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23.05.2015

17:56 Uhr

Bundesliga-Finale

Der ganz normale Abstiegs-Wahnsinn

Die Messe ist gelesen: Nach einem Wahnsinns-Spieltag fließen in Paderborn und Freiburg bittere Abstiegstränen. Stuttgart darf dagegen jubeln, der Hamburger SV doch nochmal hoffen.

Nach dem Siegtreffer durch Ginczek darf der VfB doch noch jubeln, die Schwaben spielen auch in der kommenden Saison in der Bundesliga. dpa

SC Paderborn - VfB Stuttgart

Nach dem Siegtreffer durch Ginczek darf der VfB doch noch jubeln, die Schwaben spielen auch in der kommenden Saison in der Bundesliga.

BerlinWas für ein Drama! Der Abstiegskampf in der Fußball-Bundesliga war an Spannung nicht zu überbieten - und am Ende traf es den SC Paderborn und den SC Freiburg. Der VfB Stuttgart rettete sich durch einen 2:1-Sieg bei den Ostwestfalen. Hannover 96 schickte die Breisgauer durch einen 2:1-Erfolg im direkten Abstiegs-Duell in die 2. Liga. Der Hamburger SV musste lange zittern. Durch das 2:0 gegen Schalke 04 wurde immerhin der erstmalige Abstieg vorerst verhindert. Als Tabellen-16. muss das Gründungsmitglied der Bundesliga aber wie im Vorjahr in die Relegation gegen den Zweitliga-Dritten. Borussia Dortmund sicherte sich durch das 3:2 gegen Werder Bremen den letzten freien Platz für die Europa League.

Der 34. Spieltag im Überblick

1899 Hoffenheim - Hertha BSC 2:1

Das Spiel in Sinsheim beginnt furios, und eine der vielen Offensivszenen nutzt Modeste in der 8. Spielminute zur Führung für die Gastgeber. Anschließend überlässt die Elf von Trainer Pal Dardai den Hoffenheimern das Spiel und beschränkt sich auf die Defensivarbeit. In der zweiten Hälfte gleicht Roy Beerens, kurz zuvor erst eingewechselt, in der 72. Minute aus. Die Hoffenheimer antworten schnell, als Firmino nach einem Abpraller von Kraft zur Chance kommt und das 2:1 erzielt. Das Spiel hätte sicher auch Unentschieden ausgehen können - alles in allem geht der Sieg für die Kraichgauer jedoch in Ordnung.

Eintracht Frankfurt - Bayer Leverkusen 2:1

Die Gastgeber gewinnen die Partie verdient mit 2:1. Leverkusen ist aktiv auf dem Platz, hat viele Möglichkeiten, doch die Gäste sind nicht zwingend genug. Nach einer turbulenten Anfangsphase mit Toren durch Seferovic (4.) und Bellarabi (6.) verflacht die Partie zunehmend. Kurz vor Ende der zweiten Hälfte markiert Innenverteidiger Alexander Madlung den Siegtreffer (39.). Die zweite Halbzeit ist ein offenes Spiel, doch die SGE rettet den Sieg um die Zeit. Nach dem Abpfiff wird das Team gefeiert, doch am meisten Torjäger Alex Meier. Der 32-Jährige erhält unter tosendem Applaus die Torjäger-Kanone mit 19 Treffern.

SC Paderborn - VfB Stuttgart 1:2

In der ersten Halbzeit liegt Paderborn durch Vucinovic früh in Führung (4.), aber Stuttgart spielt engagiert auf den Ausgleich und belohnt sich durch Didavi (36.). In der zweiten Halbzeit lässt der VfB viele Chancen liegen, bis dann Ginczek doch noch das 2:1 erzielt (72.). Stuttgart muss in der Schlussphase ein wenig zittern, da der SCP noch einmal nach vorne spielt, kann dann aber letztlich die Führung über die Zeit retten.

1. FC Köln - VfL Wolfsburg 2:2

Direkt zu Beginn der Partie erwischt der 1. FC Köln, in Person von Osako, die Wölfe eiskalt und geht mit 1:0 in der dritten Minute in Führung. Wolfsburg zeigt sich allerdings wenig beeindruckt und dreht das Spiel durch Tore von Luiz Gustavo (8. Minute), und Perisic (15.) noch vor der Pause. Im zweiten Durchgang ist der 1. FC Köln die bessere Mannschaft und kommt durch ein Eigentor von Knoche in der 61. Minute zum verdienten Ausgleich. In der Folge nimmt das Tempo der Partie ab und die Mannschaften geben sich mit der Punkteteilung zufrieden.

Hamburger SV - Schalke 04 2:0

Lange mussten die HSV-Fans warten. Nach ganz schwacher erster Halbzeit steht es zwischen Hamburg und Schalke 0:0. Dann aber reichen zwei Standardsituationen für den HSV-Sieg. Erst stochert Olic (49.) den Ball nach einer Ecke rein, dann köpft Rudnevs (58.) zum Endstand nach einem Freistoß. Ganz schwache Schalker kommen nicht mehr ins Spiel und verlieren am Ende sogar noch Platz fünf an Augsburg. Auf Hamburg wartet die Relegation.

Hannover 96 - SC Freiburg 2:1

Die erste Hälfte wird früh von Hannover bestimmt, das überfallartig durch Kiyotake nach einer Albornoz-Vorlage mit 1:0 in Führung geht (3.). In Hälfte zwei übernimmt Freiburgs Offensivabteilung das Spielgeschehen, um den wichtigen Ausgleich zu erzielen, während Hannover weitestgehend auf schnelle Konter lauert und das 1:0 verteidigt. Dann plötzlich der Blackout von Krmas, der einen Hannoveraner Angriff über Karaman und Briand im eigenen Tor abschließt (84.). Freiburg probiert dennoch weiter alles und kommt noch durch Petersen zum letztlich unbedeutenden 1:2-Anschluss (90.+2).

FC Bayern - FSV Mainz 05 2:0

Die Gastgeber aus München sind über 90 Minuten die spielbestimmende Mannschaft und lassen defensiven Gästen keine Chance. Mainz steht über die gesamte Spielzeit tief in der eigenen Hälfte und ist immer einen Schritt langsamer als der Meister. Lewandowski (25.,Handelfmeter) und der überragende Schweinsteiger (48.) sind die Torschützen.

Borussia Dortmund - Werder Bremen 3:2

Die Borussia legt hier los wie die Feuerwehr und schnürt Bremen komplett in der eigenen Hälfte ein. In der 15. Minute belohnen sich die Borussen mit dem 1:0 durch Shinji Kagawa, kurz darauf macht Pierre-Emerick Aubameyang einen Doppelschlag daraus (17.) Mitte der ersten Hälfte steigert sich Bremen grandios und trifft in Minute 26 zum Anschluss. Kurz vor der Pause, in Minute 42, markiert Henrikh Mchitarjan dann per Traumtor das 3:1. Bremen wird erst gegen Ende hin stärker, es reicht aber nur zum erneuten Anschluss durch Theodor Gebre Selassie (85.). Alles in allem ein absolut verdienter Erfolg für die Gastgeber!

Borussia Mönchengladbach - FC Augsburg 1:3

In einem ereignisarmen ersten Durchgang ergeben sich nur wenige Chancen, Raffael nutzt die beste davon nach einem schönen Angriff zum 1:0 für Gladbach. Auch der zweite Durchgang geht zunächst verhalten los, gewinnt aber durch den Platzverweis für Nordtveit nach einer Notbremse in der 61. Minute an Schwung. In der 72. gleicht Höjbjerg mit einem echten Dampfhammer aus, fünf Minuten später köpft Joker Matavz zum 2:1 ein. Die Fohlen wehren sich zum Ende hin zwar noch einmal, doch den Schlusspunkt setzen die Augsburger, die durch Mölders mit dem Schlusspfiff auf 3:1 erhöhen.

DIE ABSTIEGSDUELLE:

SC Paderborn - VfB Stuttgart 1:2 (1:1)
Der „doppelte Daniel“ rettete den VfB Stuttgart vor dem ersten Abstieg aus der Bundesliga seit 40 Jahren. Daniel Didavi (36.) und Daniel Ginczek (72.) trafen für die Schwaben beim 2:1 (1:1) in Paderborn und sorgten für den Sprung von Platz 16 auf 14. Paderborns Bundesliga-Abenteuer ist hingegen nach einer Saison wieder beendet. Auch die versammelte Schornsteinfeger-Gilde brachte den Ostwestfalen kein Glück. Marc Vucinovics (4.) Führungstor hatte nur ganz kurz Hoffnung auf die Relegation gemacht.

Stuttgart-Retter Huub Stevens: „Ich bin kein Feierbiest“

Stuttgart-Retter Huub Stevens

„Ich bin kein Feierbiest“

Huub Stevens hat den VfB Stuttgart doch noch vor dem Sturz in die zweite Liga bewahrt. Doch das Spiel gegen Paderborn war wohl sei letztes für die Schwaben. Nun kann er aber erst einmal den Klassenerhalt feiern.

Hannover 96 - SC Freiburg 2:1 (1:0)
Der SC Freiburg ist der große Verlierer des letzten Spieltages - Hannover kann nach fünf ganz harten Monaten doch noch aufatmen. Das 1:2 (0:1) durch Tore von Hiroshi Kiyotake (3.) und Pavel Krmas (84./Eigentor) besiegelte trotz des späten Anschlusstores von Nils Petersen (90.+2) den direkten Abstieg der Breisgauer. In Hannover glückte die Rettungsmission durch Trainer Michael Frontzeck mit dem erst zweiten Sieg des Jahres 2015. Spannend war es nach Petersens spätem Tor bis zum Schluss. Bei einem Ausgleich hätte Hannover in die Relegation gemusst.

Hamburgs Lewis Holtby bejubelt den Treffer zum 2:0. dpa

Hamburger SV

Hamburgs Lewis Holtby bejubelt den Treffer zum 2:0.

Hamburger SV - FC Schalke 04 2:0 (0:0)
Die Bundesliga-Uhr in Hamburg tickt weiter - zumindest vorerst. Der Liga-Dino hat durch die Tore von Ivica Olic (49.) und Slobodan Rajkovic (58.) wie im Vorjahr in der Relegation die Chance, im Oberhaus zu bleiben. Noch nach dem Abpfiff in der eigenen Arena wurde gezittert. Ein Freiburger Ausgleich in Hannover hätte den direkten Abstieg bedeutet. Schalke genügte wieder einmal nicht den eigenen Ansprüchen. Eine enttäuschende Saison endete auf Platz sechs. Gewinnt Dortmund den DFB-Pokal, müssen die Schalker sogar noch in die Europa-League-Qualifikation

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