kickern ein völlig anderer. „Wenn sich ein Spieler meldet und mir sagt, dass er mit seinem Vater Holz machen muss oder seine Tante Geburtstag hat - dann muss ich eben immer wieder ein Auge zudrücken“, erzählt Augenthaler und schmunzelt.

Der Hype um seine Person sei ihm „eigentlich zu viel. Aber ich muss damit umgehen und versuchen, den Druck von der Mannschaft fernzuhalten.“ Seinem Ansehen im Teams scheint das nicht zu schaden. „Er ist sehr nahbar und zeigt überhaupt keine Allüren“, sagt Kapitän Andreas Vilsmaier. „Er greift richtig ins Trainingsgeschehen ein. Man merkt einfach, dass er immer noch Fußballer durch und durch ist.“

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