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13.05.2013

15:55 Uhr

Borussia Dortmund

Kein Götze, kein Problem

VonChristoph Henrichs

Mario Götze? Da war doch was. Mit präziser Tragik ereilte den Nachwuchsstar ein Muskelfaserriss, kurz nachdem sein Wechsel zu Bayern bekannt wurde. Die Aufregung darum? Umsonst. Denn wichtiger ist Lewandowski.

Deutliche Meinung: Dortmunds Fans nehmen Götze den Wechsel übel. dpa

Deutliche Meinung: Dortmunds Fans nehmen Götze den Wechsel übel.

DüsseldorfUnter normalen Bedingungen stünde die Verletzung von Mario Götze im absoluten Mittelpunkt der Öffentlichkeit – viele Fragezeichen würden den Diskurs bestimmen. Wird Götze rechtzeitig wieder fit? Kann der BVB ohne ihn das Finale überhaupt gewinnen? Wie soll die Mannschaft ohne den jungen Star zurecht kommen?

Doch die normalen Bedingungen sind seit jenem Dienstagmorgen vorbei, an dem die Bild-Zeitung den Wechsel des BVB-Stars zum FC Bayern verkündete.

Die Verletzung: Götze musste gegen Madrid mit einem Muskelfaserriss ausgewechselt werden. Reuters

Die Verletzung: Götze musste gegen Madrid mit einem Muskelfaserriss ausgewechselt werden.

So schmerzhaft ein Muskelfaserriss im Oberschenkel auch ist – Mario Götze kann der Verletzung fast dankbar sein. Wer nicht für sein Team aufläuft, kann nicht ausgepfiffen werden. Wer nicht auf dem Platz steht, wird nicht für jede seiner Aktionen kritisch beäugt. Der Muskelfaserriss nahm Götze aus der Schussbahn der Öffentlichkeit. Nach dem Einzug ins Champions League Finale war seine Verletzung eine beiläufige Randnotiz – zwei Wochen vorher wäre genau das noch unvorstellbar gewesen.

Götze will ab Montag wieder vorsichtig mit dem Joggen beginnen. Doch statt bangen Blickes den Mannschaftsarzt zu fixieren, richten die Westfalen ihren Tunnelblick auf den Weg nach Wembley und das große Finale. Als himmelschreiende Ungerechtigkeit hatte es der Dortmunder Anhang empfunden, als er zwei Wochen nach dem „Wunder gegen Malaga“ jäh von Wolke Sieben des Fußball-Olymps gestürzt wurde. Es tat so weh, weil die Geschichte um den jungen Götze so romantisch war: Seit vielen Jahren wohnte er in Dortmund, wurde vom Verein behutsam aufgebaut, von der Presse abgeschirmt, bei Verletzungen keinem Heilungsdruck ausgesetzt. Die väterlichen Umarmungen von Trainer Klopp waren zu innig um als vordergründiger Gewohnheitszuspruch missverstanden zu werden.

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