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07.02.2017

23:41 Uhr

Bayern-Kapitän steigt aus

Philipp Lahm beendet Karriere im Sommer

Das Sportliche geriet in den Hintergrund: Bayern-Kapitän Lahm hat nach dem 1:0 im Achtelfinale des DFB-Pokals gegen den VfL Wolfsburg sein Karriereende für den Sommer angekündigt. Auch Sportdirektor will er nicht werden.

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MünchenPhilipp Lahm hat seine Abschiedstournee mit dem Viertelfinaleinzug im DFB-Pokal begonnen. Nach dem 1:0 (1:0) über den VfL Wolfsburg verkündete der Weltmeister-Kapitän am Dienstagabend, dass er seine große Karriere am Saisonende ein Jahr vor Auslaufen seines Vertrags beenden werde. „Ab Sommer bin ich Privatier“, sagte der 33-Jährige. Damit schloss er auch einen Wechsel auf den Posten des Sportdirektors „zum jetzigen Zeitpunkt“ aus. „Wir werden sehen, was in Zukunft ist.“

Bayern-Präsident Uli Hoeneß hatte noch kurz zuvor konkrete Aussagen über Berichte der „Sport Bild“ und des TV-Senders Sky vermieden. „Ich kann das jetzt nicht bestätigen“, sagte er in der ARD und bei Sky. Es seien mit Lahm und dessen Berater Absprachen getroffen worden. „Wir halten uns daran“, meinte der Club-Chef. „Ich habe immer gesagt, dass ich das Ende selbst bestimmen will“, sagte Lahm und betonte: „Es sind jetzt noch ein paar Monate, und ich hoffe, dass die erfolgreich sind.“

Die nächste Hürde zum neuerlichen Pokal-Erfolg nahm der FC Bayern, auch ohne dass er einen großen Auftritt hinlegte. Douglas Costa (17. Minute) entschied gegen einen spät aufgewachten VfL Wolfsburg das erste Münchner K.o.-Spiel des Jahres. „Die letzten zehn Minuten war noch spannend. Aber letztlich war es ein verdienter Sieg“, sagte Hoeneß.

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Die Bayern um Rückkehrer Thiago wurden auf dem Weg Richtung 22. Endspiel im Cup-Wettbewerb vor 73 500 Zuschauern erst in der Schlussphase gefordert. Bis zur Champions-League-Kraftprobe in einer Woche zu Hause gegen den FC Arsenal muss sich der deutsche Fußball-Meister noch steigern. „Wenn wir drei Spiele pro Woche haben und in den Rhythmus kommen, werden wir wieder besser spielen“, sagte Hoeneß.

Am Tag nach der Rückkehr von Hoeneß an die Spitze des Aufsichtsrates behielten die Münchner sportlich im sechsten Pokal-Aufeinandertreffen mit Wolfsburg seit 1997 die Oberhand gegen die Niedersachsen. Entspannt kann Trainer Carlo Ancelotti nun auf die Auslosung am Mittwoch blicken. In den vergangenen sieben Jahren erreichten die Bayern, die 2017 in drei Wettbewerben weiter Titelchancen haben, mindestens das Halbfinale des DFB-Pokals.

Die Rückkehr des anstatt Thomas Müller eingesetzten Thiago verhalf dem Münchner Spiel zu mehr Struktur im Mittelfeld. Mit dem Einsatz des Spaniers, dem nach seiner Oberschenkelverletzung beim ersten Auftritt des Jahres natürlich die fehlende Spielpraxis anzumerken war, komplettierte Ancelotti auch die Aufstellung vom 3:0 im Dezember gegen Leipzig.

Von dem starken Auftritt aus dem Bundesliga-Spitzenspiel vor sieben Wochen sind die Bayern jedoch weiter deutlich entfernt. Die Präzision im Passspiel war im Vergleich zum Schalke-Spiel (1:1) zwar verbessert, aber es fehlte offensiv die Durchschlagskraft gegen die mit einer Fünferkette verteidigenden Wolfsburger. Chancen der Niedersachsen ließen die Münchner dank besserer Balance allerdings fast nicht zu.

Der gegen Schalke noch enttäuschende Costa entschied diesmal früh die Partie zugunsten der Bayern. Der Brasilianer, der zuletzt betont hatte, „nicht komplett glücklich“ in München zu sein, fasste sich aus rund 20 Metern ein Herz. Sein Landsmann Luiz Gustavo im VfL-Trikot fälschte den Ball ab; Torhüter Koen Casteels war schon in die andere Richtung unterwegs. Den Belgier hatte Trainer Valérien Ismaël anstelle von Kapitän Diego Benaglio ins Tor beordert, der in der Liga vor zwei Monaten beim 0:5 gleich fünfmal hinter sich greifen musste.

Nach dem Seitenwechsel traten die Münchner, die gegen Carl Zeiss Jena (5:0) und den FC Augsburg (3:1) weiterkamen, dynamischer auf. Von Wolfsburg ging erst nach den Einwechselungen von Yunus Malli und Mario Gomez etwas mehr nach vorne.

Die Bayern um Aktivposten Costa hatten ein paar halbe Chancen oder versuchten es aus der Distanz. Robben fehlte nach Zuspiel von Costa nicht viel zum 2:0 (78.). Kurz vor dem Ende durfte sich auch Bayern-Torwart Manuel Neuer auszeichnen, als er erst gegen Malli (83.) und dann gegen Daniel Didavi (85.) stark reagierte. „Dafür ist er da“, sagte Hoeneß über seinen Keeper.

Von

dpa

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