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08.11.2015

15:34 Uhr

Blatter-Nachfolge

Doppellösung für die Fifa-Spitze

VonHolger Alich

Medienberichten zufolge bahnt sich eine Art Doppelspitze bei der Fifa an. Demnach soll der Bahreiner Scheich Al-Khalifa beste Chancen auf die Präsidentschaft haben. Sein Vize bekäme aber deutlich mehr Macht.

Salman Bin Ibrahim Al-Khalifa hat großen Einfluss und genießt die Unterstützung ebenso einflussreicher Funktionäre. dpa

Mächtiger Bahreiner

Salman Bin Ibrahim Al-Khalifa hat großen Einfluss und genießt die Unterstützung ebenso einflussreicher Funktionäre.

ZürichWer wird neuer Nachfolger von Sepp Blatter an der Fifa-Spitze? Diese Frage ist derzeit Gegenstand hektischer Diplomatie hinter den Kulissen. Sieben Kandidaten haben ihren Hut in den Ring geworfen. Nun könnten zwei gemeinsame Sache machen.

Laut der Schweizer „Sonntagszeitung“ zeichnet sich eine Ticket-Lösung ab. Der Bahreiner Scheich Salman Bin Ibrahim Al-Khalifa, Präsident der asiatischen Fußballkonföderation, könnte demnach Präsident werden. Uefa-Generalsekretär Gianni Infantino würde dann neuer Generalsekretär der Fifa.

Der Posten des Generalsekretärs wird im Zuge der geplanten Fifa-Reform stark aufgewertet, de facto wird er eine Art Vorstandsvorsitzender des Weltfußballverbandes. Architekt der Lösung sei der kuwaitische Scheich Al-Fahad Al-Ahmed Al-Sabah, der als wichtiger Strippenzieher im internationalen Sport-Geschäft gilt. Al-Sabah ist Mitglied im Fifa-Exekutiv-Komitee und sitzt im Internationalen Olympischen Komitee.

Der AFC-Präsident Al-Khalifa gilt quasi als Marionette des einflussreichen Kuwaiters Al-Sabah. Die Verbindung zum Uefa-General Infantino ist dagegen weniger offensichtlich.

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Fifa-Kreise verweisen indes darauf, dass der Schweizer Infantino exzellent im arabischen Raum vernetzt ist. Das verdankt er unter anderem seiner Frau, einer Libanesin, die wiederum hochrangige verwandtschaftliche Verbindungen in die Herrscher-Familie Kuwaits und Katar hat. Infantino spricht daher auch selbst arabisch.

Mit dieser Lösung könnten die beiden wichtigsten Konföderationen eingebunden werden, jene Asiens und Europas. Zudem würde der Kuwaiter Al-Sabah seinen Einfluss auf die neue Fifa-Spitze wahren.

Dieser hatte zunächst auf Uefa-Präsident Michel Platini gesetzt. Doch Platini stolperte über eine Zwei-Millionen-Zahlung von Sepp Blatter, die nie korrekt in den Fifa-Büchern verbucht war. Aus diesem Grund droht nun beiden eine mehrjährige Sperre.

Al-Sabah selbst scheut das Licht der Öffentlichkeit und spielt lieber die Rolle des Strippenziehers. Auf die Frage, warum er selbst nicht einfach für die Fifa-Spitze kandidiert, soll er einmal gesagt haben: „Wieso denn, ich kontrollier den Laden doch auch so.“

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