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06.03.2006

13:49 Uhr

Bierhoff versucht Wogen zu glätten

Beckenbauer liest Klinsmann die Leviten

Die Fronten zwischen Franz Beckenbauer und Jürgen Klinsmann haben sich im Zuge des Fifa-Workshops weiter verhärtet. Mit deutlichen Tönen ist der OK-Chef gegen seinen früheren Schützling und heutigen Bundestrainer, der in Düsseldorf nicht erschienen ist, vorgeprescht und hat Klinsmann 95 Tage vor dem WM-Eröffnungsspiel Beratungsresistenz und eine schlechte Kinderstube unterstellt.

Franz Beckenbauer kritisiert Jürgen Klinsmann heftig. Foto: dpa dpa

Franz Beckenbauer kritisiert Jürgen Klinsmann heftig. Foto: dpa

DÜSSELDORF. "Jeder geht mit seinem Bereich so um, wie er erzogen wurde. Er hätte hier erscheinen müssen. Das ist ein Pflichttermin, und so viele Pflichttermine hat er ja nicht", sagte der deutsche WM-OK-Chef am Rande des zweitägigen Workshops der 32 WM-Teilnehmer in Düsseldorf, den Beckenbauer am Montagvormittag eröffnet hatte.

Der 60-Jährige verurteilte das Verhalten Klinsmanns, der am Donnerstag nach der 1:4-Pleite der deutschen Nationalmannschaft in Italien gleich wieder den Flieger in Richtung seiner Wahlheimat USA bestiegen hatte. Damit fehlte der Bundestrainer unter anderem auch beim Workshop, obwohl dort unter anderem der von ihm vorangetriebene Vorschlag einer späteren Nominierungsfrist (bisher 15. Mai) diskutiert wird.

Klinsmann war nach dem 1:4-Debakel gegen Italien in seine Wahlheimat USA zurückgeflogen. Die Delegation des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wird beim Workshop von Klinsmanns Assistenten Joachim Löw sowie Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff angeführt. "Das ist ein Unding. Als Gastgebertrainer muss man da sein. Fast alle Cheftrainer sind da, aus Brasilien kommt Carlos Alberto Parreira, Sven-Göran Eriksson kommt aus England, aber unser Chef ist nicht da. Mehr will ich dazu gar nicht mehr sagen. Denn wenn ich weiter darüber nachdenke, wird meine Wortwahl noch drastischer", meinte ein zorniger Beckenbauer, der seinen Wortschwall für alle sichtbar zügeln musste.

Überhaupt ging der OK-Boss deutlich auf Distanz zu Klinsmann, der als Stürmer 1990 unter dem damaligen Teamchef Beckenbauer in Italien Weltmeister geworden war. "Es hat keinen Sinn mehr, mit ihm zu sprechen. Ich weiß nicht, wie oft ich mit ihm gesprochen und ihm gesagt habe, dass er in der Hauptzeit vor der WM in Deutschland sein muss. Wenn das die Auffassung von seinem Beruf ist, dann muss er auch mit der Kritik leben."

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