Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.05.2015

09:49 Uhr

Bundesliga-Abstiegskampf

Der Tag der Entscheidung

VonAlexander Möthe

Es geht um alles oder nichts: Drei Spiele am Samstagnachmittag entscheiden direkt über den Klassenerhalt der Mannschaft im Abstiegskampf. HSV, Stuttgart, Paderborn, Freiburg, Berlin und Hannover – so stehen die Chancen.

Paderborns Torwart Lukas Kruse steht die Abstiegsangst ins Gesicht geschrieben. dpa

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Paderborns Torwart Lukas Kruse steht die Abstiegsangst ins Gesicht geschrieben.

DüsseldorfAus sechs mach drei: Wenn am Samstag zwischen 17.15 und 17.20 Uhr der 34. und letzte Spieltag der Bundesliga-Saison 2014/15 abgepfiffen wird, werden wie jedes Jahr zwei Mannschaften als Absteiger feststehen und ein Klub in das Relegationsspiel gegen die Nummer drei der 2. Liga geschickt. Es wird Jubel geben, es werden Tränen bei den Fans fließen. Und die Bundesliga vielleicht einen ihrer traditionsreichsten Vereine verloren haben.

Es ist eng wie selten im Abstiegskampf. Zwischen dem SC Paderborn auf Rang 18 und Hertha BSC Berlin auf Rang 13 liegen nur vier Punkte. Klar ist vor dem Finale nur, dass nur noch Stuttgart, Hamburg oder eben Paderborn als Schusslicht absteigen können. Und die Hertha maximal noch in die Relegation rutscht. Doch für alle sechs Vereine im Keller geht es zumindest rechnerisch noch um den Klassenerhalt.

In höchster Gefahr schweben der SC Paderborn und der Hamburger SV, die als Letzter und Vorletzter der Tabelle nicht mehr aus eigener Kraft den Klassenerhalt schaffen können. Beide müssen zwingend drei Punkte holen, um überhaupt noch eine Chance zu haben. Die gefühlt einfachere Aufgabe hat hier der HSV zu lösen.

Stadt Hamburg vor Verlusten: HSV-Abstieg gefährdet 750 Arbeitsplätze

Stadt Hamburg vor Verlusten

HSV-Abstieg gefährdet 750 Arbeitsplätze

„Porsche, Genscher, hallo HSV“: Kaum ein Verein mobilisiert so viel Geld wie der abstiegsbedrohte Hamburger Sportverein. Geht der Klub am Samstag in die 2. Liga, verliert die Hansestadt einen Wirtschaftsfaktor.

Die Hanseaten treffen im letzten Spiel in der Imtech-Arena, die ab Sommer wieder Volkspark heißen wird, auf den FC Schalke 04. Die Gelsenkirchener sind zwar kein per se einfacher Gegner, aber zumindest sportlich geht es für die Knappen um Nichts mehr. Durch den knappen Sieg gegen den SC Paderborn am vergangenen Spieltag wurde vorzeitig die Qualifikation für die Europa League gesichert. Eigentlich gute Vorzeichen für die Hamburger.

Doch der FC Schalke kann sich in der Außenwirkung nicht noch einen unmotivierten Auftritt erlauben. Beim Heimspiel gegen Paderborn war es nach indiskutabler Leistung zu Protesten der Fans gekommen. Protesten, denen sich Manager Horst Heldt stellte, dessen Maßnahme, die Spieler Boateng und Sam rauszuschmeißen, keinerlei Wirkung auf das Team gezeigt hatte. „Wir haben sehr leidenschaftliche Fans. Ihre Enttäuschung kann ich verstehen“, erklärte Heldt im Anschluss. Es gelte nun, „die Herzen der Fans zurückzugewinnen“. Und ein Sieg beim Abstiegskandidaten aus Hamburg ist da Pflicht.

Bundesliga-Saison: Die sechs Topteams im Check

BAYERN MÜNCHEN – Anspruch

In Pep Guardiolas zweitem Jahr als Trainer war spannend, wie die Weltmeister die kurze Pause wegstecken. Der Double-Gewinn war ein ordentlicher Einstand des Spaniers. Nun sollte mindestens die Titelverteidigung – eher aber das Maximum – her, das Triple. (Quelle: dpa)

BAYERN MÜNCHEN – Wirklichkeit

Ziel verpasst! Den Meistertitel verteidigt, doch den Pokal unnötig hergeschenkt. Die Hinrunde war überzeugend, der Schlussspurt etwas schludrig. Auch wegen des klar verpassten Königsklasse-Finales sicher eine eher durchschnittliche Saison.

VFL WOLFSBURG – Anspruch

Nach Platz fünf wollte der VfL diesen Tabellenrang mindestens bestätigen. Die eingespielte Mannschaft, die punktuell verstärkt wurde, musste die Mehrbelastung Europa League verkraften.

VFL WOLFSBURG – Wirklichkeit

Ziel erreicht! Die Wölfe mauserten sich zum Bayern-Verfolger Nummer eins und qualifizierten sich locker für die Champions League. Außerdem steht der Vize-Meister im DFB-Pokalfinale.

BORUSSIA MÖNCHENGLADBACH – Anspruch

Der jüngste Tabellenplatz sechs sollte bestätigt werden. Das sei „keine Selbstverständlichkeit“, meint Coach Lucien Favre. Mit ihrem auf vielen Positionen doppelt gut besetzten Kader zählte die Mannschaft aber auf jeden Fall zu den Europa-League-Anwärtern.

BORUSSIA MÖNCHENGLADBACH – Wirklichkeit

Ziel erreicht! Am vorletzten Spieltag zog das beste Rückrunden-Team erstmals in die Champions League ein. Vier Jahre nach dem Beinahe-Abstieg aus der Bundesliga sind der Borussia damit mehr als 20 Millionen Euro sicher.

BAYER 04 LEVERKUSEN – Anspruch

Offizielles Ziel war es, attraktiv Fußball zu spielen. Damit sollte sich das Team um Neuzugang Hakan Calhanoglu und den aufstrebenden Keeper Bernd Leno bei seinen Möglichkeiten aber zumindest für das internationale Geschäft qualifizieren.

BAYER 04 LEVERKUSEN – Wirklichkeit

Ziel erreicht! Die Direkt-Qualifikation zur Champions League wurde zwar verpasst, doch die Königsklasse durch eine Qualifikation über die Playoffs ist immer noch drin. „Wir werden den vierten Platz vergolden“, verspricht Coach Roger Schmidt.

FC SCHALKE 04 – Anspruch

Auf Schalke ist die Champions League stets Anspruch. „Platz drei ist das Ziel, Platz vier wird akzeptiert“, so Aufsichtsratschef Clemens Tönnies. Nach der erfolgreichen Rückrunde 2013/14 sind die Ansprüche an den breiten Kader groß.

FC SCHALKE 04 – Wirklichkeit

Ziel verpasst! Das neu justierte Minimalziel Europa League hat Schalke noch gerettet, doch die Erwartungen im Umfeld sind nicht erfüllt worden. Ein Spektakel wie im Achtelfinale der Königsklasse gegen Real Madrid wird es 2015/16 nicht geben.

FC AUSBURG – Anspruch

Der Shootingstar der Vorsaison war im Sommer weg: André Hahn wechselte nach Gladbach. Ziel blieb trotz des nur knapp verpassten Europa-League-Platzes in der Vorsaison der Klassenerhalt.

FC AUGSBURG – Wirklichkeit

Ziel erreicht – und zwar mit Bravour! Der FCA hält nicht nur die Klasse, sondern spielt künftig sogar international.

Die Hamburger selbst haben alles Selbstvertrauen, was ihnen die Punktgewinne unter Feuerwehrmann Bruno Labbadia zurückgebracht hatten, schon wieder eingebüßt. Ausgerechnet das Heimspiel gegen den direkten Abstiegskonkurrenten Freiburg und die Niederlage in Stuttgart in der vergangenen Woche haben einen Großteil der Hoffnungen einfach zerstört. Torhüter René Adler, in dieser Phase der Saison bester Hamburger Spieler, bescheinigte der Mannschaft zuletzt Angst. Aber: „Wir können es noch schaffen. Da bringt es nichts, alles in Schutt und Asche zu reden“, beteuerte Adler. „Ich glaube einfach, dass wir gegen Schalke gewinnen.“ 

Trainer Labbadia setzte zum zweiten Mal in seiner kurzen Amtszeit ein Trainingslager an, diesmal ging es unter der Woche ins holsteinische Malente, zum Uwe-Seeler-Sportpark, wo sich die WM-Helden von 1974 und 1990 einst vorbereiteten.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Herbert Rolfes

22.05.2015, 20:42 Uhr

"Die Partie der Hamburger steht in direkter Wechselwirkung mit dem Spiel zwischen Hannover 96 und dem SC Freiburg. Geht diese Partie unentschieden aus, ist der HSV aufgrund des massiv schlechteren Torverhältnisses abgestiegen." ist doch Quatsch. Gewinnt der HSV und Paderborn, ist der HSV mindestens 16., egal wie Hannover gegen Freiburg spielt, mithin noch nicht abgestiegen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×