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27.02.2015

22:24 Uhr

Bundesliga-Freitagsspiel

Bayern zerlegt auch Köln

Nach den Kantersiegen gegen den HSV und Paderborn dürften die Kölner mit reichlich Respekt nach München gereist sein. Doch lange Zeit konnten die Geißböcke mithalten, der Meister hatte Probleme. Aber es gibt ja Robbery.

Arjen Robben machte wieder ein bärenstarkes Spiel. Reuters

17. Saisontor

Arjen Robben machte wieder ein bärenstarkes Spiel.

MünchenDer FC Bayern hat sich zum Geburtstag mit einem standesgemäßen Heimsieg beschenkt. Nach zwei Erfolgen mit 14:0 Toren begnügte sich der deutsche Fußball-Rekordmeister am Freitag allerdings mit einem 4:1 (2:1) gegen Aufsteiger 1. FC Köln. Bastian Schweinsteiger (3. Minute) und Franck Ribéry (10.) sorgten beim furiosen Auftakt für die schnellste Münchner 2:0-Führung seit Oktober 2011. Anthony Ujah (45.+1) machte es aber noch mal spannend. Arjen Robben (67.) und Robert Lewandowski gelangen am 115. Gründungstag des FC Bayern (27. Februar 1900) dann aber die alles entscheidenden Treffer für den letztlich klar überlegenen Tabellenführer vor 75 000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz-Arena.

Die Münchner Fans mussten nach nicht mal drei Minuten schon ihre Geburtstagsgesänge unterbrechen. Nach dem vierten (!) Eckball binnen 180 Sekunden war es soweit: Schweinsteiger, ebenso wie Mario Götze diesmal wieder in der Startformation, stieg nach einer Robben-Ecke hoch und wuchtete den Ball ins Tor. Bayern-Coach Pep Guardiola nahm die Führung von der Bank aus gelassen zur Kenntnis und erstmal einen Schluck Wasser. Nach dem 8:0 gegen den HSV und dem 6:0 gegen den SC Paderborn konnte einem auch um die Kölner Angst und Bange werden.

Der 23. Bundesliga-Spieltag

FC Bayern München - 1. FC Köln 4:1 (2:1)

Die Bayern beschenken sich zum 115. Vereinsgeburtstag selbst. Nach zehn Minuten scheint die Partie bereits entschieden, Schweinsteiger (3.) und Ribery (10.) treffen früh, doch Köln gelingt durch Ujah noch vor der Pause der Anschluss (45+1.). Köln zeigt sich mutig im zweiten Spielabschnitt, hat durch Ujah und Risse sogar doppelt die Chance zum 2:2, doch letztlich sorgt das Münchner Konterspiel fürklare Verhältnisse: Robben (67.) und Lewandowski (75.) schießen die Bayern auf die Siegerstraße. Köln präsentiert sich besser, als anfangs befürchtet, fährt aber dennoch ohne Punkte nach Hause.

Borussia Dortmund - FC Schalke 04 3:0 (0:0)

Nach einer hochgradig einseitigen ersten Halbzeit, in der die Gastgeber reihenweise Großchancen liegen lassen, spielt die Borussia auch in den zweiten 45 Minuten nur auf ein Tor. Dennoch dauert es bis zur 78. Minute, ehe Aubameyang die erlösende Führung erzielt. Mkhitaryan (79.) und Reus (86.) legen im Anschluss nach und krönen eines der besten Saisonspiele der Dortmunder. Schalke muss sich nach dem harmlosen Auftreten unangenehmen Fragen stellen.

Bayer Leverkusen - SC Freiburg 1:0 (1:0)

Wie bereits im Hinspiel bieten die beiden Teams den 28.624 Fans ein überschaubares Spektakel - diesmal fällt jedoch ein Tor. Leverkusen startet stark in die Partie, ist gegenüber defensiven und ängstlichen Freiburger in allen Belangen überlegen. Nach zwei guten Chancen der Breisgauer erzielt Kapitän Simon Rolfes (33.) das Tor des Tages. Nach dem Seitenwechsel gibt es auf beiden Seiten kaum noch Bewegung oder Chancen - lediglich eine ist erwähnenswert: Jonathan Schmid sorgt beinahe für verkehrte Welt im Rheinland und erzielt in der Nachspielzeit per Kopf beinahe noch den Ausgleich (90.+2).

1899 Hoffenheim - FSV Mainz 05 2:0 (0:0)

55 Minuten lang sind die Gäste aus Mainz das bessere Team und haben die klareren Chancen. Doch dann kontern die Gastgeber mustergültig über Firmino und Volland (55.). Mit dem Führungstreffer im Rücken kehrt auch das Hoffenheimer Kombinationsspiel zurück. Einen dieser schönen Konter vollendet Polanski zur 2:0-Entscheidung (76.).

Hannover 96 - VfB Stuttgart 1:1 (0:0)

Das 1:1 hilft keinem so richtig weiter, immerhin war auf beiden Seiten der Wille zum Sieg vorhanden. Stuttgart kommt besser in die Partie, leistet sich aber wie Hannover viele Ungenauigkeiten im Aufbau. Nach dem Treffer von Gentner (52.) kommt Hoffnung beim VfB auf, die aber durch das Ausgleichstor durch Stindl (70.) im Keim erstickt wird. Hannover übernimmt von da an die Partie und ist dem Sieg näher als die Gäste. In der Schlussphase kommt es bei einer Rudelbildung noch zu unschönen Szenen, Harnik (Rot) und Stindl (Gelb-Rot) fliegen vom Platz.

Hertha BSC - FC Augsburg 1:0 (0:0)

Augsburg dominiert das Spiel ab der 20. Minute, doch verpasst es gefährliche Chancen zu kreieren. Die Hertha konzentriert sich auf ihre gute Abwehrarbeit, und gewinnt durch das Tor von Salomon Kalou (88.) nicht ganz unverdient. Der FCA ist nun seit vier Spielen ohne Sieg.

Eintracht Frankfurt - Hamburger SV 2:1 (1:1)

Vorne hui, hinten pfui: Die Frankfurter Eintracht präsentierte sich offensiv druckvoll und ideenreich, defensiv aber häufig unkonzentriert. Am Ende war das 2:1 verdient. Insbesondere Alex Meier durfte sich freuen. Die Hamburger waren hingegen mal wieder einfach zu schwach.

Borussia Mönchengladbach - SC Paderborn 2:0 (1:0)

Mönchengladbach gewinnt mit zwei abgefälschten Toren gegen nun mehr als Abstiegskandidaten geltenden SC Paderborn. Der Arbeitssieg bringt die Gladbacher in die Spur nach Europa. Die Paderborner waren ein ums andere Mal zu zögerlich vor dem Tor.

Werder Bremen - VfL Wolfsburg 3:5 (3:3)

Acht Tore in knapp 55 Minuten: Das letzte Spiel des Spieltags ist mit Abstand das torreichste. Wolfsburg watscht Werder Bremen mit 3:5 ab und sorgt für die erste Werder-Niederlage 2015. Wieder einmal war Bas Dost der spielbestimmende Akteur. Wolfsburg steht weiterhin für Spektakel.

Nach dem zweiten Tor der Bayern durch einen feinen Rechtsschuss von Ribéry drohte nach nur wenigen Minuten eine demütigende Packung, zumal die Hausherren durch Robben (4.) und Lewandowski (10.) weitere Topchancen noch ausließen. „Die ersten zehn Minuten waren atemberaubend“, lobte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach beim TV-Sender Sky. Gegen eine Sensation, wie sie sich die Gäste mit Trainer Peter Stöger insgeheim erhofft hatten, sprach auch die Statistik: Die Bayern verloren keines ihrer vergangenen 115 (!) Meisterschaftsspiele nach einer Führung.

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