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19.05.2012

23:30 Uhr

Bayern-Pleite

Koan Titel

Der FC Bayern hat sich den großen Traum vom Champions-League-Sieg „dahoam“ nicht erfüllt. In einem packenden Spiel waren die Münchener gegen Chelsea 120 Minuten lang hoch überlegen, nutzten ihre Chancen aber nicht.

FC Bayern bitter enttäuscht

Video: FC Bayern bitter enttäuscht

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MünchenSchockstarre in München - der Traum vom historischen Heim-Triumph in der Champions League ist jäh geplatzt-  Trotz klarer Feldvorteile und hochkarätiger Chancen verlor der FC Bayern am Samstag das Finale vor heimischem Publikum gegen den FC Chelsea mit 3:4 im Elfmeterschießen und verpasste damit seinen zweiten Erfolg in der europäischen Königsklasse nach 2001.

Dabei hatten die Münchener dreimal schon eine Hand am Pott: Nach dem 1:0 in der 83. Minute, bei dem Elfmeterpfiff in der Verlängerung und im Elfmeterschießen, als sie 3:! führten. Doch am Ende reichte es nicht. Zwar parierte Torhüter Manuel Neuer gleich den ersten Schuss der Engländer von Juan Mata, doch danach versagten Ivica Olic und Bastian Schweinsteiger im Duell vom Punkt die Nerven. Olic scheiterte an Chelsea-Keeper Petr Cech, Schweinsteiger am Pfosten.

München und das Champions-League-Finale

Wirtschaftseffekte

Stefan Hauf, Pressesprecher der bayerischen Landeshauptstadt, verweist auf eine Studie des Kreditkartenunternehmens Mastercard zum Champions-League-Endspiel 2010 in Madrid. Demnach könne sich die gastgebende Stadt über eine „Konjunkturspritze in Höhe von 50 Millionen Euro“ freuen, sagt er. Die Bedeutung für die gesamteuropäische Wirtschaft bezifferte Mastercard damals auf rund 352 Millionen Euro. Mastercard ist ein Sponsor der Champions League und hat daher großes Interesse, die Veranstaltung in gutem Licht erscheinen zu lassen.

Boom für Hotels und Gastronomie

Tatsächlich werden Schätzungen zufolge rund 40.000 Fußballfans in der Metropole übernachten. „Der wirtschaftliche Vorteil für München fällt zu 60 bis 70 Prozent im Hotelgewerbe an, der Rest fast ausschließlich im Gastgewerbe“, sagt Maennig. Die Höhe der in Aussicht gestellten Einnahmen für die Stadt bezweifelt er jedoch, weil Verdrängungseffekte nicht hinreichend berücksichtigt seien. Sicher ist, dass die Hoteliers und Restaurants in München Geld verdienen werden – wie viel, das lässt sich kaum beziffern. All das sind jedoch vor allem Einmal-Einnahmen. Langfristig bleibt vor allem der Imagegewinn, durch den künftig mehr Touristen in die Stadt kommen sollen.

Kosten

Die Stadt München beziffert die Ausgaben für die Ausrichtung des Champions-League-Finals auf 1,4 Millionen Euro. Hohe Kosten verursachte das Endspiel der Frauen am Donnerstagabend. Dieses fand im Münchener Olympiastadion statt, das extra für die Veranstaltung hergerichtet werden musste. Im schlimmsten Fall kommt es am Samstagabend zu Ausschreitungen zwischen den Fans von Bayern München und Chelsea – auch das könnte für die Stadt ins Geld gehen und den erhofften Imagegewinn zunichte machen.

Vor 62 500 Zuschauern waren die Bayern in 120 Minuten nicht über ein 1:1 (1:1, 0:0) hinausgekommen. Zwar hatte Thomas Müller die Gastgeber in der 83. Minute nach Flanke von Toni Kroos mit 1:0 in Führung gebracht, doch zwei Minuten vor dem Ende gelang Didier Drogba per Kopf der nicht mehr erwartete Ausgleich für die Londoner.

Die große Chance, die Bayern in der dramatischen Verlängerung auf die Siegerstraße zu bringen, vergab Arjen Robben. Wie schon im Bundesligaspiel im April in Dortmund versagten dem Niederländer im entscheidenden Moment die Nerven. Nach einem Foul des Torschützen Drogba an Franck Ribery schoss Robben den Strafstoß in der 95. Minute in die Arme von Chelsea-Keeper Petr Cech. Ribéry musste danach verletzt vom Feld und wurde durch Ivica Olic ersetzt. In der 108. Minute verfehlte der Kroate das Chelsea-Tor um Haaresbreite.

Doch die Bayern hatten auch schon vorher beste Möglichkeiten, um das Spiel mehrfach zu entscheiden. Anders als vor Wochenfrist beim DFB-Pokal-Debakel gegen Dortmund gingen die Bayern getragen vom heimischen Publikum in ihrem vierten Königsklassen-Endspiel hoch konzentriert und engagiert zur Sache.

Mit der Choreographie „Unsere Stadt, unser Stadion, unser Pokal“ hatten die Fans ihre Mannschaft auf die Partie eingestimmt. Doch die vor allem aufs Zerstören bedachten Londoner erwiesen sich als harte Nuss. Die durch die Gelb-Sperren von David Alaba, Holger Badstuber und Luiz Gustavo geschwächte Heynckes-Elf dominierte das Geschehen zwar fast nach Belieben, agierte aber bisweilen kopflos und ging zudem sehr großzügig mit ihren Möglichkeiten um.

Kommentare (71)

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Rapid

19.05.2012, 23:39 Uhr

Sie können es eben nicht "wirklich".

Ismet.K

19.05.2012, 23:50 Uhr

Die "Mär" der guten Elferschützen ist Heute von den "Engländern" Eindrucksvoll widerlegt worden.
Trotz der guten Spielanteile der Bayern, hat Chelsea die Sache sehr gut gemacht.
Ein würdiger Champion...
VG
Ein Bayern Fan

wurstladen

19.05.2012, 23:58 Uhr

ein wurstladen, was an ullies fähigkeiten wenig zu rütteln vermag.
halt ein wurstladen.
is ja nicht schlimm und der FC sollte etwas mehr aufpassen künftig: what goes up must come down.
Physik schon fast.
Kopf hoch also.

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