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20.06.2011

10:31 Uhr

Ballack vs. Löw

Schlammschlacht zweier DFB-Ikonen

Eine Ära geht zu Ende, ein unschöner Streit beginnt: Nach dem erzwungenen Abschied Michael Ballacks aus der Nationalelf wirft dieser dem DFB sogar Lügen vor. Jogi Löw kontert - und Rudi Völler versucht, zu vermitteln.

Ballack und Löw auf einem Archivbild aus dem Jahr 2008. Auf Nationalmannschaftsebene werden sie nicht mehr zusammenkommen. Quelle: dpa

Ballack und Löw auf einem Archivbild aus dem Jahr 2008. Auf Nationalmannschaftsebene werden sie nicht mehr zusammenkommen.

Michael Ballacks unfreiwilliger Abschied aus der Nationalmannschaft ist zum schmutzigen Scheidungsdrama eskaliert. Dem langjährigen DFB-Kapitän droht nach dem öffentlichen Rosenkrieg vom Wochenende nun ebenso ein nachhaltiger Schaden wie Bundestrainer Joachim Löw und dem Deutschen Fußball-Bund (DFB). Den vorläufigen Höhepunkt des Zoffs lieferte Ballack am Sonntag mit einer „persönlichen Erklärung“, in der er Löw eine „Hinhaltetaktik“ vorwarf und DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach wegen angeblich unwahrer Aussagen angriff. Löw konterte umgehend und bekräftigte, er bleibe bei seiner Darstellung.

Zuvor hatte Niersbach den 98-maligen Nationalspieler bereits ungewöhnlich deutlich attackiert. Schon seit dem 30. März wisse Ballack, dass Löw ohne ihn plane, erklärte der DFB-Spitzenfunktionär via Verbands-Homepage.

Ballack holte daraufhin zum erneuten Gegenschlag aus. „Ich finde es schade, jetzt erneut Aussagen lesen zu müssen, die nicht der Wahrheit entsprechen und auf die ich reagieren muss“, verkündete Ballack in einer langen Presseerklärung, die von seinem Arbeitgeber Bayer Leverkusen verschickt wurde. Niersbach sei bei keinem der Gespräche dabei gewesen, die er mit dem Bundestrainer geführt habe, erklärte Ballack. „Wenn der Bundestrainer Wolfgang Niersbach erzählt haben sollte, er habe bei unserem Gespräch am 30. März zu mir gesagt: 'Micha, das war's für dich und lass das jetzt mal sacken', oder „Ich plane nicht mehr mit dir', dann ist das schlichtweg nicht wahr. Das genaue Gegenteil war der Fall.“

Laut Ballack habe Löw in dem Gespräch vermittelt, „dass er mich nach meinen Verletzungen wieder auf einem guten Weg sieht und durchaus daran glaubt, dass ich es in jedem Fall noch einmal schaffen kann, in die Nationalmannschaft zurückzukehren“. Löw habe ihn „motiviert und aufgefordert, nicht hinzuschmeißen“. Die „Hinhaltetaktik des Bundestrainers“ habe nicht zu Löws Aussagen gepasst. Zudem habe Teammanager Oliver Bierhoff im Frühjahr in einer TV-Sendung „sinngemäß“ gesagt, „dass man sich nicht alle Türen zuschlagen wolle und Michael Ballack noch sehr wichtig werden könne“.

Ballack erklärte erstmals öffentlich, dass er sich im Mai entschlossen habe, zurückzutreten, was er Löw und Niersbach auch mitgeteilt habe. „Wir vereinbarten, dass ich in der Sommerpause meinen Rücktritt selbst bekanntgeben dürfe. Ein genaues Datum, geschweige denn eine Frist, stand dabei nie zur Debatte“, so Ballack.

Kommentare (2)

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Hanstein

20.06.2011, 11:04 Uhr

Michael Ballak hat recht mit dem was er sagt.
Das Schmierentheater der Fußballmanager muss mal ein Ende haben. Michael mach weiter so. Lass Dir nicht den Mund verbieten.

bommel35

20.06.2011, 13:43 Uhr

zum ballack fällt mir nur ein: wer im glashaus sitzt,...usw. Das er in Deutschland einen polarisierenden Ruf hat, ist doch nachvollziehbar. er verkörpert den Fußballer, der gerne der Mittelpunkt in der Mannschaft sein wollte. Wäre er schon früher raus, dann hätte es schon bei der EM 2008 einen ungeahnten Höhenflug der Nationalelf gegeben. Vielleicht hätte man gerade da Spanien schlagen können, leider gabs noch keinen Müller und Lahm wäre wohl noch mit der Kapitänsbinde überfordert. Ich will damit sagen, Ballack hat eine Ära geprägt, aber leider ohne Titel und somit hängt der Deutschen Elf auch nach, dass sie trotz Kahn und Ballack oder auch Frings nur kämpferisch überzeugen konnten, aber ohne Titel glänzen konnten. Wenigstens Kahn konnte die CL holen. Ballack hätte nicht so aufs Geld schielen sollen, aber seine Berater handeln ja hier genauso schlau wie der von Klose. Wird auch übel für den letzten 'Alten' enden.

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