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06.07.2016

14:30 Uhr

Bayern und BVB auf Einkaufstour

Die wilde Jagd nach dem nächsten Superstar

VonThomas Schmitt

Bayern und Dortmund enteilen der Bundesliga-Konkurrenz: Mehr als 100 Millionen Euro für neue Spieler könnten die beiden Marktführer in diesem Sommer ausgeben. Im Transfermarkt spielen beide in einer eigenen Liga.

Der Portugiese ist offiziell erst 18 Jahre alt - und sorgt gerade bei der Fußball-EM in Frankreich für Furore. Die Bayern haben ihn für 35 Millionen Euro gekauft. Reift er zum Weltstar wie Ronaldo, könnte die Ablöse auf bis zu 80 Millionen Euro steigen. dpa

Renato Sanches

Der Portugiese ist offiziell erst 18 Jahre alt - und sorgt gerade bei der Fußball-EM in Frankreich für Furore. Die Bayern haben ihn für 35 Millionen Euro gekauft. Reift er zum Weltstar wie Ronaldo, könnte die Ablöse auf bis zu 80 Millionen Euro steigen.

DüsseldorfDer Transfermarkt in der Bundesliga läuft schon heiß. Rekordmeister FC Bayern hat bereits wieder so stark investiert, dass aktuell unter dem Strich ein sattes Minus von mehr als 50 Millionen Euro entsteht. Das hat System: In den vergangenen fünf Jahren beläuft sich der Negativsaldo bei Spielertransfers sogar auf mehr 200 Millionen Euro. Auf Platz zwei dieses mittelfristigen Rankings liegt übrigens nicht der BVB, sondern es folgen RB Leipzig und der VfL Wolfsburg.

Borussia Dortmund hat in diesem Sommer ähnlich stark wie die Bayern zugeschlagen, aber bisher einen satten Überschuss in der Transferbilanz erwirtschaftet, weil die drei Stammspieler Mats Hummels (FC Bayern), Ilkay Gündogan (Manchester City) und Henrikh Mkhitaryan (Manchester United) den Verein für insgesamt rund 110 Millionen Euro verlassen. Bei diesem aktuell hohen Überschuss im Transfersaldo dürfte es jedoch nicht bleiben.

Die Millioneneinnahmen aus den drei Verkäufen dürften schon bald wieder für weitere Spieler ausgegeben werden, um den Kader aufzuwerten. Heiß gehandelt wird erneut André Schürrle vom VfL Wolfsburg. Hinzu kommt wieder das Thema Mario Götze – mit dem Hinweis, dass dies ja ein guter Kumpel von Schürrle sei und beide gerne zusammenspielen würden.

Rangliste: Die teuersten Transfers der Bundesliga

Platz 10

Edin Dzeko 2011, VfL Wolfsburg zu Manchester City, 34 Millionen Euro

Platz 9

Mario Gomez 2009, VfB Stuttgart zu Bayern München, 35 Millionen Euro

Julian Draxler 2015, Schalke 04 zum VfL Wolfsburg, 35 Millionen Euro

Renato Sanches 2016, Benfica Lissabon zu Bayern München 35 Millionen Euro

Platz 8

Mario Götze 2013, Borussia Dortmund zu Bayern München, 37 Millionen Euro

Arturo Vidal 2015, Juventus Turin zu Bayern München, 37 Millionen Euro

Platz 7

Mats Hummels, 2016, von Borussia Dortmund zu Bayern München, 38 Millionen Euro (geschätzt)

Platz 6

Javi Martínez 2012, Athletic Bilbao zu Bayern München, 40 Millionen Euro

Platz 5

Roberto Firmino 2015, 1899 Hoffenheim zum FC Liverpool, 41 Millionen Euro

Platz 4

Henrikh Mkhitaryan, 2016: von Borussia Dortmund zu Manchester United, 42 Millionen Euro

Platz 3

Granit Xhaka, 2016: von Borussia Mönchengladbach zu Arsenal London, 45 Millionen Euro

Julian Draxler, 2017: vom VfL Wolfsburg zu Paris Saint Germain, 45 Millionen Euro

Platz 2

Leroy Sane, 2016: Von Schalke 04 nach Manchester City, 50 Millionen Euro

Platz 1

Kevin De Bruyne 2015, VfL Wolfsburg zu Manchester City, 75 Millionen Euro

Ein halbes Dutzend verheißungsvolle Spieler hat Dortmund bereits für rund 60 Millionen Euro verpflichtet. Doch wegen der Abgänge liegt vor Trainer Thomas Tuchel in der Vorbereitung noch mehr Arbeit als in seiner ersten Saison. Das weiß der Verein. BVB-Chef Hans-Joachim Watzke hält seinem Trainer daher auch bewusst den Rücken frei.

Öffentlich schraubt der BVB die Erwartungen wie in der Vorsaison erst einmal deutlich zurück. „Fakt ist: Wir stehen vor einer Saison des Umbruchs“, sagt Watzke. Ziel bleibe dennoch die Qualifikation für die Champions League. Wird der Meistertitel also schon vorzeitig abgeschenkt an die Bayern? Vorerst zumindest, denn der BVB sieht sich nicht einmal mehr als Bayern-Jäger.

Das ist realistisch, wenn auch ärgerlich für den ehrgeizigen Trainer Tuchel. Die Münchner sind in der nächsten Saison eher stärker als schwächer einzustufen. Ihr Kader verändert sich kaum, weil die meisten Spieler langfristig gebunden sind. Wer wie Superstürmer Robert Lewandowski gerne wechseln würde, darf nicht. Und wer wie Weltmeister Mario Götze doch bitteschön gehen soll, will nicht.

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