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07.11.2014

22:23 Uhr

Bundesliga-Freitagsspiel

Hannover lässt Hertha keine Chance

Hertha BSC verliert zu Hause gegen Hannover und steckt spätestens jetzt mitten im Abstiegskampf. 96 dagegen macht einen Satz nach oben und kann weiter von Europa träumen. Spieler des Abends: Hiroshi Kiyotake.

Hannovers Torschützen Jimmy Briand und Hiroshi Kiyotake feiern das 1:0 durch den Franzosen. ap

Hannovers Torschützen Jimmy Briand und Hiroshi Kiyotake feiern das 1:0 durch den Franzosen.

BerlinMit dem dritten Sieg nacheinander hat sich Hannover 96 still und heimlich an das Spitzentrio der Fußball-Bundesliga herangeschlichen. Der Franzose Jimmy Briand und der Japaner Hiroshi Kiyotake sorgten zum Auftakt des 11. Spieltages für einen verdienten 2:0 (1:0)-Auswärtserfolg der Niedersachsen in Berlin - und stürzten Hertha BSC in die sportliche Krise.

Nach dem Pokal-Aus und der Blamage in Paderborn unterlag der Hauptstadt am Freitagabend vor 39 710 Zuschauern nach drei Heimsiegen in Folge nun auch im eigenen Olympiastadion. Während Hannover mit dem zweiten Auswärts-Dreier der Saison und nun 19 Punkten vorerst auf Tabellenplatz vier kletterte, steht Hertha (11 Zähler) bei einem schweren Restprogramm vor einem heißen Hinrunden-Endspurt. Briand mit seinem ersten Bundesliga-Tor (44. Minute) und Kiyotake (76.) trafen für die Mannschaft von Trainer Tayfun Korkut.

Daten und Fakten zum 11. Spieltag

Hertha BSC - Hannover 96 0:2

Die erste Halbzeit gestaltet sich relativ ausgeglichenen. Beide Teams haben Torchancen, doch nur Briand bringt den Ball kurz vor der Pause für Hannover im Tor unter (44.). Hertha baut nach dem Wiederanpfiff weiter ab, kommt kaum noch vor das Tor von Zieler und muss durch Kiyotake auch noch das 0:2 hinnehmen (76.). Der Sieg der Niedersachsen geht auch in dieser Höhe völlig in Ordnung.

Bayer Leverkusen - FSV Mainz 05 0:0

Der Werkself mobilisierte nach vier Pflichtspielen binnen zehn Tagen alle Kräfte, um nach dem Einzug in das Pokal-Achtelfinale und dem Champions-League-Auswärtserfolg bei Zenit St. Petersburg (2:1) in der Bundesliga nicht abgehängt zu werden. Allerdings brachte der Kraftakt mit Dauerpressing und Powerplay in der ersten Halbzeit keinen zählbaren Gewinn. Wie so oft in dieser Saison kreierte die Bayer-Profis hochkarätige Chancen am Fließband - nur mit der Verwertung haperte es einmal mehr.

FC Augsburg - SC Paderborn 07 3:0

Der FC Augsburg hat seine Heimstärke in der Fußball-Bundesliga auch gegen den SC Paderborn eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Angeführt von Doppeltorschütze Tobias Werner (7./47. Minute) bezwangen die Schwaben am Samstag den defensiv nicht sattelfesten Aufsteiger mit 3:0 (1:0). Tor Nummer drei durch Jan-Ingwer Callsen-Bracker bereitete der herausragende Werner beim höchsten Saisonsieg des FCA per Freistoß vor.

1899 Hoffenheim - 1. FC Köln 3:4

Fußball ohne Rückwärtsgang: Pawel Olkowski erzielte in der 83. Minute den Siegtreffer für den Aufsteiger. Mit zwei Toren empfahl sich der erneut überragende Brasilianer Roberto Firmino (39. und 45. Minute) dennoch für ein Länderspiel-Debüt in der Seleção. Für die Hoffenheimer traf außerdem Adam Szalai (2.). Vor 30 150 Zuschauern im ausverkauften Stadion hatten die Kölner zwischendurch sogar mit 3:1 vorn gelegen: Olkowski (5.), Matthias Lehmann (12.) und Anthony Ujah (35.) jubelten nach ihren Toren.

Eintracht Frankfurt - FC Bayern München 0:4

Angeführt von einem treffsicheren Thomas Müller hat der FC Bayern München einen souveränen 4:0 (1:0)-Sieg bei Eintracht Frankfurt gefeiert und seine Spitzenposition in der Fußball-Bundesliga zementiert. Dem Nationalstürmer gelang in der 22., 64. und 67. Minute der zweite Dreierpack seiner Karriere. Zuletzt war ihm dieses Kunststück am 1. Mai 2010 gegen den VfL Bochum gelungen. Den Endstand markierte Xherdan Shaqiri (86.).

SC Freiburg - FC Schalke 2:0

Durch ein völlig verdientes 0:2 (0:1) beim SC Freiburg verliert der FC Schalke 04 immer mehr den Anschluss an die Champions-League-Ränge. Selbst die Europa-League-Plätze sind nach dem elften Spieltag in der Fußball-Bundesliga schon ein gutes Stück entfernt. Kellerkind Freiburg kam dank der Tore von Christian Günter (22. Minute) und Jonathan Schmid (68.) zum ersten Liga-Heimsieg der Saison und hat nun drei Pflichtspiele in Serie gewonnen. 24.000 Zuschauer im ausverkauften Schwarzwald-Stadion sahen am Samstag in einer unterhaltsamen Partie erschreckend harmlose Schalker und eine engagierte Heim-Elf, die im Abstiegskampf wichtige Zähler sammelte.

Werder Bremen - VfB Stuttgart 2:0

Werder Bremen hat seinen Aufschwung mit Viktor Skripnik fortgesetzt. Die Norddeutschen feierten den dritten Sieg im dritten Pflichtspiel unter dem neuen Trainer. Für die Gastgeber trafen Sebastian Prödl (30. Minute) und Fin Bartels (57.). Die Bremer verbesserten sich dank des ersten Heimsiegs seit einem halben Jahr vom letzten auf den 15. Tabellenplatz.

VfL Wolfsburg - Hamburger SV 2:0

Der VfL Wolfsburg hat seine Rekordserie im kleinen Nord-Derby gegen den Hamburger SV ausgebaut. Der niedersächsische Fußball-Bundesligist schlug den Dino der Liga am Sonntag im Stile eines Spitzenteams souverän mit 2:0 (1:0) und gewann vor 30.000 Zuschauern dank der Tore von Ivica Olic (27. Minute) und Aaron Hunt (63.) auch das achte Pflichtspiel in Folge. Der VfL, der immerhin die zweitbeste Offensive der Liga stellt, etablierte sich damit bei weiter vier Punkten Rückstand endgültig als Verfolger des FC Bayern München. Die Hamburger stecken dagegen in der Abstiegszone fest.

Borussia Dortmund - Borussia Mönchengladbach 1:0

Jürgen Klopp zog die gelbe BVB-Kappe aus Respekt vor seinen Männern, die ausgepumpten Dortmunder Profis applaudierten auf dem Rasen vor der Südtribüne. Mit dem Schlusspfiff löste sich am Sonntagabend die ganze Anspannung der vergangenen Wochen. Dank eines kuriosen Eigentors von Weltmeister Christoph Kramer hat Borussia Dortmund einen ersten Schritt aus der Krise getan und den drohenden Absturz ans Tabellenende der Fußball-Bundesliga abgewendet. Mit seiner Bogenlampe in der 58. Minute aus gut 40 Metern ins eigene Netz sorgte der 23-Jährige für die verdiente 0:1 (0:0)-Niederlage von Borussia Mönchengladbach beim Revierclub.

Für Hertha war es nach dem Pokal-K.o. beim Drittligisten Bielefeld und der Liga-Pleite in Paderborn auch ein Charaktertest. „Wir stehen als Team in der Verantwortung“, hatte Coach Jos Luhukay betont. Doch aus dem vierten Bundesliga-Heimsieg in Serie wurde nichts, gegen die Niedersachsen warten die Herthaner jetzt seit über fünf Jahren auf einen Dreier im Olympiastadion.

Hannover, mit Stefan Thesker links in der Abwehrkette und Ceyhun Gülselam im zentralen Mittelfeld, startete bei guten äußeren Bedingungen mit dem Selbstvertrauen von 1:0-Siegen in Dortmund und gegen Frankfurt. Nach der ersten Ecke kam Briand knapp zu spät (1. Minute). Einen 20-Meter-Schuss von Hiroshi Kiyotake - auf der anderen Seite standen mit Hajime Hosogai und Genki Haraguchi zwei weitere Japaner - entschärfte Hertha-Schlussmann Thomas Kraft (3.). Nach einer schönen Kombination scheiterte auch Leonardo Bittencourt am früheren Bayern-Keeper (15.).

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