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30.01.2009

15:47 Uhr

Bundesliga

Fußball-Manager spielen auf Ergebnis halten

VonMarkus Hennes und Susanne Metzger

Der internationale Profifußball leidet unter der Finanzkrise. Auch in Deutschland sind die großen Geldgeber von der Krise erfasst worden. Pünktlich zum Rückrundenstart der Bundesliga stellen sich die Vereine auf härtere Zeiten ein – und das, obwohl sie im Bonitätsranking dank breiter Risikostreuung durchweg gut abschneiden.

Illustration: Thies Schwarz Thies Schwarz

Illustration: Thies Schwarz

DÜSSELDORF. Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat den internationalen Profi-Fußball erfasst. Als Folge der Rezession drohen die Erlöse einzubrechen, weil beispielsweise Sponsoren ihre millionenschweren Marketing-Budgets kürzen oder das Geschäft mit Fanartikeln nicht mehr läuft. „Der Verschuldungsgrad einiger Vereine in England, Spanien und Italien ist bereits jetzt derart hoch, dass ich nicht weiß, wie sie das durchhalten sollen“, sagt Heribert Bruchhagen, Vorstandschef von Eintracht Frankfurt.

Doch auch für die 18 Vereine der deutschen Fußball-Bundesliga, die heute in die Rückrunde der Saison 2008/09 startet, brechen härtere Zeiten an. Denn auch hier sind große Geldgeber wie Automobilhersteller oder Banken, die zusammen mehr als ein Fünftel der Sponsorengelder zahlen, von den Folgen des Wirtschaftsabschwungs stark betroffen.

Helmut Rödl, Vorstand der Wirtschaftsauskunftei Creditreform, bestätigt der Liga dennoch, dass „sie sich eine solide Ausgangsbasis erarbeitet hat, mit der sie auch schwierige Situationen meistern kann“. Die Vereine hätten das Eigenkapital gestärkt und das Management professionalisiert. Seit einigen Jahren bewertet Creditreform die Bonität der Bundesligisten und wendet dabei die gleichen Kriterien an wie bei normalen Mittelständlern.

Möglicherweise werden die Bewertungen 2009 wieder schlechter ausfallen: „Es wäre schon eine Überraschung, wenn der deutsche Profi-Fußball in der gegenwärtigen Krise gänzlich ungeschoren davonkäme“, sagt Stefan Ludwig, Sportbusiness-Spezialist der Unternehmensberatung Deloitte. Mit eklatanten Umsatzeinbrüchen der Liga rechnet der Experte vorerst allerdings nicht. Mit im Schnitt 330 Mio. Euro bis zum Jahr 2013 bilden die Erlöse aus dem Verkauf der Fernseh-Übertragungsrechte für die Spiele der ersten Bundesliga einen sicheren Einnahmeblock. Den neuen TV-Vertrag hatte die Deutsche Fußball Liga (DFL) erst Ende 2008 abgeschlossen, so dass hier eine hohe Planungssicherheit besteht. Doch im Vergleich etwa zur englischen Premier League sind die Einnahmen aus den Fernsehlizenzen gering. Daher mussten sich die deutschen Erstligisten in den vergangenen Jahren zusätzliche Einnahmequellen suchen.

In der Saison 2007/08 betrugen die Sponsoring-Einnahmen nach Angaben der DFL insgesamt mehr als 400 Mio. Euro und damit ein Viertel des Gesamtumsatzes von 1,5 Mrd. Euro. Die Sponsoren kommen aus vielen Branchen. Neben dem Hauptsponsor, dessen Name zumeist auf den Trikots der Kicker prangt, haben sich die 18 Bundesligisten die Zuwendungen von bis zu drei Dutzend weiteren Geldgebern gesichert.

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