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13.02.2015

07:17 Uhr

Borussia Dortmund

Klopp will den Reus-Effekt nutzen

Genug gefreut. Nach der Vertragsverlängerung von Marco Reus muss Borussia Dortmund heute im Kellerduell mit Mainz wieder punkten. Eine weitere Heimschlappe für Trainer Jürgen Klopp? Das geht absolut nicht.

Die Saison 2014/2015 endet dann letztlich doch noch halbwegs versöhnlich: Der BVB belegt in der Abschlusstabelle Platz 7 und zieht sogar noch in die Europa League ein. Und auch auch auf einer anderen Ebene gelingt die Wende zum Guten: Superstar Marco Reus verlängerte am 10. Februar 2015 entgegen allen Erwartungen seinen noch bis 2017 laufenden Vertrag vorzeitig bis 2019, ohne Ausstiegsklausel (Foto: Vertragsunterzeichnung mit Michael Zorc und Hans-Joachim Watzke). Im Sommer hätte der Nationalspieler für die festgeschriebene Summe von 25 Millionen Euro wechseln können. Die Verlängerung ist auch ein Erfolg von Watzke, der Reus in schwierigen Zeiten wie seiner Führerschein-Affäre den Rücken stärkte. Quelle: www.bvb.de Screenshot

Februar 2015

Die Saison 2014/2015 endet dann letztlich doch noch halbwegs versöhnlich: Der BVB belegt in der Abschlusstabelle Platz 7 und zieht sogar noch in die Europa League ein. Und auch auch auf einer anderen Ebene gelingt die Wende zum Guten: Superstar Marco Reus verlängerte am 10. Februar 2015 entgegen allen Erwartungen seinen noch bis 2017 laufenden Vertrag vorzeitig bis 2019, ohne Ausstiegsklausel (Foto: Vertragsunterzeichnung mit Michael Zorc und Hans-Joachim Watzke). Im Sommer hätte der Nationalspieler für die festgeschriebene Summe von 25 Millionen Euro wechseln können. Die Verlängerung ist auch ein Erfolg von Watzke, der Reus in schwierigen Zeiten wie seiner Führerschein-Affäre den Rücken stärkte.

Quelle: www.bvb.de

DortmundDer Star bleibt, die Zuversicht wächst. Das Treuebekenntnis von Marco Reus hat bei Borussia Dortmund für Aufbruchstimmung gesorgt. So gut wie in den Tagen vor dem Duell mit dem FSV Mainz 05 am Freitag (20.30 Uhr/Sky) war die Laune in dieser Saison nur selten. „Als Marco nach seiner Unterschrift in die Kabine kam, gab es Applaus“, verriet Jürgen Klopp. Sichtlich erleichtert wertete der BVB-Trainer die Vertragsverlängerung des von europäischen Topclubs umworbenen Nationalspielers bis 2019 als ermutigendes Signal im Abstiegskampf: „Ich glaube an die Symbolkraft und hoffe, dass es auch am Freitag Applaus gibt.“

Der Fußball-Lehrer ist guter Dinge, dass seine Profis die frohe Botschaft „in Leistung ummünzen“ können. Von ähnlich positiver Wirkung wie die Zusage von Reus war das 3:0 am vorigen Spieltag beim SC Freiburg. Mit einem weiteren Sieg könnte die Borussia erstmals seit dem 14. Spieltag die Abstiegszone verlassen. „Das Selbstvertrauen würde weiter wachsen“, sagte Pierre-Emerick Aubameyang, der mit zwei Toren maßgeblichen Anteil am Erfolg im Breisgau hatte.

Doch die bisherige Saisonbilanz verheißt wenig Gutes. Denn zwei Bundesliga-Siege in Serie gelangen erst einmal am 2./3. Spieltag. Diese Horrorstatistik rief Kapitän Mats Hummels seinen Mitstreitern in Erinnerung – bei aller Freude über die positiven Schlagzeilen der vergangenen Tage: „Wir haben es ja schon öfter geschafft, ein Spiel zu gewinnen, auch gut zu spielen, dann aber daran nicht anzuknüpfen. Zwei Siege in Folge zu holen, ist jetzt das klare Ziel.“

Das Millionenspiel um Marco Reus

Gerüchte

Monatelang jagte ein Gerücht das nächste. Geht Marco Reus zu den Bayern, Manchester City, Real Madrid oder Barcelona? Oder bleibt er in Dortmund? Und zu welchen Bedingungen? Es ging um viele Millionen.

Stand: Februar 2015

Marktwert

Der Marktwert von Marco Reus beträgt derzeit rund 50 Millionen Euro. Damit ist er neben Thomas Müller und Mario Götze einer der wertvollsten deutschen Spieler. In Europa zählt er zu den Top20 der Hotspots.

Ausstiegsklausel

Marco Reus hatte eine Ausstiegsklausel in seinem alten BVB-Vertrag. Diese hätte es ihm erlaubt, für 25 Millionen Euro am Ende der Saison 2014/15 zu wechseln. Damit wäre er für jeden neuen Verein ein Schnäppchen gewesen – gemessen am Marktwert.

Gehaltsangebot

Borussia Dortmund kaufte ihm im Februar 2015 die Ausstiegsklausel ab und konnte Marco Reus damit bis 2019 fest an den Verein binden. Darauf ist Reus nach langem Überlegen eingegangen.

Gehaltspoker

Der BVB köderte nach Informationen von „Bild“ seinen Spieler angeblich mit einem Mega-Gehalt von 12 Millionen Euro. Im „Focus“ war von zehn Millionen Euro pro Jahr die Rede. Und Manchester City soll angeblich sogar 13 Millionen Euro pro Jahr geboten haben, berichtete „Bild“. Laut sid soll Reus nun rund acht Millionen Euro pro Jahr verdienen.

Sprengsatz

Reus ist nun wohl zum absoluten Spitzenverdiener beim BVB aufgestiegen. Gleichzeitig sprengt sein Gehalt womöglich jedoch das aktuelle Gefüge. So viel - wie in der Presse vermutet - konnte ein Fußballspieler in Deutschland bisher nur bei Bayern München verdienen.

Gehaltssprung

Bisher verdiente Reus mit Hinweis auf das Jahr 2013 angeblich rund vier Millionen Euro pro Jahr beim BVB. Schon damit war er einer der Spitzenverdiener im Kader. Der BVB nannte keine Zahlen, sondern gab nur den Hinweis: Anderswo hätte Reus ein Gehalt bekommen können, das in Richtung des Doppelten gegangen wäre.

Und die Bayern?

Klar ist, dass sie über Reus nachdachten. Doch dann zogen sie sich auch frühzeitig öffentlich zurück.

Gewaltiger Bayern-Etat

Die Ausgaben für Spieler steigen bei den Bayern gewaltig. Waren es 2012/13 noch 125 Millionen und 2013/14 bereits 140 Millionen, so sollen es aktuell laut „Bild“ schon 160 Millionen Euro sein.

Topverdiener in München

Die Top-Verdiener in München sind laut „Bild“: Franck Ribéry, Philipp Lahm, Mario Götze. Alle sollen jeweils 12 Millionen Euro pro Jahr erhalten.

Mickriger BVB-Etat

Die Dortmunder wirken dagegen bisher wie ein Waisenknabe. In der Bundesliga liegt der BVB mit einem Lizenzspieleretat von 73 Millionen Euro in dieser Saison sogar nur auf Platz 4 in der Bild-Rangliste. Also nicht einmal die Hälfte des Bayern-Etats.

Gut möglich, dass Klopp auf die Startformation von Freiburg setzt. Für sündhaft teure Stars wie Henrich Mchitarjan und Ciro Immobile bliebe in diesem Fall wieder nur ein Platz auf der Bank. Verzichten muss der BVB auf die erkrankten Weltmeister Erik Durm und Flügelflitzer Jakub Blaszczykowski sowie die verletzten Mittelfeldspieler Sven Bender, Sebastian Kehl und Kevin Großkreutz. Ungeachtet dieser Ausfälle nahm Klopp seine Profis in die Pflicht: „Wir sind nach wie vor in der Bringschuld. Ein Erfolgserlebnis ist dringend notwendig.“

Neben BVB-Star Reus rückt der Mainzer Jonas Hofmann am Freitag ins Rampenlicht. Der vom BVB ausgeliehene Mittelfeldspieler steht nach langer Verletzungspause vor einem Comeback – ausgerechnet an alter Wirkungsstätte. Ob der Rekonvaleszent in die Startformation rückt oder nur als Joker zum Einsatz kommt, ließ Trainer Kasper Hjulmand offen. Hofmann will keine Rücksicht auf seine ehemaligen Mannschaftskollegen nehmen: „Wenn ich allein aufs Tor zulaufe, dann schieße ich den Ball auch rein.“

Ähnlich wie der BVB steht auch der nur drei Punkte besser platzierte Tabellen-13. aus Mainz unter Zugzwang. Nach nur einem Sieg aus den vergangenen zwölf Partien sind die Abstiegssorgen gewachsen. Erschwerend kommt hinzu, dass der gesperrte Torhüter Lorius Karius fehlt. Für ihn rückt Stefanos Kapino erstmals in die Startformation. Hjulmand hofft, dass der Debütant die Nervenprobe vor über 80.000 Zuschauern besteht. Zudem glaubt der Trainer an den Klassenerhalt – unabhängig vom Ausgang der Partie in Dortmund: „Wir spielen dort nicht gegen einen Tabellen-16. Dortmund ist eine Topmannschaft. Wir fahren da als Underdog hin.“

Von

dpa

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