Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.10.2011

18:09 Uhr

Borussia Mönchengladbach

Steuer-Razzia bei Präsident Rolf Königs

VonSönke Iwersen, Fidelius Schmid

ExklusivDer Präsident des Fußball-Bundesligisten Borussia Mönchengladbach, Rolf Königs, soll Steuern hinterzogen haben. Die Steuerfahndung hat seine Räumlichkeiten bereits durchsucht. Für Königs ist das Ganze ein Versehen.

Bei Rolf Königs war die Steuerfahndung zu Besuch. ap

Bei Rolf Königs war die Steuerfahndung zu Besuch.

DüsseldorfRolf Königs, rheinischer Manager und Präsident des Fußball-Bundesligisten Borussia Mönchengladbach wird der Steuerhinterziehung verdächtigt. Wie der 70jährige dem Handelsblatt (Freitagausgabe) auf Anfrage bestätigte, wurden seine Räumlichkeiten am Donnerstag vor einer Woche von einem Aufgebot der Steuerfahndung durchsucht. Grund für die Razzia waren Gelder, die Königs auf einem Konto in Luxemburg geparkt hatte und Zinserträge daraus nicht versteuerte.

Königs ist damit der erste Prominente, dem die Steuerfahnder aus Nordrhein-Westfalen nach dem Kauf einer Steuer-CD aus der Bank HSBC Trinkaus auf die Schliche gekommen sind. Das Bundesland gab vor kurzem drei bis vier Millionen Euro für den Datenträger aus, den ein ehemaliger Mitarbeiter von HSBC Trinkaus kopiert haben soll. Derzeit laufen bundesweit Razzien. 3000 Kontoinhaber sind betroffen.

Im Fall von Königs geht es um 1,6 Millionen Euro. Die Summe will Königs ursprünglich ordnungsgemäß versteuert haben. Dann aber hat er das Geld nach Luxemburg geschafft und vor allem als Festgeld angelegt. Die Zinserträge daraus, insgesamt mehrere Hunderttausend Euro, hat er so dem Zugriff der deutschen Finanzbeamten entzogen.

Nach Darstellung des Borussia-Chefs war das Ganze ein Versehen. „Ich habe dieses Konto für mich einfach ausgeblendet“, sagte er dem Handelsblatt. „Ich hatte gar keine Zeit mich um das Geld zu kümmern.“ Er habe den Ermittlern zugesagt, bei der Aufklärung umfangreich kooperieren zu wollen.

Das Geld arbeitete in Luxemburg mehr als zehn Jahre lang steuerlos für Königs, ohne dass er sich dessen nach eigener Darstellung bewusst war. Andererseits: Königs ließ sich die Kontoauszüge nicht nach Hause schicken – sie blieben bei HSBC Trinkaus. Ob die Staatsanwaltschaft dies als ehrliches Versäumnis oder als Verschleierung einer Straftat wertet – das muss sich jetzt zeigen.

Königs ist hinreichend zerknirscht, die Sache geht ihm zu Herzen. „So kann ich nicht leben“, sagte er im Beisein seiner Anwältin, einer renommierten Düsseldorfer Strafrechtlerin. Sie soll die Angelegenheit für Königs jetzt schnellstmöglich aus der Welt schaffen. Die fällige Steuernachzahlung, voraussichtlich ein sechsstelliger Betrag, will er so schnell wie möglich leisten.

Kommentare (9)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Gabelstaplerfahrer

27.10.2011, 19:01 Uhr

Eine rechtzeitige Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse hätte das verhindert. Richtig? Richtig!

hg67

28.10.2011, 14:18 Uhr

Ich möchte keine Mitleid Mit Hr Königs zum Ausdruck bringen, aber ich finde es schon irgendewie verrückt, wie der Staat mit den Bürgern umgeht...versteuertes Geld im Ausland muss hier versteutert werden..getrieben ist der Staat nur durch Gier..

Was anderes: Weshlab die beträgt die Kapitalertragssteuer 25% (hoch genug) während genug Leute mit Arbeit einen höhrenen ind. Steuersatz haben. Das dort noch nicht erfolgreich geklagt wurde..naja..

ich denke, für jeden die halbwegs eigenes Geld verdient ist Steuervermeidung nur soetwas wie "Notwehr"

Account gelöscht!

28.10.2011, 15:15 Uhr

Wenn jemand sein Geld vergisst (ausblendet) und es somit auch nicht braucht, kann dieses komplett incl. Zins und Zinseszins dem Finder (Finanzamt) überlassen. So haben alle den bestmöglichen Nutzen. Man sollte somit für derartige Tatbestände 100 % Finderlohn gesetzlich festschreiben. - Vielleicht hilft das den vermögenden Mitbürgern, sich sörgfältiger und verantwortungsbewusster um ihr hart verdientes Vermögen "zu kümmern"

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×