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07.05.2011

14:46 Uhr

Bundesliga-Abstiegskampf

Tränen, Drama und ein halbes Wunder

Freude und Trauer lagen eng beieinander. Während sich Bremen und Stuttgart aus dem Abstiegskampf verabschieden, müssen Frankfurt, Gladbach und Wolfsburg weiter bangen. St. Pauli verabschiedet sich in die 2. Liga.

Frankfurt/Wolfsburg/HamburgBei Eintracht Frankfurt war die Angst groß. Trainer Christoph Daum griff deshalb vor dem Duell mit seiner „alten Liebe“ 1.FC Köln zu ungewöhnlichen Maßnahmen. Er vermied in den vergangenen Tagen jeglichen Kontakt zu Freunden in seiner Wahlheimat Köln. „Meine ganze Konzentration gilt der Eintracht. Es ist unsere letzte Chance, und es wird Schwerstarbeit. Aber ich bin überzeugt, wir werden es schaffen“, sagte der frühere FC-Coach, der einst im Mittelkreis der Kölner Arena seine Frau ehelichte.

Noch nie musste Daum mit einem seiner Klubs den Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Doch gegen Köln half auch die Vorbereitung im Trainingslager in Bitburg nichts: Nach Toren von Chihi und Podolski kassierte die Eintracht eine bittere 0:2-Heimpleite. Christoph Daums Eintracht steht das Wasser im Abstiegskampf jetzt bis zum Hals. Durch die Niederlage rutschten die Hessen am 33. Spieltag auf den vorletzten Tabellenplatz und drohen zum vierten Mal in der Vereinsgeschichte den schweren Gang ins Unterhaus antreten zu müssen.

Frankfurt enttäuschte im „Spiel der Wahrheit“ auf der ganzen Linie. Den Hessen fiel gegen die gut gestaffelte Gäste-Abwehr überhaupt nichts ein. Kein Tempo, kein Risiko, keine Ideen, keine Chancen - die Eintracht präsentierte sich nicht bundesligatauglich. Die Hausherren begannen zwar schwungvoll. Doch wie so oft in den vergangenen Wochen reichten die Bemühungen nicht aus, um den Rivalen vor ernsthafte Probleme zu stellen. Der Kölner Sieg war verdient, auch wenn die Hausherren bis zum Abpfiff wacker kämpften. Dies war zu wenig.

Auch den Fans waren mit der Leistung der Eintracht nicht zufrieden. Rund 150 Anhänger stürmten nach dem Schlusspfiff den Rasen der Frankfurter Commerzbank Arena. Die Spieler des hessischen Bundesligisten flüchteten daraufhin in die Kabine. Eine Hundertschaft der Polizei bezog auf dem Spielfeld Stellung, es kam zu ersten Festnahmen. Schon nach dem 0:3 der Frankfurter in Mainz am vergangenen Samstag hatte es bei der Rückkehr der Mannschaft nach Frankfurt Randale gegeben.

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