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15.11.2012

20:17 Uhr

Bilanzen der Vereine

Rekordminus bei Werder, Rekordplus bei Mainz

Die ersten Klubs haben ihre Bilanzen vorgelegt: Während Werder Bremen für das Geschäftsjahr 2011/2012 Millionen-Verluste vermeldet, blickt etwa Mainz 05 auf das wirtschaftliche beste Jahr seiner Geschichte zurück.

Minus verkündet und gegangen: Geschäftsführer Klaus Allofs. dpa

Minus verkündet und gegangen: Geschäftsführer Klaus Allofs.

DüsseldorfBevor er ging, brachte er noch die Hiobsbotschaft: Klaus Allofs, Ex-Werder-Geschäfsführer und neuer Wolfsburg-Manager vermeldete einen Verlust von 13,9 Millionen Euro. So hoch waren die Miesen an der Weser noch nie. Eines machen die tiefroten Zahlen deutlich: Will Werder Bremen einen weiteren personellen Umbruch wie im Sommer vermeiden, ist eine Qualifikation für den internationalen Wettbewerb Pflicht.

„Wir fühlen uns nicht wohl in unserer Haut und hätten gerne ein anderes Ergebnis präsentiert, aber das ist kein Grund zur Panik", sagte da Noch-Werder-Geschäftsführer Allofs.

Im Vergleich zum Vorjahr, als Werder mit 8,2 Millionen Euro noch den zweithöchsten Gewinn eingefahren hatte, brach der Umsatz um satte 24,3 Millionen Euro ein. Die Marke von 100 Millionen Euro, erstmals 2006/07 überschritten und seither jeweils deutlich übertroffen, wurde mit 95,6 Millionen Euro nun klar verfehlt.

„Das negative Ergebnis ist im Wesentlichen auf die fehlenden Erträge aus der Champions League zurückzuführen. Unsere traditionell hohe Eigenkapitalausstattung ermöglicht es jedoch, den Fehlbetrag des abgelaufenen Geschäftsjahres aus eigenen Mitteln auszugleichen", gab sich Allofs gelassen und verwies auf eine Summe in Höhe von 24,4 Millionen Euro. „Dies entspricht einer sehr guten Eigenkapitalquote von 48 Prozent der Bilanzsumme. Das Unternehmen ist gesund", so Marketing-Geschäftsführer Klaus Filbry.

Sechs Jahre Champions League und ein Jahr Europa League haben dazu beigetragen, dass die Werder GmbH in Ruhe weiter arbeiten kann. „Die Stimmungslage ist trotz des Verlustes gut", sagte Filbry, „weil wir uns ein gewisses Polster erarbeitet haben, von dem wir zehren können."

Damit das so bleibt, ist der viermalige deutsche Meister auf kurzfristige Erfolge angewiesen. Der Kader wurde nach den Misserfolgen der vergangenen zwei Jahre mit den Verkäufen von Per Mertesacker, Marko Marin und Wesley zwar bereits deutlich entschlackt, doch er ist für eine Mannschaft im Bundesliga-Mittelmaß noch immer zu teuer. Sollte in dieser Serie wiederholt das internationale Geschäft verpasst werden, müssten weitere Spieler gehen.

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