Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.04.2006

12:33 Uhr

Michael Ballack verdient auch als Werbeträger ein stattliches Sümmchen. Foto: dpa

Michael Ballack verdient auch als Werbeträger ein stattliches Sümmchen. Foto: dpa

Beim FC Bayern München ist sich Manager Uli Hoeneß sicher, den Grund für den bevorstehenden Wechsel von Mittelfeldstar Michael Ballack zu kennen. "Es war immer klar, dass es Michael nicht darum ging, eine neue Sprache oder eine neue Kultur kennenzulernen, sondern eine neue Währung. Es ging eindeutig nur ums Geld", betonte Hoeneß in einem Interview im Fachmagazin Kicker. Deshalb habe man auch nie versucht, den Nationalmannschafts-Kapitän umzustimmen. "Es wäre ja lächerlich, wenn wir vom FC Bayern gegen einen Herrn Abramowitsch antreten wollten", ergänzte der Manager, der fest von einem Wechsel Ballacks zum FC Chelsea ausgeht.

Dennoch sei er nicht über den 29-Jährigen verärgert. "Ich habe überhaupt keine Ressentiments gegen Michael. Ich habe absolut kein Problem damit, wenn sich ein Spieler nach vier Jahren beim FC Bayern verändern will", sagte Hoeneß. Allerdings schränkte der 54-Jährige ein: "Aber dann soll er auch total ehrlich sein und sagen: Ich gehe, weil ich mehr Geld verdienen will." Das sei es ja auch, was die Fans dem Mittelfeldspieler vorwerfen. "Dass er seine Entscheidung offensichtlich schon lange getroffen hat und ewig rumlaviert."

Trotz dieser unverhohlenen Kritik, meinte Hoeneß, werde er "kein Öl ins Feuer gießen". Sollten die Bayern-Fans Ballack wie bereits im jüngsten Heimspiel gegen den 1. FC Köln auch gegen Arminia Bielefeld am kommenden Samstag, "werden wir dagegen vorgehen. Denn das ist nicht der Stil des FC Bayern. Michael wird einen schönen Abschied bei uns bekommen".

Zugleich teilt der Manager die Ansicht des Vorstands-Vorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge, dass Ballack das Ideal eines Führungsspielers nicht habe erfüllen können. "Das ist so ein Traum von uns - wir wollen manchmal den perfekten Spieler: Einen, der selbst gut spielt und dazu über den eigenen Tellerrand hinausblickt, der den jungen Spielern die Hand reicht, auf dem Platz die Richtung angibt, sich darüber hinaus an der Mannschaftspolitik beteiligt und sich für die anderen einsetzt", sagte Hoeneß. Paul Breitner sei so gewesen, Sören Lerby in Teilen und Stefan Effenberg. "Dies hat bei Michael Ballack vielleicht gefehlt."

© SID

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×