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05.03.2017

15:22 Uhr

Bayer Leverkusen

Trainer Roger Schmidt ist entlassen

Quelle:dpa

Chefcoach Roger Schmidt muss bei Bayer Leverkusen gehen. Einen Tag nach der herben Niederlage beim BVB reagieren die Verantwortlichen, schweren Herzens wie Rudi Völler beteuert. Einen Nachfolger gibt es noch nicht.

Trainer Roger Schmidt muss in Leverkusen gehen. Foto: Bernd Thissen dpa

Trennung

Trainer Roger Schmidt muss in Leverkusen gehen. Foto: Bernd Thissen

LeverkusenFußball-Bundesligist Bayer Leverkusen hat Trainer Roger Schmidt beurlaubt. Die Trennung vom Chef-Coach beschlossen die Vereinschefs auf einer Sitzung einen Tag nach der 2:6-Niederlage bei Borussia Dortmund. Schmidt, der am 13. März 50 Jahre alt wird, hatte Bayer im Sommer 2014 übernommen und noch einen Vertrag bis 30. Juni 2019. Seine Beurlaubung ist bereits die neunte in dieser Bundesliga-Saison.

„Angesichts der aktuellen sportlichen Entwicklung sind wir nach sehr ausführlicher Analyse und Beratung zu der Auffassung gelangt, dass eine Trennung zwar schmerzhaft, aber für die weitere Entwicklung und Zielerreichung von Bayer 04 unumgänglich ist”, erklärte Geschäftsführer Michael Schade. „Mir persönlich tut dieser Schritt sehr leid, denn wir haben Roger Schmidt viel zu verdanken.”

Nach dem zweimaligen Einzug in die Champions League hat Schmidt in dieser Bundesliga-Spielzeit die schlechteste Bayer-Saison seit 14 Jahren zu verantworten, und das trotz großer Investitionen vor der Saison. Von den vergangenen sieben Pflichtspielen verloren die Rheinländer fünf.

Nach Informationen der „Bild”-Zeitung will Bayer als Nachfolger am Montag zunächst einen Interimstrainer benennen.

Bayer gegen BVB: Reaktionen zu Roger Schmidt

Stefan Kießling (Bayer Leverkusen)

"Es war eine scheiß Situation und unnötig. Auch vom Schiedsrichter. Er hätte ja auch hingehen und es ihm sagen können. Im Endeffekt war es einfach blöd. Wir hatten schwere Beine, aber wir haben nichts zugelassen. Dann kriegst du so ein scheiß Tor und verlierst deswegen. Dass man sich da aufregt, das ist doch normal."

Christoph Kramer (Bayer Leverkusen)

"Der Freistoß war ein paar Meter weiter hinten, daher kann ich den Ärger verstehen. Ich finde, dass der Schiedsrichter es dem Trainer hätte persönlich sagen können. Es war wohl ein Kräftemessen und damit auch unnötig brisant. Ich habe einen klaren Handelfmeter gesehen. In der Szene kann man von einer Benachteiligung reden."

Thomas Tuchel (Trainer Borussia Dortmund)

Zur strittigen Freistoßentscheidung: "Natürlich ist es ein Foul. Der Abstand liegt wahrscheinlich im Ermessensspielraum. Ich denke, dass es so okay ist. Es gab aber auch schon Entscheidungen, in denen es zurückgepfiffen wurde. Wenn der Schiedsrichter die Elfmeterszene so sieht, dann kann und dann wird er es wohl so pfeifen."

Mats Hummels (Borussia Dortmund)

Zum Handspiel im Dortmunder Strafraum: "Wenn die Hand so weggestreckt ist, dann können wir uns nicht beschweren, wenn er ihn gibt. Wenn ich das so sehe und der Schiedsrichter Elfmeter gepfiffen hätte, dann hätte ich auf keinen Fall gesagt, das ist eine Fehlentscheidung."

Schiedsrichter-Experte Peter Gagelmann (1)

"Grundsätzlich ist es so, dass der Spielführer immer der Ansprechpartner für den Schiedsrichter ist. Der Trainer wird dann genauso behandelt wie ein Spieler, d.h. wenn er das Spielfeld nicht verlassen will, dann droht man mit dem Spielabbruch. Das hat der Felix Zwayer gemacht und das ist der normale Weg."

Gagelmann (2)

"Es ist schade, dass der Fußball nicht mehr im Vordergrund steht, sondern man über solche Dinge diskutieren muss, wenn ein Trainer sich so verhält. Ich finde es respektlos dem gesamten Fußball gegenüber."

Gagelmann (3)

"Wir haben am Sonntag tausende von Fußballspielen in der Kreisklasse, wo es häufig Spielabbrüche gibt. Wenn Trainer in der Bundesliga schon den Anweisungen der Schiedsrichter nicht folgen, dann finde ich das sehr traurig und schade. Das ist nicht gut für den gesamten Fußball. Felix Zwayer wird jetzt eine Meldung im Spielbericht machen und alles Weitere geht dann über den Kontrollausschuss."

Gagelmann ist Schiedsrichter und Experte beim TV-Sender Sky

Schiedsrichter Felix Zwayer

"Ich habe versucht, mehrmals Einfluss zu nehmen, dass der Leverkusener Trainer Roger Schmidt den Innenraum verlässt. Da dem nicht Folge geleistet wurde, blieb mir keine andere Wahl, als das Spiel zu unterbrechen", sagte der Unparteiische aus Berlin.

Zwayer zur Konterchance

Schmidt hatte sich darüber echauffiert, dass der BVB Sekunden vor dem Dortmunder Siegtor einen Freistoß zu weit vorne ausgeführt habe. "Es liegt im Ermessen des Schiedsrichters, drei, vier, fünf Meter weiter entfernt ausführen zu lassen, weil eine Konterchance unterbunden wurde", sagte Zwayer dazu.

SID-Kommentar

"Was der 48-Jährige nach dem Abpfiff als Sturheit seinerseits bezeichnete, war in Wahrheit eine Mischung aus Arroganz und Dummheit. Die Ignoranz gegenüber dem Spielleiter, der den Bayer-Coach durch den vierten Offiziellen zuvor schon eindringlich ermahnt hatte, ist kaum noch zu überbieten."

Schiedsrichtermanager Krug

DFL-Schiedsrichtermanager Hellmut Krug hält nach dem Eklat beim Bundesliga-Spiel in Leverkusen eine Verbannung von Bayer-Trainer Roger Schmidt für mehrere Spiele für möglich. „Das wird ein Fall für den Kontrollausschuss. Eine längere Sperre für Roger Schmidt ist durchaus denkbar“, sagte der Spitzenfunktionär der Deutschen Fußball Liga der „Bild“-Zeitung (Montag).

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