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27.09.2015

19:39 Uhr

Ausgleich in letzter Minute

Darmstadt schockt den BVB

In letzter Minute entführt der tapfere Aufsteiger Darmstadt ein 2:2 aus Dortmund. Damit reist der BVB mit vier Punkten Rückstand zum Spitzenspiel nach München. Dabei hatte Aubameyang die Weichen schon auf Sieg gestellt.

Zwei Aubameyang-Tore reichten dem BVB nicht zum Sieg SID

BVB gegen Darmstadt

Zwei Aubameyang-Tore reichten dem BVB nicht zum Sieg

DortmundKapitän Mats Hummels schlug vor lauter Wut mit der Faust auf die Werbebande, seine Teamkollegen verließen nach dem Schock in letzter Minute blitzschnell den Rasen. Nach dem bitteren 2:2 (0:1) gegen den krassen Außenseiter SV Darmstadt 98 war bei Borussia Dortmund die Vorfreude auf das Gipfeltreffen beim FC Bayern München am nächsten Sonntag vollends verflogen. „Das ist ein Spiel, dass du normalerweise klar gewinnst. Das war Glück pur von Darmstadt. Wir haben jetzt zwei unnötige Punktverluste hinnehmen müssen“, schimpfte Hummels und ärgerte sich maßlos über den späten Ausgleichstreffer von Aytac Sulu: „Fünf, sechs Spieler stehen 20 Meter vor dem Tor. Das ist keine Verteidigung.“

Die Dortmunder liegen damit schon vier Punkte hinter den Münchnern. Der BVB, der mit elf Pflichtspielsiegen in die Saison gestartet war, gab nach dem 1:1 bei 1899 Hoffenheim am Mittwoch schon zum zweiten Mal nacheinander zwei wichtige Zähler ab. „Hoffenheim war schon ärgerlich, hier das Spiel genauso. Wir wissen aber auch, dass die erste Halbzeit nicht unseren Ansprüchen genügt“, sagte Ilkay Gündogan.

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Dabei hatte Pierre-Emerick Aubameyang mit seinen Saisontoren Nummer acht und neun den BVB auf die Siegerstraße gebracht (63. und 71.), ehe Sulu in der 90. Minute für ein böses Erwachen sorgte. „Wir haben in den letzten zwei, drei Minuten nicht mehr überzeugend auf eigenen Ballbesitz gespielt“, kritisierte BVB-Coach Thomas Tuchel und erwiderte auf die Hummels-Kritik an die Mitspieler: „Beim Verteidigen gehören schon alle dazu. Ich denke nicht, dass er sich ausgeschlossen hat.“

Darmstadt war in der ersten Halbzeit durch Marcel Heller sogar in Führung gegangen (17.). Auch wenn die Elf von Trainer Dirk Schuster den ersten Sieg gegen den BVB seit dem 7. Oktober 1978 verpasste, gelang ihr doch ein weiterer Überraschungscoup. Schon auf Schalke (1:1) und in Leverkusen (1:0) hatten die Hessen, die zehn Punkte aufweisen, die Großen geärgert. Entsprechend glücklich war Darmstadts Peter Niemeyer: „Mentalität schlägt Qualität. Das leben wir brutal. Bis jetzt haben wir aber noch nichts erreicht.“

Dortmund war zwar klar spielbestimmend und besaß hohe Ballbesitz-Anteile, doch gegen die tief stehende Abwehr der Lilien fehlten den Schwarz-Gelben die Ideen. Erst recht, nachdem die Hessen überraschend in Führung gegangen waren. Nach einem blitzschnellen Konter über Konstantin Rausch und Jerome Gondorf traf Heller mit einem sehenswerten Volleyschuss zur Führung. Für den Mittelfeldspieler war es das dritte Saisontor. Schon fünf Minuten zuvor hatte Luca Caldirola eine gute Gelegenheit für den Aufsteiger, nachdem BVB-Keeper Roman Bürki einen Schuss nur abklatschen ließ.

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Die Dortmunder reagierten nach dem Rückstand mit wütenden Angriffen. Die beste Gelegenheit hatte dabei Aubameyang, der nach einer scharfen Hereingabe von Marco Reus den Ball gut einen Meter vor dem Tor nicht richtig traf und somit das Ziel knapp verfehlte (20.). Danach setzte Marcel Schmelzer einen Schuss über das Tor (24.), ehe Julian Weigl den Darmstädter Keeper Christian Mathenia prüfte (31.).

Vor allem in den ersten 45 Minuten waren die Dortmunder von ihrer Bestform weit entfernt. Von dem zuletzt so überragenden Henrich Mchitarjan war diesmal wenig zu sehen, Reus verfing sich häufig in Zweikämpfen und wurde in der 59. Minute bereits ausgewechselt. Dazu leistete sich der Japaner Shinji Kagawa einige Fehlpässe.

Ein unverändertes Bild bot auch die zweite Halbzeit. Der BVB drängte, Darmstadt verteidigte zum Teil mit zehn Feldspielern den eigenen Strafraum. So kamen die Gastgeber nur mühsam zu Chancen, wie etwa durch Mchitarjan, der an Mathenia scheiterte (60.). Dann platzte aber doch der Knoten: Nach einer Kombination über Kagawa und Matthias Ginter war Aubameyang zur Stelle. Und der Torjäger setzte mit einer Einzelaktion noch einen drauf. In der 78. Minute hätte Aubameyang bei einer weiteren Großchance gar seinen Hattrick perfekt machen können.

Von

dpa

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