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14.01.2014

14:34 Uhr

Ballon d'Or

Ein Hauch von deutscher Dominanz

VonLisa Hegemann

Die Bundesliga bleibt ohne Weltfußballer: Statt Franck Ribéry wählte die Fifa Cristiano Ronaldo zum besten Fußballer des Planeten. Trotzdem zeigen die Entscheidungen insgesamt eine neue Sicht auf den deutschen Fußball.

Große Ehre für die Bayern: Mit Philipp Lahm (l.), Manuel Neuer (r.) und Franck Ribéry (2.v.r.) schafften es drei Akteure in die Auswahl der besten Elf. Ex-Trainer Jupp Heynckes wurde für die Triple-Saison als „Trainer des Jahres“ ausgezeichnet. ap

Große Ehre für die Bayern: Mit Philipp Lahm (l.), Manuel Neuer (r.) und Franck Ribéry (2.v.r.) schafften es drei Akteure in die Auswahl der besten Elf. Ex-Trainer Jupp Heynckes wurde für die Triple-Saison als „Trainer des Jahres“ ausgezeichnet.

Uli Hoeneß hat es ja schon vorher gewusst: Der Bayern-Präsident hatte bereits vor der Wahl zum Weltfußballer 2013 befürchtet, dass Franck Ribéry nicht gewinnen würde. Bei Sport1 sagte er: „Ich denke, dass er nicht gewinnt, weil es dem ein oder anderen nicht in die Politik passt, dass der FC Bayern alles gewinnt.“ Und tatsächlich wurde Ribéry nicht Weltfußballer, stattdessen nahm Reals Cristiano Ronaldo den Ballon d'Or unter Tränen in Empfang. Auch Lionel Messi, der in den vergangenen Jahren quasi ein Abonnement auf den Sieg bei der Fifa-Wahl hatte, landete noch vor dem Franzosen.

Ribéry wäre der erste Bundesliga-Spieler gewesen, der den Titel gewonnen hätte. Für den deutschen Fußball wäre dies sicherlich eine große Ehre gewesen. Doch auch so dominerte der deutsche Fußball die Wahl am Montagabend – und zwar deutlich. Abgesehen von der Kategorie „Weltfußballer des Jahres“ gewannen in drei anderen Kategorien deutsche Akteure: Jupp Heynckes wurde zum „Trainer des Jahres“ gewählt, Silvia Neid erhielt die Ehre bei den Frauen und Nadine Angerer kürte die Jury als erste Torhüterin zur „Weltfußballerin des Jahres“. Dass Deutschland im Frauenfußball alles abräumt, mag nicht überraschen. Doch auch im Männerfußball waren so viele deutsche Profis und Bundesliga-Akteure nominiert wie nie zuvor.

Mit Jupp Heynckes wurde nicht nur erstmals ein deutscher Übungsleiter ausgezeichnet – es war auch das erste Mal, dass überhaupt deutsche Trainer unter die besten Drei kamen. Neben Heynckes war auch BVB-Trainer Jürgen Klopp nominiert, er holte hinter Manchester-Legende Alex Ferguson den Bronze-Rang.

Auch in der Mannschaft des Jahres feierte die Bundesliga eine Premiere: Die drei Bayern-Spieler Manuel Neuer, Philipp Lahm und natürlich Franck Ribéry schafften es in die erste Elf. Noch nie zuvor kam überhaupt auch nur ein Bundesliga-Profi in die Fifa-Mannschaftsauswahl. Auch, wenn der FC Barcelona mit vier Spielern weiter die meisten Profis der besten Elf stellt, ist die Wahl ein Achtungserfolg für den Fußball hierzulande.

Von einer Wende zu sprechen, wäre sicherlich zu früh. Die neue Beliebtheit der Bundesliga beschränkt sich hauptsächlich auf die Spieler und die Funktionäre rund um den FC Bayern, auch wenn das deutsche Champions-League-Finale zwischen München und Dortmund sicherlich ebenfalls eine Rolle spielte. Aber am Ende zeichnete die Fifa auch dieses Mal lieber einen altbewährten Superstar als den mannschaftsdienlichen Franck Ribéry aus.

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