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17.04.2012

18:25 Uhr

Bayern München gegen Real Madrid

Cash-Maschine schlägt Festgeldkonto

VonIngmar Höhmann, Frederic Spohr

Die Führung des FC Bayern München prognostiziert seit Jahren, dass sich Real Madrid verzockt. Doch bis jetzt zahlte sich die Risikobereitschaft der Spanier stets aus. Real gibt zwar viel aus, nimmt aber auch viel ein.

Der Pokal der Champions League auf dem Stadionrasen. Reuters

Der Pokal der Champions League auf dem Stadionrasen.

KölnUli Hoeneß ist ein Mann der Prinzipien. Auch wenn es bedeutet, dass er verliert. „Ich wäre nur stolz, mit Bayern die Champions League zu gewinnen, wenn wir dabei Profit machen“, sagte der Präsident des FC Bayern kürzlich in einem Interview. Die Kritik richtete sich gegen den Halbfinalgegner Real Madrid und den FC Barcelona.

Es ist das klassische Bild, dass das Management der Bayern seit Jahren zeichnet: Die Münchener sind die solide wirtschaftenden, ehrbaren Kaufmänner. In Spanien hasardieren dagegen wilde Zocker, die ihre eigene Zukunft und die des Profifußballs aufs Spiel setzen.

Bald beginne jedoch eine goldene Zeit: In den nächsten Jahren greifen nach und nach die verschärften „Financial Fairplay“-Regeln des europäischen Fußballverbands Uefa. Sie setzen dem Schuldenmachen enge Grenzen und würden daher „die Zukunft des Fußballs entscheidend verändern“, sagte Hoeneß.

Sportbusiness-Experten sehen für Real keine Gefahr. „Real Madrid wird auch in Zukunft weiter wachsen“, sagt Stefan Ludwig, der bei dem Prüfungs- und Beratungsunternehmen Deloitte den Profifußball analysiert. „Denn Real finanziert seine hohen Ausgaben durch hohe Einnahmen.“

So verdiente Bayern München im Geschäftsjahr 2010/2011 sein Geld

Ticketerlöse

Die Allianz Arena ist regelmäßig ausverkauft. Obwohl die Bayernweniger Heimspiele hatten als in der Vorsaison, konnten sie ihre Ticketeinnahmen um acht Prozent auf 72 Millionen Euro steigern. Grund: Höhere Kartenpreise und attraktivere Gegner im DFB-Pokal.

TV-Vermarktung

In der vergangenen Saison war die Champions League für Bayern schon nach dem Achtelfinale beendet. In der Vorsaison war München bis ins Finale gekommen und verdiente so dank internationaler TV-Einnahmen rund zwölf Millionen Euro mehr. Insgesamt sanken die TV-Erlöse im Vergleich zur Vorsaison um 14 Prozent auf 72 Millionen Euro.

Werbung, Merchandising und Sonstiges

Bayern verdient in diesem Bereich mehr als jeder andere europäische Top-Verein. Insgesamt flossen 178 Millionen Euro in die Kasse der Münchener, drei Prozent mehr als in der Saison 2009/2010. Die Unternehmensberatung Deloitte rechnet hier auch in Zukunft mit guten Ergebnissen. Mit den wichtigen Partnern Audi und Adidas hat der Klub langfristige Verträge geschlossen.

Außerdem wachse der Umsatz des Vereins sehr schnell. Man könne deswegen nicht sagen, dass der Verein kein nachhaltiges Geschäftsmodell verfolge. Und auch das Financial Fairplay der Uefa werde Madrid nicht aufhalten. „Ich sehe da eher die Probleme bei italienischen Vereinen, aber nicht bei Real.“

Die Wahrheit ist: Der Klub aus der spanischen Hauptstadt ist eine echte Geldmaschine. Seit Jahren führt Madrid die Liste der umsatzstärksten Fußballteams an. Einzig und allein der Erzrivale FC Barcelona macht den Madrilenen Konkurrenz. Real Madrid hat seit 1999 seinen Umsatz im Schnitt pro Jahr um 14 Prozent steigern können. Zuletzt flossen im Geschäftsjahr 2010/2011 stattliche 480 Millionen Euro nach Madrid.

So verdiente Real Madrid im Geschäftsjahr 2010/2011 sein Geld

Ticketerlöse

Über 80.000 Zuschauer passen ins Estadio Santiago Bernabéu – doch es ist nicht immer ausverkauft.2010/2011 lag der Zuschauerdurchschnitt nur bei etwa 66.000 und damit noch unter dem Schnitt in der Saison 2009/2010. Damals war der Verein außerdem Gastgeber des Champions-League-Finals. Die Ticketerlöse sanken deswegen um vier Prozent auf 124 Millionen Euro.

TV-Vermarktung

Der größte Posten bei Real: 183,5 Millionen Euro an Fernsehgeldern haben die Königlichen eingenommen. Das sind 16 Prozent mehr als in der Vorsaison. 2011stand Madrid im Halbfinale der Champions League und bekam 39 Millionen Euro von der Uefa. Der größte Teil der Einnahmen stammt jedoch von der Produktionsfirma Mediapro, an die Real die Übertragungsrechte verkauft hat. Der Vertrag läuft noch bis zur Saison 2013/2014.

Werbung, Merchandising und Sonstiges

Nachdem FC Bayern hat Real hier die größten Einnahmen in ganz Europa. Insgesamt sicherten sich die Spanier 172 Millionen Euro. Wichtige Partner sind der Wettanbieter Bwin und Ausrüster Adidas. Seit dieser Saison unterstützt außerdem die Fluglinie Emirates den Verein.

Der FC Bayern kann da wirtschaftlich nicht mithalten. Mit 321,5 Millionen Euro nahm der Verein in der vergangenen Saison ein Drittel weniger ein als Real. Die Unterschiede zeigen sich auch in der Bewertung der Teams. Der gesamte Kader der Königlichen hat derzeit einen geschätzten Marktwert von rund 542 Millionen Euro. Die Kicker der Bayern bringen es nur auf einen Gesamtpreis von 360 Millionen Euro. Entsprechend höher sind zwar auch die Gehaltskosten für die Spanier. Aber: „Real kann sich das teure Personal auch leisten“, sagt Ludwig.

Kommentare (3)

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micha

18.04.2012, 15:19 Uhr

meines erachtens ein bericht jenseits von gut und böse...werden die undurchsichtigen machenschaften der madrilenen auch noch angepriesen und gelobt. eine verurteilung der mafiösen strukturen wäre wohl angebrachter!!!

DERRichter

18.04.2012, 17:55 Uhr

Auch die spanische Immobilienblase schwoll an und an, ehe sie endgültig platzte. Dann aber war Holland in Not. GUt möglich, dass es Real Madrid genauso gehen wird. Zuviel Jubel auf Madrids Königliche ist deshalb fehl am Platz.

john

18.05.2012, 15:05 Uhr

Leider wird viel zu wenig Blick auf die Ausgaben (u.a. Gehälter, Ablösesummen, Handgelder etc.) und Schuldensituation gelegt. So wirkt der ganze Artikel einfach nur wie ein Loblied auf das Geschäftsbegahren von Real.

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