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29.10.2016

11:39 Uhr

Borussia Dortmund gegen Schalke 04

Das ungleiche Derby

VonThomas Schmitt

Im Pott steigt das Spiel des Jahres. Borussia Dortmund geht als Favorit ins Revierderby gegen Königsblau. Mit einem Sieg würde Schwarz-Gelb seinen wirtschaftlichen Vorsprung bestätigen. Ein Besuch auf Schalke.

Eine Fahne der Schalke-Fans im Derby Anfang April 2016. Reuters

Schalke 04 gegen Borussia Dortmund

Eine Fahne der Schalke-Fans im Derby Anfang April 2016.

GelsenkirchenMehrere hundert Fans beobachten das öffentliche Training von Schalke 04 vor dem Derby gegen den BVB. Sie trinken Bier oder Kaffee, essen Bratwurst im Brötchen und grübeln über die Taktik, die Trainer Markus Weinzierl am Samstag wohl vorgibt. Die Spieler üben schnelle Angriffe über die Außenbahnen, mal mit einem Pass in die Schnittstellen, mal mit einer präzisen Spielverlagerung durch einen langen Ball. So haben andere Teams den BVB schon geknackt. Allerdings: Selbst ohne Bedrängnis treffen die königsblauen Stürmer zu selten das Tor.

Dieses Manko können sie bis Samstag (18.30 Uhr) vielleicht durch Übung beheben. Manche Probleme lassen sich jedoch nicht übers Wochenende lösen. Viel langsamer macht ein Fußballverein zum Beispiel in Sachen Finanzen Fortschritte. Klubvorstände rechnen hier eher in Zeiträumen von mehreren Jahren. Deshalb können die Schalker vielleicht am Sonntag sportlich mit dem großen Rivalen mithalten. Wirtschaftlich hinken die Gelsenkirchener dem BVB jedoch um Jahre hinterher.

Der Saisonvergleich 2016/17: BVB schlägt Schalke 11:6

Durchschnittliches Alter eingesetzter Spieler

Dortmund: 24,93 Jahre

Schalke: 25,59 Jahre

Quelle: Kicker

Überspielte Verteidiger

Dortmund: 317

Schalke: 250

Zweikämpfe pro Spiel

Dortmund: 113

Schalke: 115

Zweikampfquote

Dortmund: 54,8%

Schalke: 49,6%

Pässe pro Spiel

Dortmund: 655

Schalke: 438

Passquote

Dortmund: 86,1%

Schalke: 79,6%

Lange Pässe pro Spiel

Dortmund: 159

Schalke: 241

Passquote lange Pässe

Dortmund: 57,0%

Schalke: 53,4%

Ballbesitz

Dortmund: 70,0%

Schalke: 49,0%

Gelaufene Kilometer pro Spiel

Dortmund: 112,3 km

Schalke: 112,7 km

Sprints pro Spiel

Dortmund: 212

Schalke: 190

Fouls pro Spiel

Dortmund: 8,9

Schalke: 14,5

Gefoult worden pro Spiel

Dortmund: 19,1

Schalke: 11,9

Chancen herausgespielt

Dortmund: 59

Schalke: 27

Chancenverwertung

Dortmund: 33,9%

Schalke: 37,0%

Gegnerische Chancen

Dortmund: 39

Schalke: 35

Gegnerische Chancenverwertung

Dortmund: 25,6%

Schalke: 31,4%

Das weiß auch Schalke-Finanzvorstand Peter Peters, auch wenn er offiziell nur ungern über den großen Rivalen redet. Sportlich schon gar nicht, hier überlässt er komplett dem neuen Sportvorstand Christian Heidel das Feld. Immerhin lässt er sich jedoch finanziell ein paar vergleichende Sätze entlocken. Das Credo Peters' lautet: „Borussia Dortmund und Schalke 04 sind wirtschaftlich grundsätzlich völlig andere Wege gegangen.“ Das ist eine kluge Antwort, denn für Schalke-Fans bedeutet dies: Grämt Euch nicht, wirtschaftliche Vergleiche mit dem BVB sind ohnehin nicht angebracht.

Und zwar aus folgendem Grund: Der BVB hat sich entschieden, an die Börse zu gehen und dafür Geld von Aktionären bekommen, die nun Jahr für Jahr eine Dividende erwarten. Mit Peters' Worten: Es wurden „Eigentumsrechte“ verkauft. Das ist ein Weg, den Schalke 04 für sich grundsätzlich ausgeschlossen hat.

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Der Fußballverein Schalke 04 hat im Geschäftsjahr 2015 das beste Ergebnis der Vereinsgeschichte erzielt. Hauptgrund dafür sind Spielerverkäufe. Die Schulden sinken, die Rückzahlung einer Fananleihe ist gesichert.

Der Finanzvorstand betont: „Entscheidend ist für uns: Wir legen Wert auf unsere Unabhängigkeit von Investoren“, sagt Peter Peters. „Wir alle, Mitglieder und Verantwortliche des Vereins, wollen es genauso.“ Seit mehr als zwanzig Jahren ist das so. An diesem Punkt zeigt sich der grundlegende System- und Kulturunterschied beider Vereine. Schalke 04 möchte zwar Geldgeber, doch im Gegensatz zum BVB will man die Firmen und Anleger stärker auf Distanz halten. Deshalb bevorzugten die Verantwortlichen Fremd- statt Eigenkapital, um zu expandieren.

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