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04.11.2014

09:53 Uhr

Bayern gegen BVB

Reus erlebt auf Facebook sein Waterloo

VonThomas Schmitt

Fußball-Fans können grausam sein. Und so ehrlich. Das erlebt der Dortmunder Marco Reus auf seiner Facebook-Seite – vor und nach dem Spiel gegen die Bayern. Die Bosse beider Vereine streiten gleichzeitig munter weiter.

Jürgen Klopp verzweifelt

Unfassbar: BVB steht offiziell auf Abstiegsplatz

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DüsseldorfDer Fußballer Marco Reus ist eine große Nummer auf Facebook. Fast elf Millionen Fans finden seine Seite gut. Wenn er in dem sozialen Netzwerk was schreibt, dann wird es wahrgenommen. Doch manchmal kann der Schuss auch ganz schön nach hinten losgehen, so wie am Freitag, einen Tag vor dem wichtigen Spiel seines BVB gegen den FC Bayern.

Seit Monaten wird spekuliert, ob und wann Reus seinen Arbeitgeber wechselt. Denn er hat in seinem Vertrag bei Dortmund eine Ausstiegsklausel. Angeblich würde er nur 25 Millionen Euro kosten, wenn er denn will. Der BVB hat ihm schon einen viel besseren Vertrag angeboten. Doch Reus zögert und zaudert. Oder er pokert. Keiner weiß das.

Und genauso unentschlossen und vage liest sich daher, was der begehrte Fußballer und geniale Stürmer am Freitagmittag auf seine Facebook-Seite setzte. Im Moment machten sich andere Menschen weitaus mehr Gedanken über seine Zukunft machen, als er das tue, stellt er fest.

Das Millionenspiel um Marco Reus

Gerüchte

Monatelang jagte ein Gerücht das nächste. Geht Marco Reus zu den Bayern, Manchester City, Real Madrid oder Barcelona? Oder bleibt er in Dortmund? Und zu welchen Bedingungen? Es ging um viele Millionen.

Stand: Februar 2015

Marktwert

Der Marktwert von Marco Reus beträgt derzeit rund 50 Millionen Euro. Damit ist er neben Thomas Müller und Mario Götze einer der wertvollsten deutschen Spieler. In Europa zählt er zu den Top20 der Hotspots.

Ausstiegsklausel

Marco Reus hatte eine Ausstiegsklausel in seinem alten BVB-Vertrag. Diese hätte es ihm erlaubt, für 25 Millionen Euro am Ende der Saison 2014/15 zu wechseln. Damit wäre er für jeden neuen Verein ein Schnäppchen gewesen – gemessen am Marktwert.

Gehaltsangebot

Borussia Dortmund kaufte ihm im Februar 2015 die Ausstiegsklausel ab und konnte Marco Reus damit bis 2019 fest an den Verein binden. Darauf ist Reus nach langem Überlegen eingegangen.

Gehaltspoker

Der BVB köderte nach Informationen von „Bild“ seinen Spieler angeblich mit einem Mega-Gehalt von 12 Millionen Euro. Im „Focus“ war von zehn Millionen Euro pro Jahr die Rede. Und Manchester City soll angeblich sogar 13 Millionen Euro pro Jahr geboten haben, berichtete „Bild“. Laut sid soll Reus nun rund acht Millionen Euro pro Jahr verdienen.

Sprengsatz

Reus ist nun wohl zum absoluten Spitzenverdiener beim BVB aufgestiegen. Gleichzeitig sprengt sein Gehalt womöglich jedoch das aktuelle Gefüge. So viel - wie in der Presse vermutet - konnte ein Fußballspieler in Deutschland bisher nur bei Bayern München verdienen.

Gehaltssprung

Bisher verdiente Reus mit Hinweis auf das Jahr 2013 angeblich rund vier Millionen Euro pro Jahr beim BVB. Schon damit war er einer der Spitzenverdiener im Kader. Der BVB nannte keine Zahlen, sondern gab nur den Hinweis: Anderswo hätte Reus ein Gehalt bekommen können, das in Richtung des Doppelten gegangen wäre.

Und die Bayern?

Klar ist, dass sie über Reus nachdachten. Doch dann zogen sie sich auch frühzeitig öffentlich zurück.

Gewaltiger Bayern-Etat

Die Ausgaben für Spieler steigen bei den Bayern gewaltig. Waren es 2012/13 noch 125 Millionen und 2013/14 bereits 140 Millionen, so sollen es aktuell laut „Bild“ schon 160 Millionen Euro sein.

Topverdiener in München

Die Top-Verdiener in München sind laut „Bild“: Franck Ribéry, Philipp Lahm, Mario Götze. Alle sollen jeweils 12 Millionen Euro pro Jahr erhalten.

Mickriger BVB-Etat

Die Dortmunder wirken dagegen bisher wie ein Waisenknabe. In der Bundesliga liegt der BVB mit einem Lizenzspieleretat von 73 Millionen Euro in dieser Saison sogar nur auf Platz 4 in der Bild-Rangliste. Also nicht einmal die Hälfte des Bayern-Etats.

Mit absoluter Sicherheit stimme nur: Er will mit dem BVB in München drei Punkte holen. Und dann am liebsten auch noch gegen Galatasaray Istanbul, Borussia Mönchengladbach, Paderborn und Arsenal gewinnen. Dies und die beiden Länderspiele seien „im Moment alles, was für mich zählt!“, schreibt der Spieler. Die Reaktion auf Facebook darauf lässt nicht lange auf sich warten.

Innerhalb von vier Tagen drücken mehr als 85.000 Personen – und damit mehr Menschen als in das Dortmunder Stadion hineinpassen – auf den Button „Gefällt mir“. Ob ihnen das wirklich gefällt? Das bleibt unklar, da sich sich die Masse nicht äußert. Aufschlussreicher ist dagegen die ungewöhnlich hohe Zahl an Kommentaren, die sich unter den Worten von Reus finden. Mehr als 6700 sind es bis zum Dienstagmorgen. Viele davon sind alles andere als zimperlich. „Das ist kein Dementi. Er wird Dortmund verlassen Richtung München, Madrid oder London. Wer wechselt nicht bei mehr Gehalt?“, schreibt ein Nutzer zum Beispiel.

Viele böse Worte fallen da auf Facebook. „Wenn du zu den Drecks Bayern gehst bist du genauso ein Arsch wie der scheiss Götze und der verräter Lewandowski!!!!!!!", meinte eine Nutzerin noch am Dienstag. Der Frust ist groß wegen der Unsicherheit in Sachen Reus - und das nicht nur bei den Fans, sondern auch im BVB-Management.

Kommentare (2)

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Herr Tom Schmidt

03.11.2014, 14:44 Uhr

Watzke wird zum Problem für Dortmund. Sein Sky-Interview war ja noch in Ordnung. Dann hat die Schlagzeile "Watzke sehnt sich nach Uli" (auch nicht kollegial) vorm Spiel nicht gezogen... und dann musste er das mit der "Heuchelei" noch mal nachlegen. Somit ist auch klar, dass es ihm um Ruhe in Sachen Reus nicht wirklich geht (Heuchelei?). Watzke wird so weiter machen... und immer wird er erzählen die anderen hätten angefangen... naja sei´s drum. Entscheidender ist, dass er jetzt mal seinen Beitrag dazu leistet, dass Dortmund aus der Krise kommt! Er agiert öffentlich immer unglücklicher, er muss sich jetzt mal auch hinter die zweite Reihe seiner Spieler stellen und die stark machen. Auch die können ganz vorne spielen!!! Watzke erzählt ihnen immer das Gegenteil, kaum hat sich ein Stammspieler des BVB verletzt, schon kommt das Geheule, man könne so nicht Deutscher Meister werden. Das sitzt! Jetzt kommts noch heftiger: " die Borussia zu „zerstören“ schon „ganz weit gekommen“, fügte Watzke an". Die Mannschaft erfährt also, dass ihr Boss sie als weitgehend zerstört ansieht... Na das hilft!

Bremen hatte mit Lemke ein ähnliches Problem, der hat auch immer mit seiner schwarzen 0 kommuniziert, dass er die Mannschaft für nicht gut genug hält. Die neuen Trainer haben sich hinter die Mannschaft gestellt und ihnen öffentlich vertraut... schon kam eine Reaktion. Übrigens, letzte Saison zeigte Bayern ein ähnliches Verhalten: Peps Aussrpuch, dass die Bundesliga vorbei sei... Ergebnis war die Minikrise mit den Niederlagen gegen Madrid.

Dortmund hat zusätzlich das Problem, dass sie nicht schlecht spielen, aber sie können in der Liga nicht das Spiel machen. Darum sind sie auf CL-Niveau gut und können gegen halten, aber gegen eine Mannschaft die sich auf ihr Spiel eingestellt hat und sie anrennen läßt hapert es zu Zeit.

Herr wulff baer

04.11.2014, 08:17 Uhr

Die Bayern habens bald geschafft.

Wenn sie den letzten guten Kicker vom BVB abgeworben haben, kehrt gähnende Langeweile in den Liga-Fußball ein.

Genauso wie Vettel mit einem überlegenen Auto viermal Weltmeister geworden ist, und schon bei seinen Siegen ausgepfiffen wurde, wird man dann in Zukunft 90 Minuten eintöniges Kurzpass-Spiel der Millionärs-Multi-Kulti-Truppe ertragen müssen - Deutscher Meister for ever.

Jetzt müssen die Bayern nur noch die Aktien-Mehrheit vom BVB aufkaufen, das Stadion verhökern und den Rest der Spieler verkaufen.

Für diese Finanztransaktionen würde auch hilfreich der größte bayrische Steuer-Kriminelle sein breites Wissen zur Verfügung stellen.

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