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02.05.2015

20:29 Uhr

Bayern-Niederlage gegen Bayer

Leverkusen schlägt Peps Not-Elf

Gegen Leverkusen musste Bayern-Trainer Pep Guardiola nach vielen Ausfällen ordentlich improvisieren. Dabei setzte er auf mehrere Nachwuchs-Kicker. Leverkusen wusste das zu nutzen, die Werkself war klar besser.

Leverkusens Karim Bellarabi (l) und Bayerns Rico Strieder versuchen den Ball zu spielen. Pep Guardiola holte den Nachwuchs-Kicker aus der U23. dpa

Bayer Leverkusen - Bayern München

Leverkusens Karim Bellarabi (l) und Bayerns Rico Strieder versuchen den Ball zu spielen. Pep Guardiola holte den Nachwuchs-Kicker aus der U23.

LeverkusenBayern München hat mit einem 0:2 (0:0) bei Bayer Leverkusen die Generalprobe für den Champions-League-Hit gegen den FC Barcelona verpatzt - sich mit einem B-Team aber nicht komplett blamiert. Die Werkself holte dagegen vor 31 210 Zuschauern mit dem Sieg durch die Tore von Hakan Calhanoglu (55.) und Julian Brandt (81.) gegen den feststehenden deutschen Fußball-Meister drei wichtige Punkte im Kampf um Bundesliga-Platz drei mit Borussia Mönchengladbach.

Die Gladbacher spielen am Sonntag bei Hertha BSC und empfangen sechs Tage später die Leverkusener zum wohl richtungsweisenden Duell um den direkten Einzug in die europäische Königsklasse.

Bayern-Cheftrainer Pep Guardiola hatte nach dem Aus im DFB-Pokal erwartungsgemäß seine Mannschaft stark verändert - angesichts der zahlreichen Verletzten wie Arjen Robben, Franck Ribéry und Robert Lewandowski und mit Blick auf den wichtigen Halbfinal-Auftritt im Camp-Nou-Stadion von Barcelona am Mittwoch. Erst gar nicht mit nach Leverkusen reisten die Weltmeister Thomas Müller und Jerome Boateng. Für den verletzten Robert Lewandowski stürmte Claudio Pizarro. Außerdem stand nach fast acht Monaten Verletzungspause erstmals Javier Martinez wieder in der Startelf. Sein Bundesliga-Debüt gab zudem der Regionalliga-Spieler Rico Strieder.

Der 31. Spieltag im Überblick

SC Freiburg – SC Paderborn 07 1:2

Im ersten Durchgang tut sich Freiburg anfangs schwer, wird dann aber immer stärker und geht kurz vor der Pause verdient in Führung. Mit seinem siebten Tor im neunten Spiel trifft Nils Petersen in Minute 40 zum 1:0-Pausenstand. Nach dem Seitenwechsel bauen die Badener nach ordentlichem Beginn ab, Paderborn beißt sich fest und kommt nach 70 Minuten durch Rupp zum Ausgleich. Der erweist sich als absoluter Wirkungstreffer für die Freiburger, die vollkommen verunsichert wirken und sich zehn Minuten später auch noch das 1:2 durch Rupps zweiten Treffer eingangen. Die Gastgeber drängen zum Ende hin noch auf den Ausgleich, können die Pleite letztlich aber nicht mehr abwenden.

SV Werder Bremen – Eintracht Frankfurt 1:0

Die Partie ist lange offen. Beide Teams spielen voll auf Angriff und riskieren dabei auch instabile Defensivreihen. In der zweiten Hälfte reisst Bremen dann das Spiel an sich und geht durch Davie Selke (66.) auch verdient in Führung. Frankfurt schafft es danach nicht mehr die Gastgeber ernsthaft zu gefährden.

1899 Hoffenheim – Borussia Dortmund 1:1

Die ersten 45 Minuten starten mit harten Zweikämpfen und intensiven Mittelfeldduellen. Allerdings fehlen die Highlights. In der 33. Minute bringt Volland die Gastgeber in Führung. Hummels gleicht postwendend aus (35.). In de zweiten 45 Minuten geht es dann hoch und runter. Beide Mannschaften erarbeiten sich Hochkaräter am Fließband. Beide Torhüter halten jedoch glänzend.

FC Augsburg – 1. FC Köln 0:0

Zum neunten Mal spielt der 1. FC Köln in der laufenden Saison 0:0. Damit bauen sie den selbst aufgestellten Rekord weiter aus. Am Ende zittert das Team von Peter Stöger das Unentschieden über die Zeit. Lange Zeit ist es ein Duell auf Augenhöhe, mit Chancen auf beiden Seiten. Zum Ende hin werden die Hausherren stärker und erhöhen den Druck. Immer wieder ist es Werner, der mit gefährlichen Flanken für Unruhe vor dem Kasten von Timo Horn sorgt. Hong, der Augsburger Innenverteidiger vergibt gleich zwei Mal per Kopf die Führung für die Hausherren. Am Ende ist das Unentschieden etwas glücklich für die Kölner. Dennoch machen sie so einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Klassenerhalt.

VfL Wolfsburg – Hannover 96 2:2

Also, wenn das keine Werbung für den Fußball ist, was dann? Wolfsburg dominiert nach starkem 96-Beginn die erste Halbzeit und geht durch den Treffer von Dost (24.) und das Traumtor von Perisic (45.) 2:0 in Führung. Kaum jemand rechnet zu diesem Zeitpunkt noch mit der Wende, doch die Gäste machen sie tatsächlich wahr. Der kurz zuvor eingewechselte Briand (47.) und Sane mit dem Tor des Monats - wenn nicht Jahres (58.) - brauchen nur zwölf Minuten für den Ausgleich. Es entwickelt sich ein offener Schlagabtausch mit den besseren Chancen für 96. Doch es will kein weiterer Treffer mehr fallen.

FC Schalke 04 – VfB Stuttgart 3:2

Mit viel Glück, aber auch viel Leidenschaft bezwingt Schalke 04 den akut abstiegsbedrohten VfB Stuttgart vor 61.000 Fans in der Gelsenkirchener Arena. Die Freude des vermeintlichen Türöffners Klaas-Jan Huntelaar, dem in der 9. Minute der erste Treffer seit 1196 Minuten glückt, währt nur bis zur 22. Minute, als Martin Harnik überraschend zum 1:1 ausgleicht. Stuttgart will mehr, ist das bissigere Team und geht nach dem Seitenwechsel durch den starken Filip Kostic (51.) verdient in Führung. Ganz in Malocher-Manier bäumen sich die Ruhrpott-Kicker auf und erzielen durch Huntelaar den verdienten Ausgleich (78.). Mit ein wenig Glück erzwingt Boateng dann kurz vor Schluss das Eigentor von Florian Klein und damit den Siegtreffer.

Bayer Leverkusen – FC Bayern München 2:0

Vor 30.210 siegt die Werkself gegen den Münchner Jugendstil mit 2:0 und fügt dem amtierenden Meister die dritte Niederlage der Saison zu. Aufmerksame und agile Rheinländer machen als Heimmannschaft das Spiel, haben aber Glück, dass sie in der ersten Halbzeit kein Gegentor kassieren. Mario Götze lässt im weiteren Verlauf des Spiels gleich zwei große Chancen liegen. Bayers-Bester Hakan Calhanoglu trifft in der 55. Minute per Freistoß, ehe der eingewechselte Julian Brandt den Sack zumacht (81.).

1. FSV Mainz 05 – Hamburger SV 1:2 (0:1)

Völlig durchnässt stürmte Bruno Labbadia nach dem Schlusspfiff aufs Feld und wollte die ganze Welt umarmen. „Das war ein Sieg des Willens“, sagte der Trainer des Hamburger SV nach dem 1:2 (0:1) im Dauerregen beim FSV Mainz 05. Der 49-Jährige hat den freien Fall des Bundesliga-Dinos in die 2. Liga gestoppt und ihm neue Hoffnung im Abstiegskampf gegeben.

Hertha BSC – Borussia Mönchengladbach 1:2 (1:1)

Dank Joker Ibrahima Traoré hält Borussia Mönchengladbach vor dem „Endspiel“ um die direkte Champions-League-Qualifikation weiter alle Trümpfe in der Hand. Der 27-Jährige erzielte beim 2:1 (1:1)-Auswärtssieg gegen Hertha BSC in der 85. Minute den umjubelten Siegtreffer für das überlegene Team von Trainer Lucien Favre. Damit liegt der fünfmalige deutsche Meister vor dem Duell gegen Bayer Leverkusen am kommenden Samstag weiter zwei Punkte vor dem direkten Konkurrenten auf Rang drei.

Dass dieses B-Team keine erste Fußball-Qualität bot, wunderte nicht. Dennoch war die Verlegenheitself des Rekordmeisters in der ersten Halbzeit dichter am ersten Treffer dran, als die bemühten, aber wenig inspirierten Leverkusener. In der 21. Minute vergab Mario Götze die größte Möglichkeit für die Gäste: Nach einem Steilpass lief er allein auf Bayer-Schlussmann Bernd Leno zu, spielte ihn aus, schoss aber zu schwach. Tin Jedvaj konnte den Ball noch abfangen.

Die Gastgeber, die zuvor in neun Liga-Partien ohne Niederlage geblieben waren, taten sich zunächst schwer, ihr temporeiches Offensivspiel aufzuziehen, hatten aber vor dem Seitenwechsel zumindest zwei Chancen. In der zehnten Minute köpfte Ömer Toprak frei stehend nach Ecke von Calhanoglu am Gehäuse des wenig beschäftigten Bayern-Keepers Manuel Neuer vorbei. 25 Minuten später fiel nach einigem Hin und Her im Münchner Strafraum Jedvaj der Ball vor die Füße, der jedoch zu überhastet und weit über das Tor schoss.

Drei Minuten nach dem Wiederanpfiff war es Stürmer-Routinier Pizarro, der nach Hackentrick vom Gianluca Gaudino frei zum Schuss kam, den Leno mit Bravour parierte. Einmal mehr zeigte danach Bayer-Regisseur Calhanoglu, was für ein Kunstschütze er ist: Einen Freistoß aus 25 Metern verwandelte er direkt gegen Neuer, der schon 19. Mal in dieser Saison ohne Gegentor geblieben war.

Der Münchner Schlussmann musste sogar noch ein zweites Mal hinter sich greifen: Das eingewechselte Geburtstagskind Brandt (19) sorgte in der 81. Minute für die Vorentscheidung mit seinem Treffer von der Strafraumgrenze.


Von

dpa

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