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22.04.2013

15:36 Uhr

Bayern vor dem CL-Halbfinale

„Es wird ein Fest“

Die Bayern gehen mit viel Selbstvertrauen in das CL-Halbfinalspiel gegen Barça. Man habe die richtigen Typen, um dem Gegner wehzutun. Vor Fragen zur Steuer-Affäre um Uli Hoeneß wurden Spieler und Trainer abgeschottet.

Bayern-Kapitän Lahm: „Wir treffen auf eine absolute Topmannschaft, aber wir sind auch eine.“ ap

Bayern-Kapitän Lahm: „Wir treffen auf eine absolute Topmannschaft, aber wir sind auch eine.“

MünchenIn Deutschland unschlagbar – doch was ist das im Duell von Europas Supermächten wert? Auf dem Weg ins Finale der Champions League will sich der FC Bayern auch nicht von Lionel Messis FC Barcelona stoppen lassen. „Wir treffen auf eine absolute Topmannschaft, aber wir sind auch eine Topmannschaft. Es wird ein Fest und da können wir uns alle drauf freuen“, schürte Münchens Kapitän Philipp Lahm vor dem Halbfinal-Hinspiel die Vorfreude. Keiner im Team will sich die positive Stimmung vor der erhofften magischen Fußball-Nacht im Halbfinal-Länderkampf zwischen Deutschland und Spanien durch den Wirbel um Steuersünder Uli Hoeneß nehmen lassen.

Fragen zur Affäre des Präsidenten waren einen Tag vor dem Hinspiel an diesem Dienstag (20.45 Uhr/Sky) bei der Bayern-Pressekonferenz nicht erlaubt, Spieler und Trainer wurden in der Vorbereitung auf das Duell gegen das Non-Plus-Ultra im Fußball von dem unliebsamen Thema abgeschottet.

Coach und Kapitän sprachen sowieso lieber von des Gegners und den eigenen Stärken. „Barça hat Spieler mit viel Fantasie, mit einer außergewöhnlichen Klasse. Deswegen muss man bei jeder Situation und zu jedem Zeitpunkt des Spiels höllisch aufpassen“, warnte Trainer Jupp Heynckes, hob aber hervor. „Bayern kann auch auf so einem Niveau spielen.“ Bluff hin oder her: Heynckes bereitet seine Bayern auf Barcelona mit dem zuletzt angeschlagenen Weltfußballer Messi vor.

Bayern gegen Barça, Schweinsteiger gegen Xavi, alle gegen Messi – gegen den immer wieder zum Vorbild erkorenen Club soll in München der Grundstein für das Endspiel am 25. Mai im Londoner Wembleystadion gelegt werden. „Wir müssen vom Enthusiasmus alles geben. Aber ohne Taktik, ohne Plan und Klugheit wird es nicht gehen“, formulierte Sportvorstand Matthias Sammer die zentrale Botschaft für die 90 Minuten von München. Mit einem Sieg im Gepäck, am besten zu Null, will der deutsche Fußball-Rekordmeister dann in der kommenden Woche gegen die Tiki-Taka-Künstler in Camp Nou bestehen. „Wir wollen der Saison die Krone aufsetzen“, erklärte WM-Torschützenkönig Thomas Müller.

Reaktionen zur Champions League Auslosung

Karl Heinz Rummenigge 1

Vorstandsvorsitzender des FC Bayern München:

„Barcelona ist für mich die Benchmark in Europa. Wir haben da 2009 ein fürchterliche 4:0-Packung gekriegt. Es ist jetzt eine wunderbare Gelegenheit zu zeigen, dass Bayern München seit 2009 um einiges besser geworden ist.“

Karl Heinz Rummenigge 2

„Ich bin sehr glücklich über das Los. Vor allem weil ich kein Freund einer deutsch-deutschen Paarung gewesen bin“

Karl Heinz Rummenigge 3

„Pep Guardiola hat sich noch nicht gemeldet und wird das wohl auch nicht tun. Der mag über Insiderwissen verfügen, aber wir haben mit Jupp Heynckes ja auch einen Insider auf der Bank. Da müssen wir nicht auf Guardiola zurückgreifen.“

Karl Heinz Rummenigge 4

Zu Lionel Messi:

„Er ist mit Abstand der beste Spieler der Welt. Es ist eine Herkulesaufgabe, seine Kreise einzugrenzen.“

Jan-Christian Dreesen

Finanzvorstand von Bayern München:

„Wir haben uns Barcelona erst im Finale gewünscht, aber ich denke, die Mannschaft ist so gut drauf, dass sie Barcelona Paroli bieten kann. Von der Konstellation her, dass wir Pep Guardiola im neuen Jahr als Trainer haben, bietet das Duell noch einmal Extra-Pfeffer.“

Hans Joachim Watzke

Geschäftsführer von Borussia Dortmund:

„Wir sind mit dem Los zufrieden, denn wir wollten einen internationalen Gegner haben. Es tut mir leid, dass Uli Hoeneß' Wunsch, gegen uns zu spielen, nicht hingehauen hat. Das Heimrecht ist nicht entscheidend, im Viertelfinale ist je zwei Mal die Mannschaft weiter gekommen, die im Hin- und im Rückspiel Heimrecht hatte. Wenn wir das Hinspiel halbwegs ordentlich beenden, werden wir im Rückspiel Räume haben, von daher sehe ich das gar nicht so problematisch. Wir können jetzt sowieso nur noch viel gewinnen und nichts mehr verlieren. Von daher ist das eine komfortabele Situation. Ich glaube nicht, das Real nach den Duellen nach den Spielen in der Vorrunde Angst hat. Sie werden Respekt haben, den haben wir auch.“

Stefan Effenberg

Stefan Effenberg, Ex-Bayern-Spieler und Champions League Sieger von 2001:

„Das ist ein Traum. Vielleicht ein kleiner Nachteil, dass Bayern zuerst zu Hause spielt. Aber insgesamt ist diese Auslosung ein Traum. Mehr geht nicht.“

Matthias Sammer 1

Sportdirektor des FC Bayern München:

„Es ist ein nettes Los. Es sind vier fantastische Mannschaften, die im Halbfinale stehen.“

Matthias Sammer 2

„Barcelona ist eine wunderbare Mannschaft. Es ist ein langer Zeitraum, in dem diese Mannschaft beherrscht hat, aber Bayern München hat sich entwickelt. Ich sehe es nicht als Nachteil, dass wir zuerst zu Hause spielen. Wir machen das so wie bei Juventus.“

Doch wie kann man dabei Fußball-König Messi stoppen? Zwar betonte Heynckes, dass Barça „mehr als nur Messi ist“. Doch in unzähligen fantastischen Auftritten hat der am Wochenende in der Liga geschonte Argentinier gezeigt, warum er Dauer-Weltfußballer ist. „Messi ist ein Genius, ein fantastischer Spieler. Barca lebt stark von ihm“, erklärte Sammer. „Wir sind immer besser geworden und wollen uns durchsetzen. Aber die jüngste Geschichte von Barcelona bleibt vorbildhaft.“

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