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16.05.2015

17:38 Uhr

Bundesliga-Abstiegskampf

Stuttgarter „Affen“ schlagen HSV, Freiburg schafft die Sensation

Sensationeller vorletzter Spieltag im Abstiegskampf der Bundesliga: Der VfB Stuttgart hätte bereits absteigen können – doch gegen den HSV kämpften die Schwaben bis zum Umfallen. Freiburg schafft die Sensation gegen Bayern.

Martin Harnik (2. v. l.) feiert mit Daniel Ginczek (l.), Daniel Didavi (2. v. r.) und Antonio Rüdiger sein Tor gegen den HSV. ap

Stuttgarter „Affen“ beim Torjubel

Martin Harnik (2. v. l.) feiert mit Daniel Ginczek (l.), Daniel Didavi (2. v. r.) und Antonio Rüdiger sein Tor gegen den HSV.

Der Abstiegskampf in der Fußball-Bundesliga hat sich am vorletzten Spieltag noch einmal dramatisch zugespitzt. Die Entscheidung darüber, wer nach dieser Saison den Gang in die zweite Liga antreten muss, fällt erst am letzten Spieltag am kommenden Samstag. Der bisherige Tabellenletzte VfB Stuttgart (jetzt 33 Punkte) verließ nach dem 2:1 (2:1) gegen den Hamburger SV (32) die direkten Abstiegsränge und hat wieder Hoffnung auf den Klassenverbleib.

Bei einer Niederlage gegen den HSV und zwei Siegen der direkten Konkurrenten Hannover, Paderborn oder Freiburg wären die Schwaben schon am 33. Spieltag als erster Club abgestiegen. Der SC Paderborn (31) verlor jedoch beim FC Schalke 04 unglücklich 0:1 (0:0). Der Aufsteiger rutschte auf Platz 18 ab und empfängt zum Saisonabschluss den VfB. Hannover (34) gewann beim FC Augsburg mit 2:1 (1:1).

Der 33. Spieltag im Überblick

FC Augsburg - Hannover 96 1:2

In der ersten Hälfte sind kaum Höhepunkte zu sehen, doch die wenigen Chancen werden von Stindl (24.) und Verhaegh (30., Foulelfmeter) zum 1:1-Halbzeitstand genutzt. Nach Wiederanpfiff erzielt Stindl erneut den überraschenden Führungstreffer (54.). Augsburg antwortet darauf mit wütenden Angriffen, kann sich aber selten entscheidend durchsetzen und hat zudem Pech mit einigen Schiedsrichterentscheidungen, weshalb sie nicht den erneuten Ausgleich erzielen. Zudem werden Sakai (Hannover) und Verhaegh und Bobadilla (Augsburg) vom Platz gestellt.

VfL Wolfsburg - Borussia Dortmund 2:1

Die Wölfe gehen durch Caligiuri (1.) früh in Führung. Doch Dortmund hat mit Aubameyangs Elfmeter (11.) die passende Antwort. Naldo (49.) bringt die Gastgeber dann wieder in Front. Danach hat der BVB nichts mehr zu bieten und Wolfsburg spielt das souverän herunter.

VfB Stuttgart - Hamburger SV 2:1

Den frühen 0:1-Rückstand durch den Kopfballtreffer von Kacar in Minute zwölf, beantworten Gentner (27.) und Harnik (35.) noch in den ersten 45 Minute. Nach dem Seitenwechsel geht es nur in eine Richtung, weil die Hanseaten so gut wie gar nicht mehr ins Spiel finden. Stuttgart hat viele Chancen, kann den erlösenden Treffer bis zum Schluss aber nicht erzielen. Am Ende reicht es für die Hausherren trotzdem zu einem hochverdienten 2:1-Erfolg.

SC Freiburg - FC Bayern 2:1

30 Minuten lang spielen die Bayern Katz und Maus mit ängstlichen Freiburger. Schweinsteiger erzielt in der 13. Minute die Führung. In der 33. Minute erzielt Mehmedi aus dem Nichts den Ausgleich. In der Folge läuft bei den Bayern nichts mehr zusammen. In den zweiten 45 Minuten erleben die Zuschauer wenig Highlights. Der SC kämpft jedoch bis zum Umfallen und eziehlt durch Petersen den nicht unverdienten Siegtreffer (89.).

Schalke 04 - SC Paderborn 1:0

Mit einem königsblauen Auge ist der FC Schalke 04 gegen den SC Paderborn davongekommen. 1:0 heißt es am Ende für S04. Das Tor des Tages gelingt Hünemeier, der eine Kopfballabwehr ins eigene Netz befördert (88.).

FSV Mainz 05 - 1. FC Köln 2:0

Die ersten 45 Minuten werden zunächst von Köln bestimmt, bis Mainz anfängt mitzuspielen. Beide Mannschaften kommen zu einigen guten Versuchen, ohne jedoch mit allzuviel Druck zu agieren, was wohl vor allem mit der entschärften Tabellensitation zu erklären ist. In der zweiten Hälfte agiert Mainz mit mehr Druck und wird direkt durch Koo nach einer Okazaki-Vorlage mit dem 1:0 belohnt (47.). Mainz bleibt gefährlich, aber unter anderem Noveski kann eine Topchance aus drei Metern nicht erfolgreich abschließen (56.). Mit einem zweiten Stürmer wird Köln gefährlicher, aber den Mainzern gelingt in der 83. Spielminute das vorentscheidende 2:0 durch den zuvor eingewechselten Samperio (83.). Kurz darauf wird der scheidende FSV-Kapitän Noveski unter großem Applaus verabschiedet. Malli vergibt kurz vor dem Ende noch das 3:0 und trifft nur das Außennetz (88.).

Hertha BSC - Eintracht Frankfurt 0:0

Hertha BSC Berlin und Eintracht Frankfurt trennen sich nach einem faden Spiel mit 0:0. In der ersten Halbzeit machen die Hauptstädter das Spiel, finden jedoch nicht den richtigen Zugriff. In Hälfte zwei hat die Dardai-Elf zwei Riesenmöglichkeiten durch Kalou und Haraguchi, kommt aber nicht zum Torerfolg. Die Eintracht aus Frankfurt konzentriert sich zu Beginn auf die Defensive. Erst gegen Schluss der Partie intensiviert die Mannschaft von Thomas Schaaf ihre Offensiv-Arbeit. Klare Möglichkeiten kann sich das Team nicht erspielen.

Werder Bremen - Borussia Mönchengladbach 0:2

Borussia Mönchengladbach macht Platz drei klar. Erstmals seit 1987 feiern die Fohlen wieder einen Sieg in Bremen - und das völlig verdient. Bremen kommt in der kompletten Spielzeit nur einmal durch Selke (46.) zu einer Großchance, doch Sommer pariert stark. Gladbach spielt hingegen vollkommen cool seine technische Überlegenheit aus und wartet geduldig auf Chancen. Raffael (53. und 85.) belohnt die Gladbacher Leistung mit einem Doppelpack und sorgt dafür, dass die Borussen erstmals in der Vereinsgeschichte in die Champions League einziehen.

Bayer Leverkusen - 1899 Hoffenheim 2:0

In den ersten 45 Minuten war es noch ein Spiel auf Augenhöhe, in dem die Gäste vielleicht sogar das bessere Team ist. Der Last-Minute Treffer in Durchgang eins von Calhanoglu verändert alles für die zweite Halbzeit. Nach dem Seitenwechsel findet Hoffenheim nicht mehr statt. Bayer Leverkusen überrennt förmlich das Team von Martin Gisdol. Kießling erhöht nach 61 Minuten auf 2:0, danach ist es nur noch Showlaufen, mit dem emotionalen Höhepunkt der Auswechslung von Simon Rolfes in seinem letzten Heimspiel seiner Karriere. Bayer bleibt auch im neunten Heimspiel in Serie ohne Gegentor.

Der SC Freiburg (34) bezwang den alten und neuen deutschen Meister FC Bayern München 2:1 (1:1). Der VfL Wolfsburg setzte sich gegen Borussia Dortmund mit 2:1 (1:1) durch. Hertha BSC ist mit dem 0:0 gegen Eintracht Frankfurt auch noch nicht gesichert. Borussia Mönchengladbach sicherte sich nach zwei Toren von Raffael (53./85.) mit dem 2:0 (0:0) in Bremen endgültig die Qualifikation für die Champions League.

In den sportlich eher bedeutungslosen Partien kam der FSV Mainz 05 dank der Treffer von Ja-Cheol Koo (47.) und Jairo (83.) zu einem 2:0 (0:0) gegen den 1. FC Köln. Bayer Leverkusen setzte sich gegen 1899 Hoffenheim mit 2:0 (1:0) durch. Hakan Calhanoglu mit einem direkt verwandelten Freistoß aus gut 30 Metern (45.+1) und Stefan Kießling (61.) schossen den Sieg heraus.

In Stuttgart geriet die Mannschaft von Trainer Huub Stevens früh durch Gojko Kacar in Rückstand (12.). Der Serbe traf per Kopf nach einem Freistoß von Rafael van der Vaart. Doch VfB-Kapitän Christian Gentner durch die Beine von René Adler (27.) und Martin Harnik nach einem Eckball und missglücktem Rettungsversuch von Heiko Westermann (35.) drehten noch vor der Pause die Partie für die Gastgeber.

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