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25.01.2016

19:27 Uhr

Bundesliga-Fernsehrechte

Sky muss das Teilen lernen

VonKai-Hinrich Renner, Ina Karabasz

Das Bundeskartellamt will, dass künftig mindestens zwei Anbieter, die Live-Spiele der Fußball-Bundesliga übertragen. Ob das den Vereinen, wie erhofft, mehr Geld in die Kassen spült, ist aber völlig ungewiss.

Doch mehr Wettbewerb bedeutet für die Vereine nicht automatisch mehr Geld. dpa

Konkurrenz für Sky

Doch mehr Wettbewerb bedeutet für die Vereine nicht automatisch mehr Geld.

Hamburg, DüsseldorfBisher ist die Fernsehwelt für deutsche Fußballfans recht übersichtlich. Wer sich alle Spiele der ersten und zweiten Bundesliga ansehen will, kommt um ein Abonnement von Sky Deutschland nicht herum. Nur die Pay-TV-Plattform aus Unterföhring bei München hat sämtliche Live-Begegnungen der beiden deutschen Top-Ligen im Angebot.

Mit diesem Quasi-Monopol dürfte es ab der Saison 2017/18 vorbei sein. Wie das Handelsblatt aus dem Kreis von Verfahrensbeteiligten erfahren hat, will das Bundeskartellamt, das derzeit die Unterlagen zur Neuausschreibung der Rechte der Deutschen Fußball Liga (DFL) prüft, dafür sorgen, dass die Live-Spiele mindestens an zwei Interessenten gehen. Zu diesem Zweck beabsichtigen die Wettbewerbshüter, die sogenannte „No Single Buyer Rule“ einzuführen.

Eine solche Regel gibt es bereits in England. Dort trieben zuletzt die Bieter Sky UK und British Telecom, die sich auf der Insel die Übertragungsrechte an der dortigen Premier League teilen, die Preise in die Höhe. Von der kommenden Saison an zahlen die beiden Bieter den Vereinen der ersten englischen Liga umgerechnet 2,3 Milliarden Euro. Die deutschen Bundesligaclubs erhalten von Sky Deutschland bisher nur 486 Millionen Euro pro Spielzeit.

Bundesliga-Fernsehrechte: Poker um die besten Werbeplätze

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Die Ausschreibung der Bundesliga-Fernsehrechte steht bevor. Einmal mehr könnte sich in der TV-Landschaft viel tun. Eine Variante sorgt nun für Nervosität bei Sponsoren: die mögliche Halbierung der Sportschau-Sendezeit.

Das Beispiel England weckt Begehrlichkeiten – ganz besonders beim Vorstandschef des FC Bayern München, Karl-Heinz Rummenigge. Zwar sollen auch potenzielle Bieter wie die Deutsche Telekom oder der Hauptgesellschafter von Constantin Medien Dieter Hahn beim Bundeskartellamt für die Einführung der No Single Buyer Rule in Deutschland geworben haben. Aber wohl niemand machte in dieser Frage mehr Druck als der CEO des deutschen Rekordmeisters.

Sein Engagement in der Frage soll letztendlich dazu geführt haben, dass die Wettbewerbshüter sich entschlossen darauf zu drängen, dass die Regel in der Ausschreibung der Liga berücksichtigt wird. Offiziell bestätigen mag das niemand. „Wir stehen mit der DFL in einem konstruktiven Dialog“, sagt ein Kartellamtssprecher schmallippig. Der Ligaverband mag sich gar nicht zu dem Thema äußern.

Auch sonst hält sich die DFL in Sachen No Single Buyer Rule eher bedeckt. Offenbar ist sie von den positiven Effekten der Regel nicht so überzeugt wie ihr Mitglied Bayern München. Tatsächlich ist Zurückhaltung durchaus angebracht. Wer glaubt, er könne durch eine simple Veränderung der Ausschreibungsbedingungen den deutschen Proficlubs auch nur annähernd so viel TV-Gelder bescheren, wie ihn die Vereine der Premier League von der kommenden Saison einstreichen, ist offenbar nicht mit den Unterschieden zwischen deutschem britischem Fernsehmarkt vertraut.

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