Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.05.2012

20:33 Uhr

Bayern München

Wohin geht die Reise des Jerome Boateng?

VonThorsten Giersch

Im Pokalfinale lieferte Jerome Boateng eine katastrophale Leistung ab. Im Champions-League-Finale kommt dem Nationalspieler nun eine entscheidende Rolle zu. Doch Boateng hat schon mehr Druck ausgehalten. Ein Portrait.

Eine Szene, die sich gegen Chelsea nicht wiederholen darf: Jerome Boateng foult den Dortmunder Jakub Blazcscykowski - mit dem Elfmeter danach gehen die Dortmunder in Führung. Reuters

Eine Szene, die sich gegen Chelsea nicht wiederholen darf: Jerome Boateng foult den Dortmunder Jakub Blazcscykowski - mit dem Elfmeter danach gehen die Dortmunder in Führung.

BerlinEs war ein Moment der Unbeherrschtheit. Einer von der Sorte, wie sie Jerome Boateng früher häufiger erlebt hatte: Kurz vor der Halbzeit des Pokalfinales senst er den Dortmunder Jakub Blazcscykowski im Strafraum gnadenlos um. Der fällige Elfmeter bringt den BVB 2:1 in Front – die Wende in diesem Spiel, das bis dahin gar nicht schlecht für die Münchener lief. Boateng erholt sich von dieser Szene nicht mehr. Die Sicherheit ist dahin. In der zweiten Halbzeit macht er eines seiner schlechtesten Saisonspiele.

Was für ein Glück, dass er schon Samstag Jerome Boateng alles wieder gutmachen kann. In München steigt das Finale der Champions League gegen den FC Chelsea. Der gebürtige Berliner wird wieder aufstehen, wie er es immer gemacht hat in seiner wechselreichen Karriere. Er will allen beweisen, dass er nicht der unbeherrschte Käfig-Kicker ist.

Aber selbst das Finale am Samstag ist nicht das spektakulärste Spiel in Boatengs Karriere. Das fand im Sommer 2010 statt. Eine Partie, wie sie die Fußballwelt noch nicht gesehen hatte: Zwei Brüder betreten gleichzeitig den Platz bei einem Spiel einer Weltmeisterschaft – und sie tragen unterschiedliche Trikots. Jerome Boateng für Deutschland, Kevin Prince Boateng für Ghana.

Diese Geschichte der WM 2010 in Südafrika ging um die Welt. Was dahinter steckt, was die Biografien der beiden Brüder aus Berlin wirklich so aufregend macht – das hat der Sportjournalist Michael Horeni in einem sehr gelungenen Buch aufgeschrieben.

Horeni ist Fußballfachmann, wie es ihm in Deutschland nicht allzu häufig gibt. Aber er hat eben auch diese politische und gesellschaftliche Weitsicht, um das Thema mit dem notwendigen Ernst anzugehen. Denn die Geschichte der beiden Boatengs ist auch die ihres älteren Bruder George.

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

effe

19.05.2012, 10:55 Uhr

Ist der arme J.Boateng nicht derjenige, der aufgrund seines armen Migrantenstatuses, in Berlin an Autos die Spiegel abgetreten hat, verurteilt wurde und sich trotzdem standhaft weigerte, den Schaden zu begleichen und bis zum Strafbefehl geleugnet hat.?
Das sind Vorbilder für unsere Jugend,diese Vorbilder bringen unseren Staat weiter.

WilmaSeen

19.05.2012, 18:10 Uhr

Liest eigentlich niemand Korrektur?

rebeka

21.05.2012, 10:11 Uhr

An effe,
"Ist der arme J.Boateng nicht derjenige, der aufgrund seines armen Migrantenstatuses, in Berlin an Autos die Spiegel abgetreten hat,"
NEIN IST ER NICHT, BITTE ERST RICHTIG INFORMIEREN UND DANN VERURTEILEN.
AUCH SIE KÖNNEN VORBILDLICH VORGEHEN

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×