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18.09.2015

13:20 Uhr

Beschwerde in Brüssel

Spielergewerkschaft will Transfersystem revolutionieren

Das Milliarden-Geschäft mit Fußballprofis könnte ins Visier der Wettbewerbshüter geraten. Die Spieler-Gewerkschaft FIFPro will das Transfersystem radikal reformieren und schaltet dafür die EU-Kommission ein.

Sie wollen den Fußball revolutionieren: Fifpro-Präsident Philippe Piat (links) und Fifpro-Generalsekretär Theo van Seggelen. dpa

Chefetage

Sie wollen den Fußball revolutionieren: Fifpro-Präsident Philippe Piat (links) und Fifpro-Generalsekretär Theo van Seggelen.

BrüsselDie Spielergewerkschaft FIFPro will das geltende Transfersystem im internationalen Fußball mit Hilfe der EU-Kommission zum Einsturz bringen und Ablösezahlungen abschaffen. Noch an diesem Freitag wolle die Interessengemeinschaft der Fußballprofis in Brüssel eine entsprechende Beschwerde einreichen, wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ und der „Guardian“ berichteten.

Nach Ansicht der FIFPro, die nach eigenen Angaben 65 000 Profis vertritt, verstoßen die Transferregeln gegen das europäische Wettbewerbsrecht. Clubs und Verbände würden ihre marktbeherrschende Stellung missbrauchen. „Wir sind überzeugt, dass unsere Zahlen belegen, dass es keine Stabilität in diesem System gibt - weder für Clubs noch für die Spieler, die nicht bezahlt werden“, sagte FIFPro-Generalsekretär Theo van Seggelen der „FAZ“.

Transferausgaben 2015: Europas Ausgabenkönige

Platz 20 bis 18

20. Leverkusen (GER) 56 Millionen Euro

19. Wolfsburg (GER) 57 Millionen Euro

18. Barcelona (ESP) 63 Millionen Euro

Quelle: Cies

Platz 17 bis 14

17. Newcastle (ENG) 71 Millionen Euro

16. Tottenham (ENG) 77 Millionen Euro

15. Roma (ITA) 79 Millionen Euro

14. Aston Villa (ENG) 80 Millionen Euro

Platz 13 bis 10

13. Monaco (FRA) 82 Millionen Euro

12. Bayern (GER) 90 Millionen Euro

11. Real Madrid (ESP) 95 Millionen Euro

10. Milan (ITA) 95 Millionen Euro

Platz 9 bis 6

9. Chelsea (ENG) 102 Millionen Euro

8. Inter (ITA) 109 Millionen Euro

7. Liverpool (ENG) 115 Millionen Euro

6. Paris SG (FRA) 121 Millionen Euro

Platz 5

Atlético Madrid (ESP) 122 Millionen Euro

Platz 4

Valencia (ESP) 132 Millionen Euro

Platz 3

Juventus (ITA) 138 Millionen Euro

Platz 2

Manchester United (ENG) 189 Millionen Euro

Platz 1

Manchester City (ENG) 230 Millionen Euro

Es wird erwartet, dass die EU-Wettbewerbshüter innerhalb von zwölf Monaten zu einer Entscheidung kommen. Sollte die EU-Kommission dem FIFPro-Antrag folgen, werde aber noch ein oder zwei Jahre über ein neues Regelwerk verhandelt werden müssen, schrieb der „Guardian“ unter Berufung auf die Anwälte der Spielervereinigung.

Die Gewerkschaft erwartet durch ihre Aktion eine ähnliche Revolution im internationalen Fußball wie nach dem Bosman-Urteil 1995. Damals hatte der Europäische Gerichtshof entschieden, dass Fußballprofis nach Ablauf ihres Vertrags ablösefrei den Verein wechseln können.

Transferausgaben seit 2010: Europas Ausgabenkönige im Fußball

Platz 20 bis 18

20. Southampton (ENG): 214 Millionen Euro

19. Wolfsburg (GER): 285 Millionen Euro
18. Napoli (ITA): 293 Millionen Euro
Quelle: Cies

Platz 17 bis 14

16. Milan (ITA): 307 Millionen Euro
16. Monaco (FRA): 307 Millionen Euro

15. Valencia (ESP): 325 Millionen Euro

14. Arsenal (ENG): 335 Millionen Euro

Platz 13 bis 10

13. Bayern (GER): 341 Millionen Euro

12. Tottenham (ENG): 364 Millionen Euro

11. Inter (ITA): 390 Millionen Euro

10. Roma (ITA): 398 Millionen Euro

Platz 9 bis 6

9. Atlético Madrid (ESP): 404 Millionen Euro

8. Juventus (ITA): 434 Millionen Euro

7. Barcelona (ESP): 512 Millionen Euro

6. Liverpool (ENG): 566 Millionen Euro

Platz 5

Real Madrid: (ESP) 598 Millionen Euro

Platz 4

Paris SG (FRA): 615 Millionen Euro

Platz 3

Manchester United (ENG): 640 Millionen Euro

Platz 2

Chelsea (ENG): 711 Millionen Euro

Platz 1

Manchester City (ENG): 784 Millionen Euro

Die FIFPro will Spielern nun ermöglichen, auch viel leichter aus dem laufenden Vertrag heraus zu wechseln. Zudem sollen Ausleihen abgeschafft, Kadergrößen limitiert und Zahlungen an Spielerberater begrenzt werden. Auch das weitreichende Problem verspäteter Gehaltszahlungen an Spieler solle mit dem Vorstoß bekämpft werden. „Was immer auch passiert, dies ist ein historischer Moment nicht nur für die FIFPro, sondern für den Profi-Fußball“, sagte van Seggelen.

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