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04.04.2015

12:52 Uhr

Borussia Dortmund – Bayern München

Was Guardiola und Klopp eint

VonVictor Fritzen

BVB gegen Bayern ist nicht nur der Höhepunkt des 27. Spieltags, sondern auch das Duell zweier sehr unterschiedlicher Trainer-Typen. Und doch haben Jürgen Klopp und Josep Guardiola so manches gemeinsam. Ein Vergleich.

Herzlich: Beim letzten Aufeinandertreffen am 1. November 2014 in der Allianz Arena in München (Bayern). dpa

Guardiola und Klopp

Herzlich: Beim letzten Aufeinandertreffen am 1. November 2014 in der Allianz Arena in München (Bayern).

DortmundIm September saßen Jürgen Klopp und Pep Guardiola an einem Tisch und flachsten miteinander. Beim Elitetrainer-Forum der UEFA in Nyon sprachen die beiden besten Bundesliga-Trainer mit ihren internationalen Kollegen über taktische Fouls, Termine Karten und Regeländerungen.

Während sich die Oberen der Klubs, Dortmunds Hans-Joachim Watzke und Münchens Karl-Heinz Rummenigge, regelmäßig medienwirksam bekriegen, hegen die Übungsleiter reichlich Respekt füreinander. „Ich habe den Eindruck, dass wir beide dieses Spiel sehr lieben“, sagte Klopp einstmals. Und Guardiola lobte seinen Kollegen als „außergewöhnlichen Trainer“.

Heute Abend wird das ehrbare Verhältnis zumindest für 90 Minuten etwas distanzierter sein. Dann, wenn das Abendspiel des BVB gegen die Bayern die Aufmerksamkeit der fußballinteressierten Weltöffentlichkeit genießen wird – trotz der größten sportlichen Differenzen seit Jahren.

15 Mal Bayern gegen Dortmund

26. Februar 2011: FC Bayern München - Borussia Dortmund 1:3

Mit dem Sieg in München liefert Dortmund sein Meisterstück ab. In 200 Ländern schaut man zu, als Lucas Barrios, Nuri Sahin und Mats Hummels für den BVB und Luiz Gustavo für Bayern treffen. Auf Borussen-Seite leidet nur Klopps Brille: Beim Jubeln geht sie zu Bruch.

19. November 2011: FC Bayern München - Borussia Dortmund 0:1

Als „Hort der Glückseligkeit“ preist Präsident Hoeneß seinen FCB auf der Jahreshauptversammlung. Am Tag darauf schlägt Dortmund zu. In einem Duell auf Augenhöhe ist Jungstar Mario Götze der Matchwinner gegen den FCB, der zuvor in fünf Heimspielen 23 Tore erzielt hatte.

11. April 2012: Borussia Dortmund - FC Bayern München 1:0

Elfmeter verschossen, Großchance vergeben, Abseits aufgehoben - an dem schwarzen Abend verspielt Pechvogel Arjen Robben mit dem FC Bayern endgültig die Meisterschaft. Wie im November wäre auch diesmal mehr drin gewesen, aber wieder hat Dortmund die Nase vorn.

12. Mai 2012: Borussia Dortmund - FC Bayern München 5:2

Meister Dortmund krönt im DFB-Pokalfinale eine traumhafte Saison und feiert das erste Double der Vereinsgeschichte. Der FC Bayern liefert vor allem in der Abwehr eine desaströsen Leistung, Trainer Jupp Heynckes bezeichnet den Auftritt anschließend als „katastrophal“.

12. August 2012: FC Bayern München - Borussia Dortmund 2:1

Die Bayern gewinnen nach zuvor fünf Niederlagen gegen den BVB in Serie erstmals wieder - wenn auch nur im nationalen Supercup. „Psychologisch gut“, urteilt Heynckes. Nach drei zweiten Plätzen in der Vorsaison darf der FCB mal wieder eine Trophäe in Empfang nehmen.

1. Dezember 2012: FC Bayern München - Borussia Dortmund 1:1

Das Giganten-Treffen bleibt diesmal ohne Sieger, mit dem 1:1 im Bundesligaduell können sich beide Vereine anfreunden. Getrübt wird die Partie von der schweren Verletzung Holger Badstubers, der mit einem Kreuzbandriss auf Krücken aus der Arena humpelt.

27. Februar 2013: FC Bayern München - Borussia Dortmund 1:0

Die bayerische Revanche glückt: Im DFB-Pokal-Viertelfinale bezwingt Heynckes' erstarktes Team durch ein Tor ausgerechnet von Robben den Titelverteidiger. Im vorgezogenen Endspiel gewinnen die Bayern - und dürfen endlich auch wieder in einem bedeutenden Wettbewerb jubeln.

4. Mai 2013: Borussia Dortmund - FC Bayern München 1:1

Die Generalprobe für das Champions-League-Finale wenige Wochen später endet mit einem leistungsgerechten Remis. Damit bleiben die Bayern auch im sechsten Bundesliga-Duell ohne Dreier gegen die Schwarz-Gelben - und holen erstmals 2013 in der Liga nur einen Punkt.

25. Mai 2013: Borussia Dortmund - FC Bayern München 1:2

Im Finale von Wembley muss Mario Götze kurz vor seinem Wechsel zum Kontrahenten verletzt mitanschauen, wie Robben die Bayern in der 89. Minute auf den Thron ballert. Nach zwei Finalniederlagen erobern die Bayern bei Heynckes internationalem Abschied den Henkel-Pott.

27. Juli 2013: Borussia Dortmund - Bayern München 4:2

Dämpfer fürs Selbstbewusstsein vor Beginn der neuen Ligasaison: Mit viel Offensivdrang bezwingt der BVB im nationalen Supercup den Erzrivalen. Ohne die verletzten Manuel Neuer, Franck Ribéry und Neueinkauf Götze verpasst Starcoach Pep Guardiola den ersten Titel.

23. November 2013: Borussia Dortmund - FC Bayern München 0:3

Bei der Rückkehr an die alte Wirkungsstätte schockt Mario Götze mit dem 1:0 für Bayern die BVB-Fans, die ihn nach seiner Einwechselung bei jeder Ballberührung mit einem gellenden Pfeifkonzert bedenken. Arjen Robben und Thomas Müller machen dann alles klar.

12. April 2014: FC Bayern München - Borussia Dortmund 0:3

Der BVB fertigt leidenschaftslose Bayern ab. Nur drei seiner bis dato 833 Liga-Heimspiele verloren die Münchner höher. Nach dem Gewinn der Turbo-Meisterschaft kommt Bayern nicht auf Touren. „Und ihr wollt deutscher Meister sein“, skandierten die BVB-Fans hämisch.

17. Mai 2014: Borussia Dortmund - FC Bayern München 0:2 n.V.

Arjen Robben schlüpft wie ein Jahr zuvor im Champions-League-Endspiel in die Rolle des Finalhelden. Sein 1:0 ebnet den Weg zum erneuten Double. Bitter für Dortmund: Ein Kopfball von Mats Hummels in der regulären Spielzeit war hinter der Linie, doch das Tor zählte nicht.

13. August 2014: Borussia Dortmund - FC Bayern München 2:0

Bei der ersten Siegerehrung der Saison bleibt den erfolgsverwöhnten Bayern nur die Zuschauerrolle. Neben der Niederlage gegen den Erzrivalen schmerzt die schwere Knieverletzung von Javi Martínez. Pierre-Emerick Aubameyang feiert sein 2:0 mit Spider-Man-Maske.

1. November 2014: FC Bayern München - Borussia Dortmund 2:1

Den vorletzten Tabellenrang findet Jürgen Klopp „beschissen». Als die Bayern-Stars ihren verdienten 2:1-Sieg feiern, müssen Klopp & Co. die branchenüblichen Schmähgesänge ertragen. „Zweite Liga, Dortmund ist dabei“, schallt es schadenfroh durch die Arena.

Rein tabellarisch war es in der jüngeren Vergangenheit immer das Spitzenduell der Bundesliga. Der deutsche Clásico. 2015 ist die Konstellation jedoch eine andere. Die Bayern sind überlegen wie eh und je, die Dortmunder spielen dagegen eine Horror-Saison. 31 Punkte trennen die Teams derzeit. Einunddreißig!

Das sind nicht nur Welten, das sind Kosmen. Allerdings ist es auch nicht mehr als eine Zahl, für die sich die beiden Mannschaften nur bedingt interessieren. Wenn der impulsive Motivator Klopp auf den Fußball-Philosophen Guardiola trifft.

Da ist zum einen Jürgen Norbert Klopp. 47 Jahre, aus der Gemeinde Klatten in Baden-Württemberg. Fünf Titel als Trainer, keinen als Spieler. Seit mittlerweile fast sieben Jahren in Diensten des BVB, den er nach finanziellen und sportlichen Tiefen wieder zu einem Spitzenverein des deutschen Fußballs geformt hat.

Spätestens seit seinen Erfolgen (Meister 2011, 2012 und DFB-Pokal-Sieg 2012) umwerben ihn nicht nur andere Vereine, sondern auch die Werbebranche. Klopp drehte Spots für Opel, die Volksbanken oder Metylan. Ein ansprechender Nebenverdienst.

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