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18.01.2012

16:20 Uhr

Bonität der Bundesligisten

Bayern und Wolfsburg mit Bestnoten

Dem VfL Wolfsburg schaden die Einkaufstouren von Felix Magath offenbar nicht - zumindest wirtschaftlich. Sportlich eher mau, wird die Zahlungskraft der Niedersachsen als tadellos bewertet. Das schafft sonst nur der FCB.

Beste Bonität: Der VfL Wolfsburg. dapd

Beste Bonität: Der VfL Wolfsburg.

DüsseldorfBei Transfers nicht über Geld nachdenken müssen, oder zumindest nicht zu lange und zu intensiv - ein Traum für Sportdirektoren in aller Welt. Dem VfL Wolfsburg stehen, maßgeblich dank Hauptsponsor Volkswagen, diese Möglichkeiten offen. Etwa 30 Millionen Euro haben die Niedersachsen in der Winterpause ausgegeben. „Bei Wolfsburg wäre ohne Großsponsor VW ein solcher Kraftakt mangels sportlicher Erfolge aber kaum finanzierbar“, analysiert Thomas Dold, Geschäftsführer D&B Deutschland. Das Unternehmen ist führend in der Wirtschaftsbewertung und hat zum Ende der Hinrunde die Zahlungsmoral und -kraft der Bundesligisten auf den Prüfstand gestellt. Etwas überraschend landet Wolfsburg dabei gemeinsam mit dem FC Bayern München auf dem ersten Platz. Und VW mag die Aussage Dolds nicht unkommentiert stehen lassen: „Die aktuellen Transfers bewegen sich alle innerhalb des Budgets. Dass Magath Geld von VW einfach rausschmeißen würde, kann man so nicht stehen lassen, weil es unfair ist“, erläutert VfL-Aufsichtsratschef und VW-Einkaufsvorstand Garcia Sanz.

Das Ranking, der D&B Bundesliga-Index, bewertet anhand demografischer Daten, Finanzdaten und Zahlungserfahrungen jeden Verein der höchsten deutschen Spielklasse. Bestmöglicher Score ist 100, was für Geschäftspartner bedeutet, dass nicht mit einem Zahlungsausfall zu rechnen ist. Dort, wo verfügbar, wurde auch überprüft, um wie weit die Zahlungsvereinbarung überschritten wurde.

Wolfsburg und Bayern dicht auf den Fersen ist Dortmund. Deren Score liegt bei 99, Meisterschaft, Champions League und maßvolles haushalten lassen die Borussia auf dem Treppchen landen. Allerdings lässt der Meister seine Partner im Schnitt drei Tage warten. Es folgen Werder Bremen (97), Erzrivale Schalke (95) und Borussia Mönchengladbach (87), die allesamt gemäß Vereinbarung überweisen. Auch der kleine SC Freiburg schlägt sich trotz geringer Summen wacker (82). Überraschend: Trotz des Engagements von Dietmar Hopp landet Hoffenheim ziemlich weit hinten (52). Die Schlusslichter bilden Europa-League-Teilnehmer Hannover (28) und Aufsteiger Hertha BSC Berlin (26).

Während laut D&B die Zahlungsmoral insgesamt gestiegen sei, verhindert andererseits die vielerorts dünne Eigenkapitaldecke zum Beispiel bei Schalke und Gladbach einen besseren Bonitätsscore. Der durchschnittliche Branchen-Score im Profifußball sei seit dem Sommer (58 Punkte) allgemein auf derzeit 49 Punkte gesunken. Bis auf Hannover und Berlin übertreffen jedoch alle Bundesligisten diesen Wert. Weiter im freien Fall befindet sich übrigens der Hamburger SV, der vor nicht allzu langer Zeit noch zu den bestbewerteten Vereinen zählte, rutschte im Vergleich zum Sommer um weitere sechs Punkte ab. Rechnungen werden mit acht Tagen Verspätung beglichen, nur Stuttgart (elf Tage) zahlt später.

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