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07.05.2015

09:00 Uhr

Beckenbauer kritisiert Götze

„Zeit, dass er langsam erwachsen wird“

In München herrscht nach der deftigen Niederlage in Barcelona Katerstimmung. Auch Franz Beckenbauer war nach der Partie sichtlich gefrustet – und stellt sich an die Spitze der Götze-Kritiker.

Der Jung-Star wurde in Barcelona erst spät eingewechselt. ap

Mario Goetze

Der Jung-Star wurde in Barcelona erst spät eingewechselt.

BerlinFranz Beckenbauer hat sich in seiner unnachahmlichen Art an die Spitze der Kritiker von Fußball-Weltmeister Mario Götze gestellt. „Manchmal kommt er mir in seinen Bewegungen wie ein Jugendspieler vor, der Zweikämpfe verliert und stehen bleibt. Das ist teilweise ein jugendliches Verhalten“, sagte Bayern Münchens Ehrenpräsident und Sky-Experte am Mittwochabend vor der 0:3-Halbfinalniederlage in Barcelona bei Sky Sport News HD. „Das passt natürlich nicht zum FC Bayern. Es wird Zeit, dass er langsam erwachsen wird.“

Was nun, Herr Guardiola?: Pep braucht 100 Millionen Euro für Stürmer — mindestens

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Barcelona hat den Bayern Grenzen aufgezeigt. Das Team muss verstärkt werden - mit ganz viel Geld.

Allerdings habe Götze, der Siegtorschütze der deutschen Fußball-Nationalmannschaft im WM-Finale 2014, „in Dortmund bewiesen, was er kann. Dass er ein großartiges Talent ist, das wissen wir auch. In der Umsetzung fehlt es noch ein bisschen“, befand der „Kaiser“. In Barcelona saß Götze zunächst nur auf der Bank. Bayern-Trainer Pep Guardiola wechselte den 22-Jährigen erst in der 79. Minute für Thomas Müller ein.

Fragen und Antworten zu Barca gegen Bayern

Was bedeutet die herbe Niederlage für Pep Guardiola?

Für den Bayern-Trainer war das 0:3 im Stadion seiner größten Erfolge ein schwerer Schlag. Viel vorzuwerfen war ihm nicht, auch wenn Franz Beckenbauer die Auswechslung von Thomas Müller (wie schon im DFB-Pokalhalbfinale gegen Dortmund) zurecht als „nicht zu verstehen“ kritisierte.

Zu behaupten, Guardiola sei in München gescheitert, wäre eine maßlose Übertreibung. Dennoch weist das 0:3 über das Tagesgeschäft hinaus. In München werden die Stimmen lauter, die fest an seinen Abschied 2016 glauben. Spätestens dann stünde die gründliche Renovierung der aktuellen Bayern-Mannschaft an. Ob Guardiola sie leiten wird, scheint fraglicher denn je.

Wo lagen die Schwachpunkte der Bayern?

Guardiola sagte, das Mittelfeld habe "die ganze Last" getragen - was er nicht sagte: Bastian Schweinsteiger und Co. sind darunter zerbrochen. Kein Jahr nach seinen Heldentaten von Rio scheint der Weltmeister über den Zenit. Zuletzt machten Abwanderungsgerüchte ins Ausland die Runde - auch für Schweinsteiger dürfte spätestens 2016 Schluss sein.

Auch Xabi Alonso hat in Barcelona erneut gezeigt, dass er die Zukunft hinter sich hat. Dazu kamen in Philipp Lahm und Thiago zwei Spieler, die nach Verletzungen noch die alte Form suchen. Robben hin, Ribéry her - der FC Bayern muss sich auch in der Mittelfeldzentrale verstärken. Er sollte an den Dortmunder Ilkay Gündogan denken.

Ist Lionel Messi der beste Spieler der Fußball-Geschichte?

Die Frage verbietet sich, eigentlich. Pelé, Puskás, di Stéfano, Beckenbauer, Cruyff oder Maradona - sie alle spielten in einer Zeit, in der der Fußball noch nicht dieses atemberaubende Tempo hatte. Vergleiche müssen hinken - aber dieser Messi, das ist keine Übertreibung der spanischen Medien, ist tatsächlich (Fußball-)Gott. Der "Floh" straft alle Lügen, die ihn nach einem schwachen Jahr auf der Resterampe sahen. Messi ist der Beste. Basta!

Was wird aus Mario Götze?

Der WM-Held erlebte wieder ein wichtiges Spiel als Joker. Schlappe elf Minuten gönnte ihm Guardiola vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw. Dass dieser den Jungstar beim WM-Finale mit den Worten aufs Feld schickte, er solle der Welt zeigen, dass er besser ist als Messi, wirkt heute wie ein schlechter Witz. Götze agiere "wie ein Jugendspieler", schimpfte Beckenbauer über das teilnahmslose Gekicke des Hochbegabten, "das passt natürlich nicht zum FC Bayern". Zukunft offen.

Was macht dennoch Hoffnung auf ein „Wunder von München“?

(Fast) nichts. Franck Ribéry und Arjen Robben werden auch in der Allianz Arena fehlen. Und Javi Martínez ist nach monatelanger Pause noch nicht in der Lage, dem Mittelfeld die dringend benötigte Stabilität zu geben. Guardiola hat keine Alternativen - und keine Hoffnung, dafür fiel die Niederlage um mindestens ein Tor zu hoch aus. Nur ein einziges Mal machte ein Team einen Drei-Tore-Rückstand noch wett. Die Bayern werden nicht das zweite sein.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Thomas Ungläubig

07.05.2015, 11:58 Uhr

Götze sollte sich so langsam von seinem Babyspeck trennen.

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