Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.02.2016

16:03 Uhr

Berater in der Bundesliga

Keine Geschäfte mit Minderjährigen im Fußball

Quelle:dpa

Die Fußballvereine der 1. und 2. Bundesliga zahlen pro Saison rund 100 Millionen Euro an die Berater ihrer Profis. Zumindest bei Jugendlichen ist der Einfluss der Vermittler nun eingeschränkt worden.

Ein Fußballer beim Training. Foto: Andreas Gebert dpa

Fußball

Ein Fußballer beim Training. Foto: Andreas Gebert

FrankfurtSpielerberater im Profifußball dürfen in Zukunft kein Geld mehr für die Vermittlung minderjähriger Spieler erhalten. Allerdings müssen die Berater auch weiterhin nicht beim Deutschen Fußball-Bund registriert sein oder dem Verband ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen.

Das entschied das Oberlandesgericht Frankfurt am Main (OLG) in einem monatelangen Rechtsstreit zwischen dem DFB und der großen Spielerberatungsagentur Rogon Sportmanagement. Das Urteil wurde bereits am Dienstag gefällt, aber erst am Donnerstag veröffentlicht.

Auslöser des Verfahrens war das neue „DFB-Reglement für Spielervermittlung”. Der deutsche Verband hatte es im April 2015 als Vorgabe des Weltverbandes FIFA übernommen. Rogon klagte daraufhin auch im Namen zahlreicher anderer Berater, weil die Branche darin einen unzulässigen Eingriff in die Dienstleistungsfreiheit sieht.

Fußball: Wirtschaftliche Entwicklung der 1. und 2. Bundesliga

Personalaufwand Spielbetrieb

2009/2010: 883 Millionen Euro

2010/2011: 923 Millionen Euro

2011/2012: 929 Millionen Euro

2012/2013: 1 Milliarde Euro

2013/2014: 1,1 Milliarden Euro

2014/2015: 1,169 Milliarden Euro

Quelle: DFL Deutsche Fußball Liga GmbH

Erlöse im Lizenzfußball gesamt

2009/2010: 2,1 Milliarden Euro

2010/2011: 2,3 Milliarden Euro

2011/2012: 2,5 Milliarden Euro

2012/2013: 2,6 Milliarden Euro

2013/2014: 2,9 Milliarden Euro

2014/2015: 3,13 Milliarden Euro

Anzahl Clubs mit positivem Ergebnis

2009/2010: 13

2010/2011: 20

2011/2012: 24

2012/2013: 21

2013/2014: 24

2014/2015: 27

Gesamtergebnis nach Steuern

2009/2010: -103,3 Millionen Euro

2010/2011: 33,7 Millionen Euro

2011/2012: 36,3 Millionen Euro

2012/2013: 46 Millionen Euro

2013/2014: 34,5 Millionen Euro

2014/2015: 56,4 Millionen Euro

Ebitda

2010/2011: 319 Millionen Euro

2011/2012: 346 Millionen Euro

2012/2013: 394 Millionen Euro

2013/2014: 424,9 Millionen Euro

2014/2015: 501,5 Millionen Euro

Transfer: Aufwand

2009/2010: 305 Millionen Euro

2010/2011: 293 Millionen Euro

2011/2012: 321 Millionen Euro

2012/2013: 323 Millionen Euro

2013/2014: 346 Millionen Euro

2014/2015: 415 Millionen Euro

Transfer: Erlös

2009/2010: 128 Millionen Euro

2010/2011: 215 Millionen Euro

2011/2012: 233 Millionen Euro

2012/2013: 195 Millionen Euro

2013/2014: 197 Millionen Euro

2014/2015: 272 Millionen Euro

Eigenkapital

2010: 491 Millionen Euro

2011: 708 Millionen Euro

2012: 748 Millionen Euro

2013: 797 Millionen Euro

2014: 780 Millionen Euro

2015: 1048 Millionen Euro

Das neue Reglement besteht im Kern aus sieben zentralen Punkten, vier davon wurden dem DFB durch ein Urteil des Landgerichts Frankfurt vom 29. April 2015 untersagt. Sowohl der Verband als auch Rogon gingen daraufhin in Berufung, das OLG als nächste und entscheidende Instanz änderte das Urteil am Dienstag aber nur geringfügig ab.

Entscheidender Unterschied ist die Bestätigung des Verbots, für die Vermittlung minderjähriger Spieler Geld zu kassieren. Der DFB hatte dieses Verbot in sein Reglement aufgenommen, das Landgericht Frankfurt hatte es zunächst wieder gekippt.

Mit diesem Verbot aber „verfolge der DFB grundsätzlich den legitimen Zweck des Minderjährigenschutzes”, urteilte das OLG nun. „Es solle verhindert werden, dass minderjährige Fußballspieler primär durch finanzielle Anreize Transfers abschießen und ohne gesicherte Perspektive aus dem Ausland nach Deutschland gebracht werden.”

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×