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29.10.2014

13:34 Uhr

Beiersdorfer saniert HSV

Ohne den Milliardär Kühne geht es nicht

Dietmar Beiersdorfer hat im Sommer die Arbeit als neuer Lenker des HSV aufgenommen. Er investierte ordentlich in Spieler und eine neue Führungsetage. Doch nach wie vor hängt der Verein ab vom großen Geldgeber.

Der Vorstandsvorsitzende des Hamburger SV, Dietmar Beiersdorfer. Der in seiner ersten Amtszeit als Sportchef liebevoll „Dukaten-Didi“ genannt Ex-Fußballer soll einen neuen HSV aufbauen. Dafür muss er sich auch mit Geldgebern wie Milliardär Klaus-Michael Kühne arrangieren. dpa

Der Vorstandsvorsitzende des Hamburger SV, Dietmar Beiersdorfer. Der in seiner ersten Amtszeit als Sportchef liebevoll „Dukaten-Didi“ genannt Ex-Fußballer soll einen neuen HSV aufbauen. Dafür muss er sich auch mit Geldgebern wie Milliardär Klaus-Michael Kühne arrangieren.

HamburgDietmar Beiersdorfer wundert sich manchmal selbst, was er sich für ein Mammutprojekt zutraut. „Naivität“, nannte der Vorstandsvorsitzende der neuen Fußball AG des Hamburger SV angesichts des Berges an Arbeit als Beweggrund, den beinahe abgestiegenen Bundesligisten wieder auf Kurs zu bringen.

Bisher war der 50-Jährige stets als Sportdirektor tätig, nun trägt er zum ersten Mal die Gesamtverantwortung bei einem Profi-Verein. In seiner ersten Amtszeit am Volkspark erwarb er sich in sieben Jahren den Ruf des exzellenten Einkäufers. Fehlgriffe waren schnell vergessen, der Erfolg sprach für sich.

Zudem hatte Beiersdorfer den starken Präsidenten Bernd Hoffmann an seiner Seite, der für manch unliebsame Entscheidung in der Öffentlichkeit geradestand. Schnell hatte der ehemalige Abwehrspieler den liebevollen Spitznamen „Dukaten-Didi“ weg. Beim Unternehmen Red Bull und dem russischen Erstligisten Zenit St. Petersburg sammelte er zuletzt wichtige Erfahrungen – unter anderem, wie man sich mit autoritären Geldgebern arrangiert.

So kann ihn der schwierige Umgang mit HSV-Investor Klaus-Michael Kühne, der HSV selbst spricht lieber von „strategischen Partnern“ um den Eindruck zu vermeiden es ginge den Geldgebern um Profit, nicht aus der Bahn werfen. In seiner ruhigen Art verkraftet es Beiersdorfer sogar, wenn der Telefonhörer manches Mal mitten im Gespräch aufgelegt wird. Kühne sei mitunter sehr schwarz-weiß in seinen Gedanken: „Er geht durch die Hölle, wenn der HSV verliert“, sagt Beiersdorfer. „Es braucht eben Zeit, bis auch er die Mechanismen der Branche gelernt hat.“

Er weiß, dass es ohne Kühne nicht geht. Der Bundesliga-„Dino“ ist immer noch mit 100 Millionen Euro verschuldet, der Profi-Etat ist statt zu schrumpfen auf 50 Millionen Euro angestiegen. Dazu wurden Peter Knäbel als Direktor Profifußball und Bernhard Peters als Direktor Sport geholt. Zum 15. November fängt noch Finanzexperte Frank Wettstein an.

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