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05.08.2011

13:05 Uhr

Begehrte Brust

Leverkusen präsentiert neuen Trikotsponsor

Fußball-Bundesligist Bayer Leverkusen ist nach wochenlanger Suche nach einem neuen Hauptsponsor fündig geworden. Der Markt für Trikotwerbung boomt, auch weil neue Wirtschaftssparten mitmischen.

Leverkusens Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser (r.) und der Geschäftsführer des US-amerikanischen Energieunternehmens SunPower, Reinhard Lampe, posieren. Quelle: dapd

Leverkusens Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser (r.) und der Geschäftsführer des US-amerikanischen Energieunternehmens SunPower, Reinhard Lampe, posieren.

Leverkusen/BerlinPünktlich zum Start in die neue Bundesliga-Saison präsentierte Vizemeister Leverkusen am Freitag einen neuen Trikotsponsor. Ein Solartechnik-Unternehmen aus den USA (Sunpower) wird mit Schriftzug und Logo vorerst für die kommenden drei Jahre die Bayer-Trikots zieren

Über Vertragsinhalte vereinbarten beide Parteien Stillschweigen. Das finanzielle Volumen dürfte aber im mittleren, einstelligen Millionenbereich liegen. Zuletzt war der Champions-League-Teilnehmer, der am Sonntag im ersten Saisonspiel beim FSV Mainz 05 antritt, mit dem Begriff „Werkself“ auf den Trikots aufgelaufen.

„Wir freuen uns, dass die Ausschreibung Erfolg gehabt hat“, sagte Bayer-Geschäftsfüher Wolfgang Holzhäuser. „Die Philosophie des Unternehmens hinsichtlich Teamgeist und innovativem Denken passt hervorragend zu uns.“ Man sei froh, einen Partner gefunden zu haben, der in einem Marktbereich liege, in dem man sich bewegen könne, sagte Holzhäuser.

Nach der Pleite des bisherigen Bayer-Sponsors (Teldafax) im Juni hatte der Bundesligist den bis 2013 laufenden Vertrag fristlos gekündigt. Der Energielieferant soll pro Jahr rund sechs Millionen Euro gezahlt haben.

Damit ist nun auch die Brust des letzten Bundesligisten vermarktet. Bei Sponsoren aus dem In- und Ausland ist die Bundesliga begehrter denn je. Für ihr Emblem auf der Brust der deutschen Fußball-Stars greifen auch internationale Unternehmen tief in die Tasche. Experten rechnen mit 120 Millionen Euro, die in dieser Saison über Trikotsponsoring an die 18 Erstligisten fließen - das sind etwa 50 Prozent mehr als noch in der Saison 2000/01. Traditioneller Spitzenreiter ist der FC Bayern München, der auf rund 25 Millionen Euro von T-Home hoffen darf. Auch bei Liga-Neuling FC Augsburg klingeln die Kassen - der Maschinenbauer AL-KO soll etwas mehr als eine Million Euro überweisen. 

Sponsoren reißen sich um die Flächen auf den Trikots. „Da ist die Bundesliga europaweit führend und runtergebrochen auf die 18 Vereine das Maß aller Dinge“, erklärte Andreas Ullmann, Bundesliga-Experte des Beratungsunternehmens Sport + Markt am Donnerstag. Neben den Bayern schrauben auch Schalke 04 mit Geldgeber Gazprom und der vom VW-Mutterkonzern finanzierte VfL Wolfsburg mit möglichen Einnahmen von jeweils mehr als 20 Millionen Euro den Gesamtbetrag in die Höhe. 

Vor zwei Jahrzehnten war Bundesliga-Sponsoring noch stark national geprägt, zumal die Spiele quasi nur in Deutschland übertragen wurden. Die mediale Expansion rief neue Geldgeber auf den Plan. Es ist kein Zufall, dass Asiaten wie Dortmunds Shinji Kagawa in der Liga für Furore sorgen und sich daher auch Firmen aus Fernost engagieren. 

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