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11.03.2014

15:37 Uhr

Auslandsvermarktung

Wie die Bundesliga erstklassig werden will

VonErik Wegener

Verkehrte Welt abseits des Platzes: 560 Millionen Euro erlöst die Premier League im Ausland, nur 73 Millionen schafft die Bundesliga. Kurz vor dem Rückspiel Arsenal gegen Bayern schließt die DFL einen neuen TV-Deal ab.

Noch stärker im Fokus: In der globalen Vermarktung hat die Deutsche Fußball-Liga (DFL) jüngst einen wegweisenden Coup mit Rupert Murdoch gelandet. dpa

Noch stärker im Fokus: In der globalen Vermarktung hat die Deutsche Fußball-Liga (DFL) jüngst einen wegweisenden Coup mit Rupert Murdoch gelandet.

Düsseldorf/BerlinEin Geniestreich müsste der FC Arsenal am Abend hinlegen. Nach dem 0:2 im heimischen Stadion haben die Gunners am heutigen Dienstag im Rückspiel beim FC Bayern kaum noch Chancen, das Viertelfinale in der Champions League zu erreichen.

Ähnlich wie Arsenal hatten auch die anderen Klubs von der Insel in den Hinspielen der Königsklasse wenig zu lachen. Nur der FC Chelsea kann auf die nächste Runde hoffen. Die Chancen von Manchester United und Manchester City aufs Weiterkommen sind eher gering.

Doch im Gegensatz zum schlechten sportlichen Abschneiden ist Fußball-England aber in einem anderen Punkt hingegen unangefochten Spitze: bei der Auslandsvermarktung der heimischen Premier League. Keine andere Topliga ist weltweit auf allen Kontinenten so präsent – und das schon seit Jahrzehnten. Rund 560 Millionen Euro erlöst die englische Liga laut der Wirtschaftsprüfungsfirma Deloitte & Touche jährlich aus der Auslandsvermarktung.

Acht Fakten zur Auslandsvermarktung

Neuer Fernsehvertrag

Ab der Saison 2015/16 gilt der neue Fernsehvertrag, den die DFL mit dem Medienmogul Rupert Murdoch und dessen Konzern 21st Century Fox abgeschlossen hat. Geschätzte Einnahmen: 140 Millionen Euro pro Jahr.

Größere Reichweite

Die Bundesliga wird dann in allen Ländern Nord- und Südamerikas und in fast allen Ländern Asiens sowie in Italien, den Niederlanden und Belgien zu sehen sein.

90 Millionen Haushalte in den USA

Durch die Kooperation mit dem Murdoch-Unternehmen werden deutsche Ligastars wie Robben, Draxler, Volland und Hummels rund 90 Millionen TV-Haushalte in den USA erreichen.

Youtube-Kanal

Für die Fans im Ausland gibt es seit kurzem einen Bundesliga-Youtube-Kanal. Die Plattform zeigt spektakuläre Videos, Clips und Tore für insgesamt eine Milliarde „Unique User“.

Weltweite Medienrechte

Überall auf der Welt können die Fans Bundesliga-Spiele live verfolgen. Die DFL hat die Medienrechte in alle 209 Fifa-Mitgliedsländer verkauft.

Bayern-Büro in New York

Der FC Bayern eröffnet im April ein eigenes Auslandsbüro in New York. Leiter der Dependance wird der ehemalige Puma- und Telekom-Manager Rudolf Vidal.

Nähe zum asiatischen Markt

Die DFL betreibt bereits seit 2012 eine Repräsentanz in Singapur. Diese Nähe zum wichtigen asiatischen Markt hat sich strategisch bewährt.

Zuschauerstarker Sport

42.000 Zuschauern sehen im Schnitt ein Bundesliga-Spiel. Damit belegt die Liga weltweit den zweiten Platz unter allen Profisport-Ligen. Besser ist nur die National Football League (NFL) mit einem Schnitt von 68.000 Besuchern.

Die Briten steigerten damit ihre Einnahmen in den vergangenen drei Jahren um sagenhafte 87 Prozent. Zum Vergleich: Die Bundesliga erlöste 2012/13 rund 72 Millionen Euro und legte damit um 53 Prozent zu. Sie liegt damit im europäischen Ranking allerdings immer noch abgeschlagen auf Platz vier hinter Spanien (150 Millionen) und Italien (117 Millionen).

Diese Rangfolge könnte sich aber bald ändern, denn in der globalen Vermarktung hat die Deutsche Fußball-Liga (DFL) jüngst einen wegweisenden Coup mit Rupert Murdoch gelandet. Ab der Saison 2015/16 werden die Spiele von Klubs wie FC Bayern, Schalke 04, Hertha BSC, 1899 Hoffenheim und Mainz 05 in allen Ländern Nord-/Lateinamerikas und in fast allen Ländern Asiens sowie in Italien, den Niederlanden und Belgien im globalen Sendernetzwerk von 21st Century Fox zu sehen sein.

Geschätztes Einnahmevolumen: 140 Millionen Euro. „Das ist für uns ein grandioser Schritt nach vorne“, sagt Jörg Daubitzer, Chef der DFL Sports Enterprises.

Insgesamt umfasst der Deal die Auswertung der DFL-Spiele in 80 TV-Märkten auf vier Kontinenten. Die Partnerschaft nützt beiden Seiten. „Die Bundesliga hat sich sowohl auf dem Platz als auch unternehmerisch zu einer der führenden Ligen im Weltfußball entwickelt“, erklärt James Murdoch, stellvertretender Geschäftsführer von 21st Century Fox.

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