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15.01.2007

11:19 Uhr

Bruch kam angeblich über Weihnachten

Der lange Abschied des José Mourinho

VonMichael Maisch

Geht er tatsächlich? Ist die Ehe zwischen José Mourinho, Trainer des englischen Meisters FC Chelsea und dem Besitzer des Londoner Nobelklubs Roman Abramowitsch wirklich zerrüttet? Und kommt der deutsche Mittelfeldstar Michael Ballack als Scheidungskind gleich mit unter die Räder? Viele Fragen, die in London keiner beantworten will. Nach einer brisanten Woche ist im Stadion an der Stamford Bridge nur eines klar, die Zeichen stehen auf Krise.

Jose Mourinho hat sich mit der Clubführung des FC Chelsea angelegt. Foto: dpa dpa

Jose Mourinho hat sich mit der Clubführung des FC Chelsea angelegt. Foto: dpa

LONDON. „Ich bin weg“ – in großen Lettern zitierte die Boulevardzeitung „Sun“ den Portugiesen Mourinho in der vergangenen Woche. Auch die Reporter des „Independent“ wollen erfahren haben, dass der Trainer, seinen Manager Jorge Mendes über den bevorstehenden Abgang informiert hat.

Nach zweieinhalb Jahren und zwei Meisterschaften will Mourinho die Brocken zum Saisonende also hinwerfen. Inter Mailand und Real Madrid würden sich angeblich schon um den prominenten Trainer streiten. Und auch Chelsea soll sich bereits nach Alternativen umgeschaut haben. Die Wunschkandidaten heißen Guus Hiddink, Trainer der russischen Nationalmannschaft und Didier Deschamps, früherer Chelsea-Star und aktueller Übungsleiter von Juventus Turin. Angesichts dieser Gerüchte scheint kein Weg an einer Scheidung vorbei zu führen. Oder handelt es sich doch nur um eine weitere Kapriole der Diva Mourinho? Der hoch bezahlte Sportlehrer, der sich selbst zum „Special One“ erklärt hat, ist dafür bekannt, dass er sich gern widerspricht, manchmal auch in einem Satz.

Der Bruch zwischen Mourinho und dem Chelsea-Vorstand kam angeblich über Weihnachten. Der russische Milliardär Abramowitsch hatte einige seiner reichen Freunde eingeladen, um sich die Spiele an der Stamford Bridge anzuschauen. Doch was diese geboten bekamen, gefiel ihnen und ihrem Gastgeber der britischen Presse zufolge ganz und gar nicht. In der Champions League ist Chelsea zwar noch im Rennen, in der englischen Meisterschaft liegt das Starensemble inzwischen aber sechs Punkte hinter Manchester United. Mourinho beschwerte sich lautstark über zu wenig Abwehrspieler im Kader und schob die Schuld nach schwachen Spielen dem Vorstand in die Schuhe. Der Erfolgstrainer ist verbittert, dass Abramowitsch den Geldhahn zugedreht hat. „Ich habe Spieler benannt, die ich will, aber sie werden nicht kommen. Das ist ein Entschluss des Vereins, den ich nicht weiter kommentieren muss“, meckerte Mourinho nach dem blamablen 1:1 gegen den Viertligisten Wycombe Wanderers im Liga-Pokal.

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