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22.01.2010

07:26 Uhr

Bekanntheitsstudie

Adidas ist Europas Fußball-Marke Nummer 1

VonAndreas Schulte

Die großen Sportartikelhersteller behaupten sich als erfolgreiche Sponsoren. Adidas, Nike und Puma heißen die bekanntesten Geldgeber im europäischen Fußball. Das hat eine repräsentative Umfrage der Kölner Sponsoringberatung Sport+Markt ergeben. An das Engagement dieser drei Unternehmen erinnerten sich Fußballinteressierte bei einer Telefonumfrage am häufigsten.

Lukas Podolski mit seinem Adidas-Schuh: Der Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach dominiert die Fußballwerbung in Europa. Quelle: dpa

Lukas Podolski mit seinem Adidas-Schuh: Der Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach dominiert die Fußballwerbung in Europa.

KÖLN. Sport+Markt befragte rund 3 000 Fans in den fünf wichtigsten Fußballmärkten Großbritannien, Frankreich, Spanien, Italien und Deutschland. Während Adidas und Nike schon bei der gleichen Umfrage in den Jahren 2004/05 die vorderen Plätze belegte, konnte Puma sich gleich um fünf Plätze verbessern.

"Neben den Ausrüstern dominieren die Trikotsponsoren die europäische Fußballwerbung", sagt Hartmut Zastrow, Vorstand von Sport+Markt. Nach dem Getränkehersteller Coca-Cola auf Platz vier folgen gleich drei Unternehmen, die sich den Platz auf den Jerseys namhafter Mannschaften gesichert haben: die Fluggesellschaft Emirates als Sponsor des englischen Premier-League-Klubs FC Arsenal und des Bundesligisten Hamburger SV sowie als Stadionnamensgeber bei den Briten. Der Versicherungskonzern AIG als Geldgeber des englischen Serienmeisters Manchester United. Und die Brauerei Carlsberg, die den FC Liverpool unterstützt und zudem als Partner der Europameisterschaft auftritt. Mit Bwin (Real Madrid, AC Mailand) mischt sich als Neunter ein weiterer Trikotsponsor unter die Top-Ten.

"Beim Sponsoring herrscht für größere Marken ein Trend zur Internationalisierung", bilanziert Zastrow. Bei der Studie vor fünf Jahren vermochten sich die Fußballinteressierten in den fünf Ländern seltener an die Geldgeber zu erinnern als jetzt. In Frankreich etwa konnten sie nur 13 der Top-20-Sponsoren nennen. Bei der neuerlichen Umfrage fiel dort nur noch ein Sponsor durchs Raster: ausgerechnet Audi, in der Gesamtrangliste auf Platz acht und in den Jahren 2004/2005 nicht einmal unter den besten 20.

Dem Ingolstädter Autohersteller haben wohl überdurchschnittlich viele Nennungen in Deutschland zum guten Ergebnis verholfen. "Dass Audi unter die ersten zehn gekommen ist, liegt an der Presseberichterstattung über den Kauf der Anteile beim FC Bayern", sagt Zastrow. Für 90 Mio. Euro hatte das Unternehmen im Herbst 2009 rund neun Prozent an der Bayern München AG erworben. Doch allein auf einen Partner verlässt sich der Autokonzern nicht. Es streut seine Aktivitäten und ist in anderen Ländern als Partner von Top-Klubs aktiv. Die Stars von Real Madrid, dem FC Barcelona und Manchester United fahren Autos aus Ingolstadt. "Audi fährt eine dezentrale Fußballstrategie", sagt Zastrow.

Konkurrent Opel indes hat seine internationalen Ambitionen heruntergeschraubt. Der einstige Sponsor europäischer Großklubs wie dem AC Mailand, Bayern München und Paris St. Germain rutschte in der Rangliste auf Rang zwölf ab. 2004/05 belegten die Rüsselsheimer noch Rang drei. Ford als Geldgeber für die europäische Champions League ist 14. Auch VW nannten die Befragten häufig - doch ausschließlich in Deutschland. Nur Sponsoren mit einer Wahrnehmung in mehr als einem Land wurden jedoch für die Rangliste berücksichtigt. VW ist Trikotsponsor des deutschen Meisters VfL Wolfsburg. Die Wölfe aber sind auf internationaler Ebene ein unbeschriebenes Blatt, und das wird sich so schnell auch nicht ändern: In der diesjährigen Champions League kam das Aus frühzeitig.

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